• Unsere Top 10 von 2020

    Am 2. Juli zelebrierten wir unser Finalist Announcement als Live-Übertragung aus dem Impact Hub Vienna. Was trotz des veränderten Formats gleich blieb, war der Grund der Veranstaltung: der feierliche Abschluss der ersten Hälfte des Social Impact Awards 2020 und die Bekanntgabe der diesjährigen finalen Projekte!

    Nachdem das Jahr 2020 nach dem SIA Kick-Off mit fast 100 Teilnehmer*innen einige Überraschungen hinsichtlich der Planung von über 50 weiteren Events des SIA in 8 Städten gebracht hatte, entwickelten wir neue online Supportangebote: zwei neue Webinar-Formate, gefolgt von 1-on-1 Coachings vor der Einreichung und unsere Alumni Lunch Talks als Motivationsquelle für die Mittagspause. Insgesamt hielten erreichten wir also knapp 200 Teilnehmende mit den Webinaren und konnten 20 Projekte vor der Einreichung coachen. Das Resultat dieses Engagements war, dass sich 48 unterschiedliche Ideen für die 10 begehrten Finalisten-Plätze beim SIA beworben haben. Genau diese 10 von der Jury ausgewählten Projekte wurden beim Finalists Announcement vorgestellt.

     

    Wie kann man sich so ein Online- Finalists Announcement also vorstellen?

    Grundsätzlich war die Teilnahme am Finalists Announcement mithilfe eines Links möglich, aber auch über einen Livestream auf Facebook konnten Interessierte die Veranstaltung verfolgen. Ziel war es also, möglichst vielen Menschen trotz der Umstände, die Teilnahme zu ermöglichen und wir freuen uns, dass diese Möglichkeit auch von sehr vielen genutzt wurde.

    Schließlich haben all jene, die dies nicht getan haben, schon etwas verpasst: So führte SIA-Österreich Koordinatorin Stefanie Beßler durch den Abend, begleitet von Katrina Günther von Thinking Visual, die die Finalist-Projekte mithilfe von Graphic Recording untermalte und wir so ein erstes Bild der unterschiedlichen Projekte erhalten konnten.

     

    Wer also sind sie, die 10 Finalist Projekte des SIA 2020?

    MEN IN CARE AND EDUCATION : Men in Care and Education hat es sich zum Ziel gemacht, den Männeranteil in Sozial-, Pflege- und Erziehungsberufen und im Zivildienst durch verschiedene Infoworkshops zu erhöhen und damit „Caring Masculinity“ und gesellschaftliche Barrieren sichtbar zu machen.

     

     

     

     

    UPTRADED : Um dem Konsumrausch ein Ende zu setzen,    möchte Uptraded eine Kleidertausch-App anbieten, bei der  User*innen günstig und nachhaltig „shoppen“ können.

     

     

     

     

     

     

    BUDDYWORX : Buddyworx möchte durch Workshops und individuelles Mentoring Kompetenzen zur selbstständigen Entscheidungsfindung (insbesondere hinsichtlich der beruflichen Zukunft) bieten und so nicht nur die Chancengleichheit, sondern auch die Readiness junger Menschen für die Arbeitswelt erhöhen.

     

     

     

     

    FRAGARIA : Fragaria will mit ihren Taschen zur Aufbewahrung von Menstruationsartikeln gegen die Stigmatisierung der Periode, besonders in Schulen, kämpfen.

     

     

     

     

     

     

    BLUE MONDAY PROJECT : Blue Monday Project möchte mithilfe einer App ein flächenübergreifendes Bonussystem für nachhaltige Aktivitäten einführen, die Transparenz beim Konsum schaffen und das Konsumverhalten gleichzeitig in eine nachhaltige Richtung lenken soll.

     

     

     

     

     

     

    URBODROM : Wie sieht eine Welt/Stadt aus, die nachhaltigen Vorstellungen entspricht? Diese Frage versucht Urbodrom mithilfe eines Stadtquartier-Spiels zu beantworten, bei dem ein nachhaltiges Stadtquartier in einem Aushandlungsprozess möglichst vieler Perspektiven entstehen soll.

     

     

     

     

    GEMÜSEGEPARD :  GemüseGepard ist eine Plattform an der Schnittstelle zwischen Lebensmittelproduzenten und lebensmittelverarbeitenden Betrieben, auf der frisches Obst und Gemüse aus Überproduktion verkauft wird, das sonst verschwendet werden würde. Ihr Ziel ist es, die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren.

     

     

     

     

    REPARO : Reparo bietet ein Fahrradtaxi für die Reparatur kleiner Schäden. Die Reparatur wird entweder vor Ort erledigt oder zu einem Experten geliefert und wieder zurückgebracht, um der Wegwerfgesellschaft entgegenzuwirken.

     

     

     

     

     

    KOLLEKTIV FÜR GENDER EQUALITY : Durch gezielte Maßnahmen, Projekte, Leistungen und Lobbyarbeit und unter Einbeziehung einer Datenbank an Expert*innen soll das erste Kollektiv für Gender Equality und Diversity in Österreich umgesetzt werden, um der strukturellen Ungleichbehandlung von Frauen ein Ende zu setzen.

     

     

     

    HEROBOX : Herobox will zur Lösung des globalen Problems der Plastikverschmutzung beitragen, indem in einer direkten Kooperation mit Delivery Services und Restaurants wiederverwendbare Verpackungsboxen zur Verfügung gestellt werden.

     

     

     

     

     

    Diese 10 Projekte starten jetzt Mitte Juli in die Inkubationsphase, in der ihnen unter anderem ein Mentoringprogramm, Zugang zu unserem Experts Pool und ein Taschengeld in Höhe von 300€ geboten wird. Außerdem erhalten sie Zugang zu unserem Social Entrepreneurship Netzwerk, sowie der SIA Alumni Community. 

    Wir sind gespannt, wie die SIA-Reise sich 2020 noch entwickeln wird und freuen uns darauf, gemeinsam mit den Finalists an ihren Projekten zu arbeiten!

  • Soziale Innovation am Mittagstisch! Gespräche mit Sozialunternehmer*innen

    Dürfen wir vorstellen? Der Digitale Mittagstisch!

    In Kooperation mit SETup haben wir dieses neue Format entworfen, um Dich auch in Corona-Zeiten mit inspirierenden Storys von unseren SIA-Alumni zu versorgen und einen Rahmen für Fragen und Austausch zu geben. 

    Die Herausforderung durch Corona

    Am 5. März fand der SIA Kick-Off  statt. Wie jedes Jahr ist dies der Startschuss für die erste Phase des SIA-Programms, inklusive Gelegenheiten sich mit Gleichgesinnten, erfolgreichen Gründer*innen und der Social Entrepreneurship-Szene zu vernetzen. 2020 folgte darauf aber leider nicht das Herzstück der ersten Phase des SIA – die Workshop-Wochenenden in ganz Österreich – , sondern Corona. 

