• Interview mit thebloomingproject (Finalist 2021)

    Mit nachhaltigen Blumensträußen und Blumen möchte thebloomingproject Verantwortung für die Umwelt und Gesellschaft übernehmen und für eine grüne Zukunft kämpfen.

    Wie kam euch die Idee und was macht ihr genau?

    Hinter „thebloomingproject“ steckt genau das, was der Name vermuten lässt: Ein Projekt mit Blumen! Dabei geht es nicht um irgendwelche Blumen: Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, regionale, saisonale und biologisch angebaute Schnittblumen anzubieten und das nach dem Vorbild der Slowflower-Bewegung. Damit wollen wir eine Alternative zum konventionellen Schnittblumenangebot schaffen. Unsere Vision: Nachhaltigkeit gemeinsam aufblühen lassen. Teil des Geschäftsmodells sind Kooperationen, aus denen wundervolle Synergien entstehen können: Wir wollen mit Landwirt*innen, Imker*innen und Florist*innen zusammenarbeiten und zwar auf eine faire Weise, von der alle profitieren können.  

    Wir möchten mehr Transparenz ins Schnittblumengeschäft bringen und den Anbau wieder in unsere Region verlagern – denn Schnittblumen können durchaus in unseren Breiten kultiviert werden. So erhoffen wir uns außerdem, die Artenvielfalt zu fördern und wieder mehr Insekten auf die heimischen Felder zu bekommen.  

    Zur Idee des bloomingprojects kam es im Zuge einer Recherche für nachhaltige Blumensträuße, die im Unverpackt-Laden „Der Greißler“ angeboten werden sollten. Bei der Recherche merkte Hannah schnell, dass es gar nicht so leicht ist, regionale, saisonale Blumensträuße zu bekommen, bei denen auf nachhaltigen Anbau und Verarbeitung geachtet wird. Viele Flowerfarmer*innen verwenden konventionelles Saatgut, spritzen mit Pestiziden und düngern mit giftigen Stoffen. Im Bereich der Floristik ist es leider oft so, dass die Florist*innen gar nicht wissen, woher ihr Material kommt, unter welchen Bedingungen es angebaut wurde und welchen Transportweg es hinter sich hat. Und auch bei den Materialien, die rund um das Arrangieren von Sträußen und Gestecken verwendet werden, wird momentan noch wenig auf Nachhaltigkeit geachtet. 

    Was bereitet euch im Moment schlaflose Nächte?

    Im Moment ist gerade Hochsaison auf unseren Feldern und alles blüht. Das heißt natürlich auch, dass wir extra viel Arbeit investieren müssen. Vor allem auch, weil diese Saison erschwerte Bedingungen herrschen: die enorme Hitze und der Mangel an Regen bieten keine optimalen Voraussetzungen für das Wachstum der Blumen. So mussten wir natürlich auch öfter zu unseren Feldern fahren, um zu Gießen, was neben unserem Studium und unseren anderen Jobs gar nicht mal so einfach war. Oft konnte das Wasser den Ansprüchen unserer Blumen nicht gerecht werden, weshalb wir auch dringend nach einer Lösung für die Bewässerung suchen. 

    Die Fülle an Blumen, die uns nach den seltenen Regengüssen überrascht hat, mussten wir sofort ernten und an unsere Vertriebspartner*innen weitergeben. Derzeit ist es so, dass sich hier noch keine festen Strukturen gefestigt haben. Bei der Ernte stehen wir  immer unter Zeitdruck, denn blühen die Blumen einmal, müssen sie auch direkt verwertet werden. Organisatorisch war das in den frühen Morgenstunden zur Erntezeit oft auch eine Challenge. 

    Auch die Finanzierung unseres Unternehmens ist natürlich ein Thema, das uns immer wieder beschäftigt. Die Kosten von thebloomingproject stemmen wir derzeit noch zur Gänze durch Eigenfinanzierung, was auf lange Sicht keine Lösung ist. 

    Wie verschafft ihr euch Ausgleich?

    In gewisser Weise ist die körperliche Arbeit auf dem Feld ein Ausgleich zu der organisatorischen Arbeit im Büro. 

    Ein zusätzlicher Aspekt, der bei uns als Ausgleich dient ist, unsere Erfolge als Team gemeinsam zu feiern. Dabei lassen wir die Arbeit Arbeit sein und versuchen das Hier und Jetzt zu genießen. 

    Wir alle Drei sind gerne in der Natur und können so gut abschalten, aber auch bei einem Glas Wein nach der Arbeit entspannen wir besonders gerne.

    Welchen Impact hat euer Projekt auf euer Umfeld?

    Bis heute gibt es im konventionellen Schnittblumenanbau diverse Probleme – und nur die wenigsten wissen davon. Die Probleme sind vielfältig. Die Böden werden mit chemischen Düngern, Pestiziden und Monokulturen übermäßig strapaziert, darüber hinaus wird das Grundwasser belastet und die Artenvielfalt nimmt drastisch ab. In den Hauptanbauländern der Schnittblumen (Südafrika und -amerika) kommt zudem der zunehmende Wassermangel und die Ausbeutung der Arbeiter*innen hinzu. Die Blumen müssen entweder von weit her geflogen oder geschifft werden oder weder in beheizten Treibhäusern in den Niederlanden angebaut – so oder so eine enorme Umweltbelastung. Durch regionalen Anbau der Schnittblumen im Freiland in unmittelbarer Nähe zu den Verkaufsorten sparen wir diese Emissionen. Auf Pestizide und chemische Düngemittel verzichten wir komplett und die Blumen werden nur bei Bedarf auf natürliche Weise gegen Ungeziefer behandelt. So hoffen wir, die Artenvielfalt wieder zurück auf unsere heimischen Felder zu bringen, denn die Konsequenzen des Biodiversitätsverlustes spüren auch die Bauern: Bienen, Schmetterlinge und Co haben früher als natürliche Befruchtung ihrer Pflanzen gedient. Mittlerweile muss hier nachgeholfen werden, z. B. indem Bienenstöcke aktiv neben den Feldern aufgestellt werden. 

