• Interview mit uptraded (Finalist 2020)

    Die meisten von uns finden bestimmt immer wieder Kleidungsstücke in unserem Schrank, die kaum oder sogar nie getragen wurden. Uptraded will etwas dagegen, sowie das Phänomen Fast Fashion, tun und hat dafür eine App entwickelt, über die unerwünschte/ungetragene Kleidung getauscht wird. Wie diese genau funktioniert und wie damit der Umwelt geholfen ist, lest ihr hier.

    Wie kam euch die Idee und was macht ihr genau? 

    Die Idee kam uns durch einen Blick in unseren eigenen Kleiderschrank. Im Schnitt tragen wir ca. ein Fünftel unserer Kleidungsstücke nicht mehr, dabei sind wir aber nicht die einzigen. Allein in Deutschland verstauben 1.000.000.000 Kleidungsstücke in unseren Schränken. Zur selben Zeit wächst das Verlangen nach modischer Vielfalt, Bezahlbarkeit und Nachhaltigkeit von Kleidung. Betrachtend, dass die Modeindustrie mit einem jährlichen Ausstoß von 1,2 Billionen Tonnen CO2, der zweitgrößte Umweltverschmutzer unserer Erde ist, wollen wir diesem Konsumverhalten ein Ende setzen. Wir sind davon überzeugt, dass gemeinsamer Konsum unseren Planeten und uns als Individuum einen enormen Mehrwert bietet. Wir denken Kleidung ist nur dann ungewollt, wenn sie im falschen Kleiderschrank liegt. Wir verbinden Menschen und ihre Kleidung miteinander, durch das effizienteste Matching System. Nutzer können ihre ungenutzten Kleidungsstücke hochladen und anschließend durch die Fashionitems Anderer swipen. Ein gegenseitiges Like erzeugt einen „Fit“ und die Nutzer können über einen Chat den Tausch arrangieren. Daraus ergibt sich eine App, die den nachhaltigsten und preisgünstigsten Weg bietet, den eigenen Kleiderschrank auf spielerische Weise uptodate zu halten. 

    Wer sind eure Role Models?

    Familie. 

    Was bereitet euch im Moment schlaflose Nächte? 

    Seit sieben Monaten arbeiten wir intensiv an uptraded. Je länger wir uns mit der Thematik beschäftigen, umso mehr begreifen wir die Auswirkungen der Modeindustrie auf unsere Umwelt und Gesellschaft. Gleichzeitig wächst damit der selbstempfundene Druck, dass uptraded zum Erfolg werden muss. Da kann es schon mal vorkommen, dass es schwer fällt die Augen zu schließen.   

    Wie verschafft ihr euch Ausgleich?

    Wir beantworten die Interviewfragen gerade von einer einsamen Hütte aus den Südtiroler Bergen. Einen besseren Ausgleich können wir uns gerade nicht vorstellen! 

    Welchen Impact hat euer Projekt auf euer Umfeld? 

    Mithilfe von uptraded können 65% CO2 und 90% Wasser pro T-Shirt gespart werden. Unser Ziel ist es, in drei Jahren 91.000 Tonnen CO2 und 9.5 Billionen Liter Wasser zu sparen. Zum Vergleich: dies entspricht Wiens monatlichen Wasserkonsums.  

    Wie unterscheidet sich eure App von anderen Plattformen (wie z.B. willhaben o.Ä.)?

    Uptraded unterscheidet sich von anderen Plattformen durch den Fokus auf das Tauschen von Kleidungsstücken, der monetäre Transaktionen in den Hintergrund stellt. Somit bietet uptraded eine noch nie dagewesene User Experience im secondhand Fashion Segment, die angenehme soziale Interaktionen und ein spielerisches Shopping Erlebnis erzeugt. Durch die Analyse von Style-Präferenzen mithilfe von komplexen Algorithmen, können die Feeds der User personalisiert werden. Schließlich wird durch das Tauschen kollektives Denken und nachhaltiges Konsumieren verstärkt.

    Werden wir irgendwann ein Ende von Fast Fashion erleben?

    Wir müssen, wollen, können und werden ein Ende von Fast Fashion erleben. Regelmäßig erobern Mode-Innovationen den Markt – von Leder aus Ananasblättern und regeneriertes Nylongarn bis hin zu angesagten secondhand concept stores und bald auch Tinder für Kleidung. Wir sind davon überzeugt, dass nachhaltiger Konsum keine Kompromisse mit sich bringen muss. Prognosen deuten darauf hin, dass Fast Fashion ein Auslaufs Model ist. Der Markt befindet sich derzeit also im starken Wandel, sodass der secondhand Markt 2028 etwa 1,5-mal größer sein wird als Fast Fashion. Und wer weiß, vielleicht schaffen wir das gemeinsam schneller!