    Ganz entrepreneurial haben wir die Challenge nach dem Motto: “SIA goes online!” angenommen. Seit Mitte März veranstalten wir regelmäßig die Webinare „Chat with Impact“ und „Social Impact & Business Lab“. Ergänzend bieten wir ein breites digitales Support-Programm an.

    Eines fehlte aber dennoch: Als besonderes Highlight sind zu unseren Workshop-Weekends SIA-Alumni aus vorherigen Jahren als Speaker eingeladen. Die Workshop-Teilnehmer*innen haben dadurch die einzigartige Gelegenheit, sich mit den Gründer*innen direkt auszutauschen.

     

    Die Lunch Talks in Kooperation mit SETup

    Dann rief unser Innsbrucker Partner SETup eine Initiative ins Leben und wir erkannten: Das ist genau das Format, das wir so vermissen! Im April veranstaltete SIA daher gemeinsam mit SETup den „Digitalen Mittagstisch“. Hier trafen sich täglich von 12:30 bis 13:30 Jana oder Alex von SETup und Steffi vom Social Impact Award mit dem oder der Gründer*in eines Sozialunternehmens, um auch Dir die Mittagspause zu versüßen. Es wurden Gründungsgeschichten und Anekdoten erzählt, Einblicke in Geschäftsmodelle und Tipps fürs Gründen gegeben. Außerdem hattest Du auch selbst die Möglichkeit, via Chat Fragen an die eingeladenen Gäste zu stellen.

     

    Success Stories

    Inzwischen haben wir mit 15 Menschen über ihre Social Businesses geplaudert. Darunter waren auch einige SIA-Alumni – u. a.: Rosa Haltmeyer von der Vienna Hobby Lobby, Sören Lex von Plasticpreneur, Jakob Detering von Somaro, Kathrin Zirn von Piano for Refugees und Valerie Mühlenburg von The Connection.

    Jakob (Somaro)

    Hier bekamen wir ganz unterschiedliche Geschichten zu hören: Rosa und ihre Kolleginnen erkannten beim Unterrichten den Bedarf an Freizeitangeboten für Kinder und Jugendliche und bieten nun kostenlose Kurse von Kickboxen über Yoga bis hin zu Street Art an. Bei Sören führten mehrere Zwischenschritt zum heutigen Startup, mit dem er durch die Bereitstellung von Kunststoff-Recyclingmaschinen vor allem im globalen Süden Impact generiert. Jakob schrieb im Selbstexperiment in einer Woche einen Businessplan und gewann damit den Social Impact Award (dessen Managing Director er heute ist). Kathrin nahm am Musikinstitut von Piano for Refugees selbst Gesangsunterricht, bevor sie dort in die Bereiche Organisation & Marketing einstieg; die zwei Gründer des Projekts wurden auf einer Radreise in Kiew inspiriert. Valerie fand nicht den Job, den sie gesucht hatte, und schuf ihn sich mit der Gründung eines Lernzentrums für geflüchtete und migrierte Menschen kurzerhand selbst.

     

    Wie gehen die Ventures mit der Corona-Krise um?

    Rosa (Vienna Hobby Lobby)

    Für viele stellt auch die aktuelle Situation eine Herausforderung dar, die es zu bewältigen gilt: Die Vienna Hobby Lobby reagierte auf das Kontaktverbot mit Instagram-Challenges und einem Buddy-Programm. „Wir versuchen halt da zu sein“, bringt Rosa es auf den Punkt. Auch bei The Connection liegt der Fokus darauf, über WhatsApp und mit Online-Lernangeboten den Kontakt zu ihren Teilnehmer*innen aufrechtzuerhalten.

    Viele Gründer*innen wünschen sich, dass die Krisensituation in der Gesellschaft ein neues Bewusstsein für Themen wie Freizeit und benachteiligte soziale Gruppen hervorruft. 

    Auf der anderen Seite entstehen auch in Krisenzeiten neue Chancen: Denn gerade der weltweite Mangel an Schutzkleidung angesichts der Pandemie inspirierte das Team von Plastikpreneur dazu, das Potential seiner innovativen Maschine weiter auszuschöpfen und leistet nun mit der Produktion von Face Shields einen Beitrag.

     

    Die Rolle von SIA im Gründungsprozess

    Am Anfang der Reise stand bei allen fünf Projekten die Teilnahme und der Gewinn des Social Impact Awards. Die einen hatten zu diesem Zeitpunkt die Gründung bereits hinter sich und waren durch das Inkubationsprogramm gefordert, noch einmal einen Schritt zurück zu machen und verschiedene Aspekte neu zu überdenken. Andere hat der überraschende Gewinn überhaupt erst gepusht, eine Idee umzusetzen, die für sie eher den Status einer Gedankenspielerei hatte. Alle betonen aber, was für eine wichtige Rolle SIA für sie im Gründungsprozess gespielt hat. Wertvoll waren vor allem die zahlreichen Vernetzungsmöglichkeiten mit anderen Projekten, Expert*innen und Unternehmen. Manche erzählen, dass sich teilweise noch heute Kooperationen aus diesen Kontakten ergeben. Außerdem schätzen sie alle den speziellen Spirit, der bei SIA in der Luft liegt. Dieser helfe dabei, Hürden zu überwinden, die man eigentlich nur im Kopf hat. 

     

    Ratschläge

    Gefragt nach einem Ratschlag an angehende Gründer*innen ähneln sich die Antworten unserer Gäste. Immer wieder heißt es da: Bleib flexibel, verlieb Dich nicht in Dein Problem, sondern versuche den tatsächlichen Bedarf zu erkennen und darauf zu reagieren.

    Valerie (The Connection)

    Die Erfolgsstorys der Alumni scheinen dieser Empfehlung Rechnung zu tragen: The Connection hat als Kaffeehaus und Arbeitgeber geflüchteter Menschen begonnen, bevor sie angesichts steigender Nachfrage ihren Fokus auf Kurse richteten und zu einem Lernzentrum wurden. Somaro war ursprünglich als mobiler Sozialmarkt konzipiert, der günstige Lebensmittel unter die Landbevölkerung bringen sollte, aus logistischen Gründen wurde das Social Business dann in der heutigen Form realisiert. Und bei Plasticpreneur probierte man zuerst die Produktion von Fahrrädern und Skistöcken, bevor man das Ziel hatte, mit der Recycling-Maschine Arbeitsplätze und lokale Produktionsmöglichkeiten zu schaffen. 

    Sören (Plasticpreneur)

    Neben Flexibilität empfehlen die Gründer*innen, sich ein gutes Team aufzubauen und darin offen Erwartungshaltungen und Ziele zu kommunizieren, sich nicht zu lange mit Konzepten aufzuhalten, sondern möglichst früh und viel mit anderen über das eigene Projekt zu sprechen, Kontakt mit der Zielgruppe aufzubauen und Dinge auszuprobieren. Außerdem sind der Spirit und die Energie, die man in das Ganze stecke, wertvoller als ein ausgeklügeltes Geschäftsmodell. Dieses lässt sich schließlich jederzeit verändern.

