• Interview mit feelgood-kids (Finalist 2019)

    Selbstbewusstsein, Achtsamkeit und vor allem Selbstliebe sind Dinge die nicht in der Schule unterrichtet werden. Falsch, finden die Gründerinnen von FeelGood-Kids, denn auch Werte wie eben Selbstliebe sollten ein Schulfach sein wie Mathematik, Englisch oder Deutsch.

     

    Wie kam euch die Idee und was macht ihr genau?

    Vor rund 4 Jahren hat Eva Juratovac (Co-Founderin) ein Buch am Flohmarkt geschenkt bekommen, mit dem Titel “Roots of Empathy – Change the World Child by Child”. Die Grundidee, die die Autorin im Buch beschreibt, hat sie nicht mehr losgelassen. Daraus entstand mit den Jahren die Idee für das heutige FeelGood-Kids Konzept. Auch die persönliche Erfahrung spielt eine große Rolle – da sind sich die drei Co-Founderinnen einig.

    Als Elementarpädagogin darf Karin Stiefelbauer täglich erfahren, wie wertvoll die Bildung emotionaler Kompetenzen für die Entwicklung von Kindern ist. Mit Lene Kern ist das Gründerinnen-Team komplett, wobei sie vor allem alle Bälle in der Luft hält und das Projektmanagement übernimmt. Mit FeelGood-Kids unterstützen wir Volksschulkinder dabei, ihre Gefühle wahrzunehmen, ihr Selbstbewusstsein zu stärken und legen damit gemeinsam den Grundstein für eine hohe Resilienz.

    Wer sind eure Role Models?

    Es gibt einige Pioniere in der Arbeit mit Kindern, das zeigt sich vor allem durch die Arbeit vieler Einzelner im Bereich Achtsamkeit, Mentaltraining und Glücksforschung für Kinder und an Schulen. Gerald Hüther ist ein inspirierender Vorreiter der Branche. Der Weg zur Potentialentfaltung für Kinder und Erwachsene steht für den Neurobiologen im Vordergrund. 

    Was bereitet euch im Moment schlaflose Nächte?

    In der stressigen und aufregenden Gründerphase den Fokus auf persönliche Themen nicht zu verlieren und die eigenen Methoden auch selbst anzuwenden. Das Üben von Achtsamkeit und Entspannungstraining im Team zum Beispiel.

    Wie schafft ihr euch im Team Ausgleich?

    Das Gründerteam liebt Routinen, die das Wir-Gefühl stärken. Das Ritual des “Ankommens” ist eines davon. Dabei nehmen sich alle eine Minute Zeit mit geschlossenen Augen bei sich anzukommen, bevor wir dann motiviert losstarten. Eine Schüssel voller Heidelbeeren ist ebenfalls Fixstarter bei jedem Meeting. Teamevents wie Wandern, Eis essen und gemeinsam Erfolge feiern stehen auch am Programm.

    Welchen Impact hat euer Projekt auf dessen Umfeld? 

    Das Team wendet sich mit einem Semesterprogramm an Hortbetreuungseinrichtungen und Volksschulklassen. Die Kinder lernen in einer Workshopreihe spielerisch sich seiner selbst bewusst zu sein und die eigenen Gefühle wahrzunehmen. Glückskompetenz, Achtsamkeit, Stress- und Entspannungsübungen, sowie Körperwahrnehmungstraining spielen dabei eine große Rollen. Im September startet das Team von “FeelGood-Kids” mit einem ersten Pilotprojekt an einer Partnerschule in Wien.

    Lernen Kinder nicht automatisch Werte wie Mitgefühl und Wertschätzung in der Schule? 

    Die Qualitäten Mitgefühl und Wertschätzung sind Potenziale, die jedem Menschen von Geburt an in die Wiege gelegt werden. Abhängig von dem Umfeld und der Erziehung können diese Qualitäten jedoch in Vergessenheit geraten, verdrängt oder als “falsch” bewertet werden. Im heutigen Schul- und Arbeitsumfeld sind wir sehr stark auf Leistung und Wissen fokussiert. Mit diesem Fokus werden wir auch häufig erzogen. Somit geraten andere Qualitäten oft in eine falsche Bewertung oder Vergessenheit. Für die Gemeinschaft und die Teamarbeit ist es jedoch von unglaublichem Wert sich Qualitäten wie Mitgefühl und Wertschätzung wieder bewusst zu machen. Diese danach auch aktiv und bewusst als Fähigkeit anzunehmen und zu nutzen.

    Wie oder auf welche Weise bringt ihr Kindern diese Werte bei?

    In den angebotenen Workshops begleiten wir Schulklassen und Hortgruppen über ein Semester. Dabei werden Methoden genutzt, die von Fachexperten wie Jesper Juul über jahrelange wissenschaftliche und praktische Erfahrung aufgebaut wurden. Mittels Achtsamkeit und der bewussten Aufmerksamkeit auf Körper, Geist und Emotionen, trainieren die Kinder in spielerischen Übungen sich seiner selbst mehr bewusst zu werden.