     

    Neugierig geworden? Du hast die Möglichkeit, die Gespräche in unserer Video-Galerie online nachzuschauen und Dich mit neuen Geschichten inspirieren zu lassen.

     

  • Chat with Impact — das Webinar für Sozialunternehmer*innen!  

    Am 20. März startete das zweistündige Webinar Chat with Impact des Social Impact Awards (SIA) in seine erste Runde. Dies war auch für uns eine Prämiere, denn aufgrund der Corona-Situation wurden bis auf weiteres alle Social Impact Weekends kurzerhand in ein Online-Format umgebastelt.

     

    Mit den Worten „Wir lernen alles on the go!“ heißt Stefanie Beßler, Koordinatorin des Social Impact Award Österreich, die 23 Teilnehmer*innen aus ganz Österreich herzlich willkommen. Nach einer allgemeinen Vorstellung des SIA geht es schon gleich zum ersten Kennenlernen in die sogenannte Breakout-Session, in der sich Kleingruppen kurz untereinander austauschen. Und siehe da – bereits in den ersten 10 Minuten werden Email-Adressen ausgetauscht.  

    Die Teilnehmer*innen, deren Stimmung laufend per Handzeichen (siehe Bild) abgefragt wird, sind voller Tatendrang. Man merkt, dass Menschen jetzt mehr denn je motiviert sind, Dinge in die Hand zu nehmen und die Probleme unserer Gesellschaft anzugehen. Hier liegt aber oft der Knackpunkt: Es gibt viele gute Ideen, doch oft scheitert es an der Umsetzung. Genau deshalb wurde der SIA ins Leben gerufen! Durch sein breites Bildungs- und Support-Angebot sowie die internationale Community hilft der SIA dabei, eure Idee umzusetzen. Teil davon sind auch die am Webinar teilnehmenden Kooperationspartner aus Graz und Innsbruck – Startup.Tirol, SETup und Social Business Club Styria -, die in ihren Regionen ebenfalls als erste Anlaufstellen rund ums Thema Social Entrepreneurship fungieren.

    Doch was bedeutet Social Entrepreneurship eigentlich?

     

    Elon Musk + Mutter Theresa = Social Entrepreneur?

    Schön wäre es, wenn der Begriff mithilfe einer simplen Gleichung erklärt werden könnte, worin sich ein Social Entrepreneur aus der Addition von Unternehmergeist und reinem Altruismus ergibt. Doch so einfach ist es leider nicht!

    Es gibt verschiedene Perspektiven, aus denen man Social Entrepreneurs betrachten kann. So kann einerseits, wie z. B. bei dem Begründer der Mikrokredite, Muhammad Yunus, die Person, der geholfen werden soll, im Vordergrund stehen. Andererseits kann es eine Innovation sein, welche in enger Kooperation mit der Zielgruppe dazu beiträgt,  deren alltägliche Praktiken zu revolutionieren. Manchmal braucht es nicht mehr als eine soziale Mission, einen starken Willen und ein gutes Team, um die Welt zu verändern. Letztlich gibt es auch die Möglichkeit, unter dem Ziel der Selbstfinanzierung, nachhaltig Probleme angehen zu können.

    Wie so oft im Leben haben alle Perspektiven ihren Realitätsanspruch, denn wie Rüdiger Wetzl-Piewald, Vorstandsmitglied des Social Business Club Styria, es so schön gesagt hat: “Natürlich ist das Ganze nicht Schwarz-Weiß. Social Entrepreneurship bewegt sich mit schwammigen Grenzen auf einer großer Bandbreite zwischen Profit und Non-Profit.”

    Diese Ansicht teilt auch SIA, wenn es um die Bewertung der Ideen für die Teilnahme am Programm geht, denn soziale Wirkung kann viele Facetten haben. 

     

    Insights aus der Praxis

    Mit einem gemeinschaftlichen Energizer leiten wir den letzten Punkt auf der Agenda des Webinars ein, den Inspirational Talk. Hierbei stehen besonders die teilnehmenden Kooperationspartner mit ihren Erfahrungen im Zentrum. Großes Interesse liegt in der Beantwortung der Frage nach Finanzierungsmöglichkeiten, den Chancen und Grenzen von Crowdfunding, sowie Impact Investing bis hin zu selbst-finanzierenden Business Modellen. Bei einem Punkt sind sich schließlich alle einig: der stete Wandel erfordert Flexibilität. 

     

     

    Wie geht es weiter?

    Besonders jetzt brauchen wir Ideen, wie wir unsere Gesellschaft positiv verändern können mehr denn je. Deshalb werden wir, trotz und gerade aufgrund der herausfordernden Situation rund um das Corona-Virus, weiterhin zum Thema Social Entrepreneurship informieren und ein breites Bildungsprogramm online anbieten.

    Mehr Infos zu unseren Webinaren findest du hier:

    https://austria.socialimpactaward.net/workshops/ 

     

    Außerdem haben wir dir alle wichtigen Fragen rund um die Adaptierungen des Programms des Social Impact Award hier zusammengestellt:

    https://austria.socialimpactaward.net/faq-sia-covid19/ 

     

     

    Weiterführende Links und Tipps

    • Erste-Hilfe-Ideen für lokale Unternehmen & NGOs in Corona Zeiten: SETups First Aid Programm bietet ein gemeinsames Brainstorming von Unternehmen und Studierenden → Infos und Anmeldung: https://www.setup.or.at/angebote
  • Aufgewacht und ausgeträumt! Erweckt den Social Entrepreneur in euch – beim Social Impact Weekend Wien!

    (English version below)

    Kurz nach dem Kick-Off 2020 am 5. März, ein erster leiser Weckruf unsererseits, startete das erste Social Impact Weekend des Jahres  am 6. und 7. März an der Wirtschaftsuniversität Wien und erweckte den Traum vom Social Entrepreneurship zum Leben.

    Und so sah das aus…

     

    Ideas for Change

    „Wer glaubt, dass die Welt perfekt ist?“
    „Wer arbeitet gerne kreativ & treibt eigene Ideen voran?“
    „Wer arbeitet in einem Sozialunternehmen oder hat schon ein Social Business gegründet?“

     

    Um diese Fragen zu beantworten, wurden die Teilnehmer*innen des Social Impact Weekends gebeten, einen Platz im Raum zu wählen, um so ihre Antwort zu teilen. 

    Hinsichtlich der ersten beiden Fragen tauchten einige Unsicherheiten auf.
    Denn:
    Was ist eigentlich Social Entrepreneurship?
    Diese konnten im Verlauf des Workshops glücklicherweise beseitigt werden. So zeigte sich, dass es neben einigen Neulingen auch einige Teilnehmer*innen dabei waren, die bereits Erfahrung in diesem Bereich hatten. Eines hatten jedoch alle gemeinsam: Sie waren dort, um mehr zu erfahren!

    Hinsichtlich der dritten Frage waren sich aber alle Workshop-Teilnehmer*innen einig:
    Ja, es besteht Änderungsbedarf in dieser Welt und ja, genau deshalb ist Social Entrepreneurship so wichtig! 

     

    Creating Social Impact & Social Business Lab

    Das ist auch der Grund, weshalb am zweiten Tag des Social Impact Weekends versucht wird, die Teilnehmer*innen und ihre Ideen zu fördern.

    Um die entwickelten Idee zu konkretisieren wurden wertvolle Informationen und Ressourcen geteilt, aber auch die Inspiration durch die lebensverändernden Ideen von Sozialunternehmer*innen aus aller Welt, wie beispielsweise Muhammad Yunus, genutzt. Schließlich ist es nicht einfach, eine grobe Projektidee dann auch wirklich in die Praxis umzusetzen.

    Der Social Impact Award bietet deshalb die perfekte Möglichkeit, um sich die nötige Unterstützung zu holen!

     

    Aber: Wie geht es weiter?

    Trotz und gerade aufgrund der herausfordernden Situation, rund um das Corona-Virus, werden wir weiterhin zum Thema Social Entrepreneurship informieren und ein breites Bildungsprogramm online anbieten.
    Mehr Infos zu unseren Webinaren findest du hier:
    https://austria.socialimpactaward.net/workshops/

    Außerdem haben wir dir alle wichtigen Fragen rund um die Adaptierungen des Programms des Social Impact Award hier zusammengestellt:
    https://austria.socialimpactaward.net/faq-sia-covid19/ 

     

    Wake up and dream! Awaken the Social Entrepreneur in you – at the Social Impact Weekend Vienna!

     

    Shortly after the Kick-Off 2020 on March 5th, a first silent wake-up call on our part, the first Social Impact Weekend of the year started on March 6th and 7th at the Vienna University of Economics and Business Administration and brought the dream of Social Entrepreneurship to life.
    And this is what it looked like…

     

    Ideas for Change

    „Who thinks the world is perfect?“
    „Who likes to work creatively & advance their own ideas?“
    „Who works in a social enterprise or has already started a social business?“

     

    To answer these questions, participants of the Social Impact Weekend were asked to choose a place in the room to share their answers. 

    With regard to the first two questions, some uncertainties arose.
    Because: What is Social Entrepreneurship actually?
    Fortunately, these could be eliminated in the course of the workshop. So it turned out that there were some newcomers, but also some participants* who already had experience. But they all had one thing in common: They were there to learn more!

    Regarding the third question, however, everyone was in agreement.
    Yes, there is a need for change in this world and yes, that is exactly why social entrepreneurship is so important!  

     

    Creating Impact & Social Business Lab

    This is also the reason why the second day of the Social Impact Weekend tries to promote the participants* and their ideas.

    Valuable information and resources were shared to give concrete form to the idea developed, but also inspiration from the life-changing ideas of social entrepreneurs from all over the world, such as Muhammad Yunus. After all, it is not easy to put a rough project idea into practice.

    The Social Impact Award therefore offers the perfect opportunity to get the necessary support!

     

    But: What’s next?

     Despite and especially because of the challenging situation surrounding the corona virus, we will continue to provide information on the topic of social entrepreneurship and offer a broad educational program online.
    More information about our webinars here:
    https://austria.socialimpactaward.net/workshops/

    In addition, we have compiled all the important questions about the adaptations of the Social Impact Award programme for you here:
    https://austria.socialimpactaward.net/faq-sia-covid19/ 

     

  • SIA Kick-Off 2020: Der Startschuss ist abgefeuert!

    Am 5. März war es endlich wieder soweit – Das SIA Jahr 2020 wurde offiziell eröffnet. Und neben einer ausgiebigen Feier war unser Ziel natürlich eins: Viele junge Menschen für Social Entrepreneurship und den SIA begeistern.

    Wie wir das schaffen wollten?

    Unser „Geheimrezept“ lag in der Kombination aus gemütlichem Kennenlernen von Interessierten, Alumni und SIA Team und spannenden Präsentationen erfahrener Social Entrepreneurs.

    So erzählte uns Peter Vandor, der Gründer des SIA, warum er den SIA ins Leben gerufen hat, wie Alumni heute noch wichtiger Bestandteil der SIA Community sind und, was das für die Social Entrepreneurs der Zukunft bedeutet.

    Genau diese Alumni und Founder konnte man dann auch beim „Meet-the-founders“ selbst kennenlernen, ihnen Fragen stellen und sich von deren Motivation anstecken und zur eigenen Projektgründung inspirieren lassen.

    Und auch Jakob Detering, der Direktor des SIA, wies auf die wichtige Arbeit von Social Entrepreneurs hin, gab all jenen, die mit dem Gedanken spielen, ein eigenes Sozialunternehmen zu gründen Tipps mit auf den Weg. 

    Alle, deren Interesse geweckt wurde, hatten jetzt auch die Chance, selbst ins Träumen zu geraten und Teil dieser Zukunft des Social Entrepreneurship zu werden. Deshalb wurden auch die wichtigsten Fragen besprochen, die zukünftige SIA Finalists sich stellen. Also auch, wie, wo und wann man einreichen kann (WICHTIG: bis 30. April auf unserer Plattform!).

    Und für all jene, die das Kick-Off leider verpasst haben, aber dennoch beim SIA mitmachen und ihn kennenlernen wollen, gibt es die Möglichkeit, einen unserer Workshops zu besuchen.

    Wir freuen uns auf euch!

     

     

  • Die besten Social Start-ups Österreichs ausgezeichnet

    Die Zukunft sozialer Innovationen in Österreich ist jung, selbstbewusst und sehr vielfältig, das wurde bei der Award Ceremony 2019 des Social Impact Awards deutlich. Die fünf Social Start-ups sind nach einem Jahr als die besten jungen Sozialunternehmen aus ganz Österreich ausgewählt und mit den Social Impact Awards 2019 ausgezeichnet worden.

    Mit Konfetti und unter tosendem Applaus wurden sie eins nach dem anderen verkündet – die Gewinner-Projekte des Social Impact Award (SIA) 2019: Vienna Hobby Lobby, Lenkerbande, frida, hinter-land und kunterbunt. Alle fünf jungen Sozialunternehmen haben bereits eine längere Reise hinter sich. Nach dem Start des Social Impact Awards Programms im März, nahmen die jungen Entrepreneurs im Frühjahr an Workshops und Events des SIA teil um ihren Ideen und Start-ups zu entwickeln. Anschließend setzten sich zehn Projekte als die Finalisten unter den knapp 60 eingereichten Projekten und Ideen für soziale Unternehmen durch. Diese zehn aussichtsreichsten Anwärter auf einen Social Impact Award durften sich bereits über intensives Mentoring, Zugang zu einem Expert_innen Netzwerk, sowie über eine von der HOFER KG im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsinitiative „Projekt 2020“ gestiftete finanzielle Starthilfe freuen. Den gesamten Sommer verbrachten die Teams anschließend nicht etwa mit Urlaub, sondern mit der Arbeit an ihren sozialen Start-ups um mit der Unterstützung durch das Inkubationsprogramm des SIA ihre Social Start-ups voranzubringen.

    Am 3. Oktober war es jetzt soweit, die 14-köpfige Jury hatte die Qual der Wahl und musste sich entscheiden. Basierend auf einem Pitch der Start-ups, einer kurzen Frage und Antwort Session und einer Einschätzung der Mentor_innen, wurden die vier besten Projekte ausgewählt. Das fünfte Gewinner-Team jedoch wurde nicht etwa von einer kleinen Jury ausgewählt, sondern hier konnten alle Interessierten mitbestimmen. Denn das Gewinner-Projekt des Community Award, kunterbunt wurde zuvor bei einer Abstimmung im Internet aus über 2600 Stimmen aus den zehn Finalisten ausgewählt.

    Dank der Unterstützung von HOFER winkt allen fünf ausgezeichneten Teams jetzt ein Preisgeld in Höhe von insgesamt 14.000 Euro. Neben dem Preisgeld winkt den Gewinnern auch eine Teilnahme am SIA Summit in Kiew Anfang Dezember. Dort kommen alle Gewinner-Projekte des Social Impact Awards aus circa zwanzig Ländern und drei Kontinenten zusammen, vernetzen sich und arbeiten gemeinsam an ihren Fähigkeiten ihre Projekte zu den zukünftigen Leuchttürmen sozialer Innovation auszubauen. Zudem gibt es für alle Gewinner-Teams die Möglichkeit kostenlos an Workshops rund um das Thema Marketing von PRIME MOVERS teilzunehmen.

    Vienna Hobby Lobby – Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien haben keinen Zugang zu einem ausgeglichenen und sinnvollen Freizeitprogramm​, ​da das bestehende Angebot sehr teuer ist. Das trifft vor allem die 300.000 armutsgefährdeten Jugendlichen in Österreich. Freizeitgestaltung darf in unserer Gesellschaft kein Privileg sein. Wir, die Vienna Hobby Lobby bieten deshalb kostenlose Freizeitkurse an, die soziale Kompetenzen aufbauen. Wir wollen den Jugendlichen ermöglichen, ihre Potenziale zu entdecken.

    frida – Die staatlich finanzierte unabhängige Rechtsberatung im Flüchtlingsbereich steht vor dem Aus. Wir glauben an die Menschenrechte und wollen zu ihrer qualitativen Durchsetzung tatkräftig beitragen. Wir von frida sind ein motiviertes Team aus Juristen und Juristinnen sowie Dolmetschenden, wir helfen und beraten Geflüchtete und Migrant*innen kostenlos.

    Lenkerbande – Die Lenkerbande kümmert sich um Fahrräder und Menschen, die bei den meisten Fahrradshops zu kurz kommen. Wir reparieren, recyclen und verschenken Fahrräder und bieten außerdem Hilfe zur Selbsthilfe in aktuell drei Werkstätten in Wien. Damit ermöglichen wir sozial schwachen Personen nachhaltige und individuelle Mobilität.

    hinter-land – hinter–land ist ein interaktiver Audioguide, der zukunftsorientierten Initiativen in ländlichen Räumen eine Stimme gibt und so ein neues Bild vom Land jenseits von Schrumpfung und romantischer Idylle vermittelt. Die lokal Engagierten erzählen selbst von ihren Motivationen und Visionen, von Hindernissen und Erfolgen – die EntdeckerInnen, ob einheimisch oder TouristIn, hören die Geschichten über ihr Smartphone und können ihre eigenen Ideen einbringen.

    kunterbunt – Landwirte produzieren regelmäßig eine Fülle an wertvollem Gemüse und Früchten, von welchen jedoch nur ein kleiner Anteil tatsächlich ins Regal im Supermarkt kommt. Der Grund dafür ist, dass diese Lebensmittel meist nicht den optischen Maßstäben entsprechen, das heißt sie sind womöglich zu klein, zu groß oder einfach nicht schön genug. Wir sind kunterbunt und wir wollen diesem wertvollen Gemüse und Früchten eine zweite Chance geben, indem wir sie direkt vom Landwirten oder von Sortierbetrieben abholen und sie als günstige, regionale und nachhaltige Kunterbuntkiste an den Endkonsumenten liefern.

  • Interview mit SozialPod (Finalist 2019)

    Der Sozial.Pod greift die unglaublich (aber definitiv nicht ausreichend beleuchtete) vielfältige Soziale Landschaft Wiens in Form eines Podcasts auf und erstellt so eine soziale Plattform auf welcher NGO’s, soziale Institutionen und Individuen zu Wort kommen.

     

    Wie kam euch die Idee und was machst du/ihr genau?
    Obdachlosigkeit, Arbeitslosigkeit und Armut sind alles Themen die in meinem Studium (Sozialarbeit an der FH) zwar behandelt wurden, welchen aber außerhalb der “Sozialarbeits-Bubble” definitiv nicht genug Aufmerksamkeit geschenkt wird. So ist mir die Idee nach meinem Studium, diese Bandbreite von sozialen Themen durch das Medium Podcast diskutierbarer und dadurch gleichzeitig zugänglicher zu machen, gekommen. Denn Menschen wissen so wenig über das Schicksal und den Lebensgeschichten ihrer Mitmenschen: der Podcast und die Website in welcher der Podcast integriert ist hat es sich deswegen zur Aufgabe gemacht eine soziale Plattform ins Leben zu rufen auf welcher man sich austauschen, bilden und direkt von der Quelle über gesellschaft prägende Themen zu lernen kann.

    Wer sind deine Role Models?
    Schnitttechnisch sind meine Role Models definitv Renata Schmidkunst von Ö1 “Das Gespräch” und Elisabeth Scharang von dem FM4 Format “Doppelzimmer”. Selber höre ich gerne den Falter Podcast und den “Grosse Töchter” Podcast von und gleichzeitig mit Beatrice Frasl. Von Elisabteh T. Spira (Liebesgschichten und Heiratssachen) bin auch noch ein grosser Fan!

    Was bereitet dir im Moment schlaflose Nächte?
    (lacht) Nur wenn ich zu viel Kaffee trinke und dann nicht einschlafen kann weil ich in so einem Ideenwahn bin. Dann muss ich so lange wie möglich diese produktive Phase ausnutzen und dann natürlich ja nicht einschlafen!

    Wie schafft ihr euch als Team Ausgleich?
    Seit kurzem ist auch Helena, eine Studienkollegin und mittlerweile gute Freundin in meinem Team und ich muss ehrlich sagen, da wir so einen ähnlichen Ansatz betreffend der Vision und sogar den gleichen Humor haben schaffen wir uns tatsächlich einfach durch Zusammensein Ausgleich. Manchmal kann ich sogar nicht glauben dass es so reibungslos läuft!

    Welchen Impact hat euer Projekt auf dessen Umfeld?
    Definitiv kreiert der Podcast eine Form von Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung triggernder Themen die eine kognitive Dissonanz hervorrufen und daher lieber verdrängt werden als darüber nachzudenken. Uns ist nicht bewusst dass Armut und Obdachlosigkeit jedem von uns passieren kann ohne das viel passiert, daher braucht es meiner Meinung ganz generell andere Haltung gegenüber diesen wichtigen Fragen. Ein anderer wichtiger durch den Podcast hervorgerufener Impact: Empowerment. Eine der Ziele des Podcasts ist es eine Vielfalt von Menschen zu inkludieren und Werte wie Achtung, Respekt weitergeben.

    Was ist deine Lieblingspodcastfolge?
    Meine absolute Lieblingspodcastfolge ist eine Folge von FM4 “Doppelzimmer” mit österreichischen Schriftsteller Michael Köhlmaier. Michael Köhlmaier selber in einer Podcastfolge haben zu können, wäre natürlich der absolute Wahnsinn!

    Warum ein Podcast?
    Da das Medium eine große Masse ansprechen sollte und gleichzeitig auch sensibilisieren sollte eignet sich ein Podcast perfekt dafür. Die große Vision für das Projekt wäre es aber eine sozial Plattform zu erstellen auf welcher sich Menschen mit allen möglichen Hintergründen austauschen und auch voneinander lernen können.

     

  • Interview mit frida (Finalist 2019)

    FRIDA bietet kostenlose juristische Hilfe für Asylsuchende und Menschen in Not an und bietet zwei wöchentliche Beratungsstunden an, bei welchen immer Dolmetscher anwesend sind und helfen so beispielsweise bei der Ausstellung von Aufenthaltstiteln.

    Wie kam euch die Idee und was macht ihr genau?
    Wir sind bereits seit Jahren im asyl- und fremdenrechtlichen Bereich beratend tätig und konnten daher schon länger beobachten, dass es ständig Bedarf an fachlich kompetenter, unabhängiger rechtlicher Hilfe gibt. Zwar existieren Organisationen, die diese Aufgabe im staatlichen Auftrag wahrnehmen, jedoch sind hierbei einerseits große Qualitätsunterschiede zu beobachten und besteht andererseits hohe Nachfrage nach staatlich unabhängiger Unterstützung. Nicht zu vergessen ist zudem, dass der Andrang sehr hoch, die Verfahren kompliziert und die Anlaufstellen zu wenige sind. Als die (erfreulicherweise: Ex-)Regierung schlussendlich die Schaffung der BBU („Bundesbetreuungsagentur“) ab 2021 beschloss, welche u.a. auch eine staatliche Einrichtung zur rechtlichen Beratung Geflüchteter vorsieht, stand für uns fest, dass es eine neue, unabhängige NGO braucht, die hier eine qualitative Alternative bieten kann.
    Ein zweites Bedürfnis, das wir verorten konnten, ist die Schaffung einer einheitlichen Anlaufstelle für Geflüchtete, aber auch Migrant*innen und deren Familienangehörige. Eine solche existiert in Wien nicht, bringt für Betroffene jedoch große Vorteile: So können sich Personen jeden Aufenthaltsstatus in rechtlichen Fragen an uns wenden und erhalten direkt Auskunft und Unterstützung, ohne an verschiedene Stellen weiterverwiesen zu werden.
    Unsere Tätigkeit besteht in offenen Beratungsabenden, die derzeit zweimal monatlich stattfinden. Abende deshalb, da die meisten Beratungsstellen untertags geöffnet haben, und wir hier eine Erleichterung für berufstätige Klient*innen schaffen möchten. Zu diesen sind jeweils mindestens 4 Berater*innen anwesend, die über ausreichend Erfahrung verfügen und somit kompetente Beratung leisten können. Unterstützt werden diese von einem Dolmetsch-Team, mit dessen Hilfe wir (je nach Bedarf) Beratung in den Sprachen Dari/Farsi, Arabisch, Russisch, Paschtu, Armenisch und Französisch anbieten können. Personen können an diesen Abenden ohne Voranmeldung kommen und erhalten eine Erstabklärung. Besteht Folgearbeit oder Bedarf an einem ausführlicheren Gespräch, wird ein zusätzlicher Einzeltermin vereinbart.

    Wer sind eure role models?
    Als Role Model können wir etwa Ute Bock nennen, die einen Großteil ihres Lebens, das leider vergangenes Jahr ein Ende nahm, voll und ganz der bedingungslosen Unterstützung geflüchteter Menschen in allen Lebenslagen widmete. In juristischer Hinsicht haben wir selbstverständlich ebenfalls einige Vorbilder – nennenswert ist etwa das Kollektiv der Menschenrechtsanwälte, welches vor ein paar Monaten die EU und ihre Mitgliedstaaten beim Internationalen Strafgerichtshof infolge des Massensterbens im Mittelmeer wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit anklagte. Wir sehen darin ein starkes Zeichen des Protests, dessen Setzung in Zeiten wie diesen einiges an Mut erfordert.

    Was bereitet euch im Moment schlaflose Nächte?
    Schlaflose Nächte bereitet uns derzeit einerseits die finanzielle Absicherung unseres Vereins und andererseits die Schaffung einer nachhaltigen Arbeitsstruktur. Wir sind als Verein noch sehr jung und relativ klein, tragen aber durch unseren Kick-Off, der sich schneller verbreitete als erwartet, bereits einiges an Verantwortung für unsere Klient*innen. Es besteht daher natürlich Druck, nebenher neue Teammitglieder zu gewinnen, um eine möglichst nachhaltige Beratungsstruktur gewährleisten zu können. Aktuell träumen wir noch von einem Büro, das nur uns gehört, und dem Luxus, unsere Mitarbeiter*innen eines Tages einen wohlverdienten Lohn bieten zu können. In dieser Hinsicht arbeiten wir fleißig mit unserem Mentor zusammen und nutzen das wertvolle Angebot, das uns der SIA zur Verfügung stellt.

    Wie schafft ihr euch als Team einen Ausgleich?
    Wir kennen einander bereits eine Weile und sind auch über unser Projekt hinaus befreundet. Als Ausgleich zur professionellen Tätigkeit treffen wir uns auch gelegentlich privat, wobei wir versuchen, nicht über frida zu sprechen (was uns natürlich nicht immer gelingt ;)).
    Die Arbeit, die wir leisten, bringt viel Verantwortung mit sich und kann teilweise hoch belastend sein. Um diese also langfristig qualitativ erbringen zu können, nebenbei organisatorische und finanzielle Aufgaben wahrzunehmen und eine ausgewogene Work-Life-Balance zu halten, ist ein Ausgleich besonders wichtig. Wir haben daher als Teammitglieder immer ein Auge aufeinander, achten auf eine ausgewogene Arbeitsteilung und greifen einander unter die Arme, wenn es jemandem einmal zu viel wird.

    Welchen Impact hat euer Projekt auf dessen Umfeld?
    Fridas Impact zeigt sich in erster Linie bei unseren Klient*innen: die Nachfrage an kostenloser, kompetenter und staatlich unabhängiger Rechtsberatung ist groß, das bisher bestehende Angebot nicht ausreichend. Alle Personen, die bei frida tätig sind, tun dies aus Überzeugung und mit Leidenschaft, was garantiert, dass jede hilfesuchende Person mit ihrem Anliegen ernst genommen und respektvoll behandelt wird und die bestmögliche Unterstützung erhält. Das ist leider bei weitem nicht so selbstverständlich, wie es eigentlich sein sollte. Hinzu kommt das Angebot, asyl- und fremdenrechtliche Beratung in Einem zu erhalten. Betroffene benötigen häufig Unterstützung in beiden Bereichen und es ist daher für sie vorteilhaft, diese an einer Adresse zu erhalten.
    Im weiteren Sinn wirkt frida auch entlastend für bestehende Beratungsstellen. Die meisten Stellen sind hoffnungslos überlaufen, müssen immer wieder Personen mit ihren Anliegen abweisen oder grundsätzliche Aufnahmepausen einlegen. Wir erhielten daher äußerst positives Feedback auch von Seiten anderer Anlaufstellen und sind froh über die Zusammenarbeit, die sich so rasch entwickelte.

    Verliert ihr während eurer Arbeit manchmal den Glauben an das Österreichische Sozialsystem?
    Das österreichische Sozialsystem bedenkt einen nur, solange man sich innerhalb des „Systems“ bewegt und auch dann sieht es – etwa im Bereich der Mindestsicherung – Benachteiligungen vor, die das alltägliche Leben, jedoch auch die gesellschaftliche und arbeitsmarktliche Integration massiv beeinträchtigen. Die zuletzt beschlossenen Änderungen die Mindestsicherung betreffend sind unserer Ansicht nach zudem rechtswidrig.

    Kaum jemand spricht von jenen Menschen, die „illegalisiert“ in Österreich leben und die in Folge vom „System“ ausgespuckt wurden. Für sie interessiert sich die Politik nicht und damit auch nicht das österreichische Sozialsystem. Ohne jegliche Sozialhilfe, ausreichende Schlafplätze oder Anknüpfungsmöglichkeiten ist es diesen Menschen nicht möglich, in ihr altes Leben und damit auf den Radar des österreichischen Sozialsystems zurückzufinden. Insbesondere durch die Entscheidungspraxis des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl, aber auch letztlich durch jene des Bundesverwaltungsgerichts produziert dieses „System“ seit Monaten und Jahren solcherart „illegalisierte“ Menschen. Mag es ihnen mithilfe den von einem Rechtsstaat wie Österreich vorgesehenen Mitteln in der Theorie gelingen können, sich zur Wehr zu setzen, werden sie in der Zwischenzeit vom österreichischen Sozialsystem im Stich gelassen, was oft dazu führt, dass ein Leben in Österreich bis zur Entscheidung der Höchstgerichte für die Betroffenen schlicht unfinanzierbar wird.

    Fühlt ihr euch manchmal überfordert? (Also könnt ihr überhaupt allen Anfragen nachkommen?)
    Diese Frage lässt sich klar bejahen. Wir mussten uns bereits zu Beginn darauf verständigen, gewisse Anfragen bzw. konkrete Anliegen nicht anzunehmen, um einer vorzeitigen Überforderung des Teams vorzubeugen. Dringendstes Beispiel ist die Vertretung vor dem Bundesverwaltungsgericht. Hier besteht eine nicht zu unterschätzende Nachfrage nach staatlich unabhängiger Rechtsvertretung, zu deren Gewährleistung wir gerne beitragen würden.
    Ansonsten geben wir uns große Mühe, alle Anfragen zu bearbeiten und für eine ausgewogene Arbeitslast innerhalb des Teams zu sorgen und durch ständigen Austausch Überlastung bestmöglich vorzubeugen.

  • Interview mit kunterbunt (Finalist 2019)

    Beim Start-Up “Kunterbunt” zählen nur die inneren Werte: Gemüse das nicht den handelsüblichen Normen entspricht wird direkt bei den Bio-Landwirten abgekauft und dann in Gemüse-Kisten an ihre Endkunden geliefert wird. Dies geschieht alles mit einem klaren Ziel: Lebensmittelverschwendung in Österreich zu reduzieren.

     

    Wie kam euch die Idee und was macht ihr genau?
    Uns war von Anfang an klar, dass wir uns gegen die Lebensmittelverschwendung beziehungsweise den Lebensmittelverlust in Österreich engagieren wollen. Dabei haben wir die Wertschöpfungskette der Lebensmittelproduktion analysiert und uns angeschaut, wo wir den größten Impact erreichen können. Da ein großer Teil der Lebensmittel gar nicht den Supermarkt erreicht, war uns klar, dass wir hier den Hebel ansetzen wollen.
    Daher beziehen wir von Bio_Landwirten Lebensmittel, die aufgrund bestehender Normen nicht in den Supermärkten verkauft werden können und in der Biogasanlage landen würden. Diese Lebensmittel bieten wir dem Endkonsumenten*innen direkt an: so sind wir nachhaltiger und ökologischer als der herkömmliche Handel.

    Wer sind eure Role Models?
    Unsere Vorbilder für dieses Projekt sind Entrepreneure, die mit ihren Lösungen die Lebensmittelverschwendung und den Lebensmittelverlust bereits signifikant reduzieren. In diesem Bereich gibt es zum Glück immer mehr Vorbilder, die das erreichen und uns ermutigen, weiter für unsere Vision zu kämpfen.

    Was bereitet euch im Moment schlaflose Nächte?
    Unsere größte Herausforderung ist die Suche nach dem passendsten Business Modell, um unseren Kunden die beste Lösung anbieten zu können.

    Wie schafft ihr euch als Team Ausgleich?
    Nach langen Tagen oder kopfzerbrechenden Herausforderungen schaffen wir am besten mit Sport Ausgleich, um einen frischen Kopf zu bekommen. Daneben macht es uns sehr viel Spaß (gerettetes Gemüse) zu kochen und gemeinsam mit Freunden zu genießen.

    Welchen Impact hat euer Projekt auf dessen Umfeld?
    Wir hoffen, dass wir mit unserem Projekt ein Umdenken anstoßen können. Unser Anspruch geht über den Vertrieb von krummen Obst und Gemüse hinaus: Wir wollen ein alternatives Konzept zum bestehenden Lebensmittelhandel anbieten.

    Auch immer mehr Grossverteiler bringen krummes Gemüse in den Handel, was macht euch besonders?
    Bei unserer Recherche haben wir erkannt, dass viele Großverteiler den Verkauf von krummen Obst und Gemüse eher als neues Geschäftsmodell zur Profitmaximierung sehen, als die bestehenden Prozesse im Lebensmittehandel nachhaltig zu verändern. Wir verfolgen einen gesamtheitlichen Ansatz, in dem wir denen am Projekt teilnehmenden Landwirten keine strengen Vorschriften auferlegen.

    Warum wurde schon nicht viel früher damit begonnen krummes Gemüse in den Handel zu bringen?
    Wir glauben, dass Konsumenten durch das aktuelle Umfeld bestehende Prozesse vermehrt überdenken. Bio ist heutzutage als Schlagwort im Lebensmittelbereich allgegenwärtig, allerdings ist Bio nicht automatisch die nachhaltigste Variante. Wir sind der festen Überzeugung, damit eine Lösung gefunden zu haben, den Konsumenten biologisch, nachhaltige Lebensmittel anbieten zu können.

     

  • Interview mit Lenkerbande (Finalist 2019)

    Unter dem Motto: “Räder für Alle” verbindet das Projekt Lenkerbande ihre Liebe zu Fahrrädern und sozialem Engagement und repariert zusammen mit Menschen aus allen Hintergründen Fahrrädern und kreieren so ganz nebenbei eine Community, von welchen es in der Stadt Wien definitiv noch nicht zur Genüge gibt.

    Wie kam euch die Idee und was macht ihr genau?
    Wir möchten gemeinsam mit sozial benachteiligten Personen Fahrräder reparieren und diese anschließend verschenken oder (günstig) verkaufen. Gleichzeitig bieten wir so mit einer Community aus freiwilligen Fahrradbegeisterten einen niederschwelligen Zugang zu Fahrradreparatur-Infrastruktur für alle. Unser Ziel ist es, so vielen Leuten wie möglich einen günstigen Zugang zu einem Fahrrad zu bieten und dadurch ihre Mobilität und ihre gesellschaftliche Teilhabe zu fördern.
    Mit unserem Vorgängerprojekt “IntegRADsion” haben wir schon 2015 gemeinsam mit Geflüchteten Fahrräder repariert und dabei gelernt, dass es kaum Möglichkeiten gibt, sich ein gutes, günstiges Fahrrad zu kaufen. Außerdem lernten wir, dass viele Kunden nicht nach dem neuesten Rad suchen sondern nach einem zuverlässigen Fortbewegungsmittel dass sie sicher durch den Alltag bringt. Diese Lücke schließen wir: Wir retten Fahrräder vor der Schrottpresse und machen sie wieder fahrbereit und bieten Workshops an, bei denen unter der Anleitung von Profis Räder selbst repariert werden können.

    Wer sind deine Role Models?
    Menschen die sich nicht mit bestehenden Strukturen zufrieden geben, sondern aktiv daran arbeiten Alternativen aufzuzeigen und diese auch zu leben und Menschen die das Wohlergehen unseres Planeten und seiner Bewohner fördern. Ganz konkret gibt es viele Nationale aber auch Internationale Vorzeigeprojekte die zeigen, dass diese Probleme keine lokalen Besonderheiten, sondern grobe Missstände im wirtschaftlichen System sind. Es gibt viele Wiener Initiativen die seit Jahren erfolgreich niederschwellige Möglichkeiten zur Selbsthilfe bieten, deren Angebot aber bei Weitem nicht den Bedarf deckt. Der Impact dieser Projekte auf die Wiener Fahrradkultur und Verkehrssicherheit ist vielen Entscheidungsträgern nicht bewusst. Es gibt bereits bestehende Initiativen die aufzeigen dass ein Fahrrad nie vollständig kaputt sind, sondern nur einzelne Teile davon.
    Wir möchten uns hiermit bei Bike Kitchen, WUK und Flickerei für ihr Jahrelanges Engagement und die Inspiration bedanken. Darüber hinaus gibt es Initiativen, die aufzeigen dass nie ein Fahrrad kaputt ist, sondern höchstens einzelne Teile davon. Sie bieten leistbare Reparaturen wenn diese nötig sind anstatt sofort ein neues Fahrrad zu verkaufen. Wir empfehlen allen, sich mit ihren Fahrradproblemen an das Wiener Radhaus und das Radlheim Fünfhaus zu wenden.

    Was bereitet dir im Moment schlaflose Nächte?
    Passt schon.

    Wie schafft ihr euch als Team Ausgleich?
    Autobahn. 140kmh.

    Wie genau ist das Reparieren von Fahrrädern ein Soziales Projekt?
    Die soziale und ökologische Verantwortung übernehmen wir in unserem Projekt auf mehreren Ebenen: In unseren Selbsthilfewerkstätten stehen Selbstermächtigung und die Gemeinschaft gleichermaßen im Fokus. Personen unterschiedlicher Backgrounds erklären, zeigen vor und geben ihr Wissen weiter. Fahrradbastler die sonst alleine zuhause oder im Keller arbeiten würden oder gar nicht arbeiten dürfen, finden sozialen Anschluss, austausch mit gleichgesinnten und übernehmen Verantwortung in selbstverwalteten Räumen. Wir bieten einen Rahmen, der Menschen aus oftmals schwierigen Verhältnissen eine Struktur im Alltag gibt und ihnen die seltene Möglichkeit bietet sich Anerkennung und Wertschätzung zu erarbeiten. Wer ein Problem mit seinem Fahrrad hat und sich selbst keine mechanische Fertigkeit zutraut, ist oft überrascht wie einfach viele Reparaturen durchzuführen sind, also learning by doing kombiniert mit Hilfe zur Selbsthilfe. Ein Fahrrad das nicht mehr benötigt wird oder Selbst nicht repariert werden kann und ansonsten am Schrottplatz landen würden, bekommt bei uns noch eine weitere Chance. Die Räder werden Teil einer lokalen, ökosozialen Wertschöpfungskette, sparen Ressourcen und ermöglichen sozial schwachen Personen einen einfachen und günstigen Zugang zu selbstbestimmter Mobilität. Das ist gut für die Umwelt und das gesellschaftliche Miteinander.

    Ihr lehrt Menschen ihre eigenen Fahrräder zu reparieren, ist denn überhaupt jeder fähig dazu?
    Für eine erfolgreiche Vermittlung von Wissen ist natürlich ein grundsätzliches Interesse und etwas Geduld Voraussetzung. Es geht nicht darum, jede_n zum Profi-Mechaniker zu machen, sondern darum die Berührungsängste abzubauen. Die Fertigkeiten für kleine Einstellarbeiten beim eigenen Fahrrad können wirklich jedem vermittelt werden. Durch die Arbeit am eigenen Rad lernen es die Menschen neu kennen und bauen eine neue Art von Beziehung dazu auf. Durch das selber Tun ändert sich aber hoffentlich auch die Art wie die Menschen mit anderen Herausforderungen des Alltags umgehen.