    Durch das Kultivieren von Blumen direkt neben den Feldern der Landwirte, mit denen wir kooperieren, wird die Artenvielfalt auf natürlichem Wege zurückgebracht!

    Doch nicht nur die Treibhausgase belasten die Umwelt, auch die großen Müllmengen werden zunehmend zum Problem: Sowohl beim Anbau, als auch beim Transport und bei der Blumenverarbeitung und -präsentation wird vor allem viel Einwegplastik eingesetzt, das wir unbedingt vermeiden! Entlang der gesamten Wertschöpfungskette achten wir darauf, so wenig Müll wie möglich zu produzieren und auf recycelte und recycelbare Materialien zu setzen.

    Wie sieht euer vollendetes Projekt aus?

    Unser Hauptziel und fester Bestandteil unseres vollendeten Projekts ist es, mit thebloomingproject ein rentables Geschäftsmodell aufzubauen, von dem wir alle leben können und somit unser Hobby zum Beruf machen. 

    Dazu ist es notwendig, die gesamte Wertschöpfungskette von Anbau, Verarbeitung bis hin zum Vertrieb abzudecken. Essentiell für die Umsetzung von thebloomingproject sind fixe Geschäftspartner. Diese ermöglichen uns, unsere Saisonen rentabel zu planen. Durch die feste Zusammenarbeit mit Florist*innen können wir zudem deren Wünsche berücksichtigen und unseren Pflanzplan teilweise nach ihren Wünschen gestalten – auch hier ist uns der Kooperationsgedanke besonders wichtig. 

    Ein weiterer Meilenstein, der zu einem vollendeten Projekt dazu gehört, sind feste Anbauflächen, die uns zur Verfügung stehen. Dieser Punkt ermöglicht uns, auch mehrjährige Pflanzen anzubauen und die Flächen langfristig zu planen und zu gestalten. Essentiell für unser Projekt sind zudem auch eine Bewässerungsanlage und ein Gewächshaus für die Vorzucht. 

    Durch die Bewässerungsanlage garantieren wir eine bestmögliche Versorgung unserer Pflanzen mit Flüssigkeit, was sich im Anschluss wieder positiv auf ihre Qualität auswirkt. 

    Das Gewächshaus erlaubt uns eine Menge an Jungpflanzen bereits im Frühjahr vorzuziehen. Durch unsere erste Saison haben wir gemerkt, dass die vorgezogenen Pflanzen viel robuster und stärker wachsen, als die direkt ausgesäten.

    Eins wissen wir jedoch heute schon: vollendet wird unser Projekt nie zu hundert Prozent sein, denn es kommen jeden Tag neue Aufgaben auf uns zu, die dazu führen, dass wir und unser Projekt über sich hinauswachsen. 

     

  • Interview mit One Meal A Day (OMAD) (Finalist 2021)

    Ein bequemes Kocherlebnis mit saisonalen, regionalen Lebensmitteln und Rezepten gepaart mit dem Wissen, wie das Gelernte in den Tag mit einbezogen werden kann – das ist das Versprechen von One Meal A Day!

    Wie kam euch die Idee und was macht ihr genau?

    Die Idee ist aus dem Bedürfnis entstanden, zu handeln. Es ist erschreckend, wie viel unsere Ernährung zum Klimawandel beiträgt. Noch erschreckender ist, wie wenig darüber geredet wird. Dabei bietet eine pflanzenbasierte Ernährung mehr Gesundheit für den Planeten sowie uns Menschen – man kann also direkt zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. 

    Was bereitet euch im Moment schlaflose Nächte?

    Seit Projektbeginn im Oktober haben wir mehr Baustellen, als Power diese zu schließen. Durch inspirierende Austausche, kommen konstant mehr dazu. Was auf der einen Seite stressig ist, treibt auf der anderen Seite an. Somit befinden wir uns aktuell vermutlich in einer produktiven und schönen Zeit, wenn auch schlaflos 😉

    Wie verschafft ihr euch Ausgleich?

    Sport und gutes Essen – und zwar bewusst und nicht mit einem Bildschirm am Tisch. Den Moment genießen und das Essen wertschätzen. Neue Energie tanken, weiter an den Schreibtisch und Abends eine Runde schwimmen. Manchmal auch schon nachmittags, dann in der Sonne, mit Freunden und einem Gespritzten in der Hand – das ist auch fein. 

    Welchen Impact hat euer Projekt auf euer Umfeld?

    Zum einen werden wir immer öfter auf OMAD angesprochen: “Wann gibts euch wieder”, “Wie läufts” und ähnliches. GLeichzeitig häufen sich die Fragen, was man tatsächlich machen kann um nachhaltiger zu Kochen. Da wir diese mit OMAD beantworten möchten, zeigt uns das, dass wir auf dem richtigen Weg sind und das treibt uns weiter an. 

    Wie sieht euer vollendetes Projekt aus?

    Vollendet im Sinne von abgeschlossen wird es wohl nie geben – dafür ist die Herausforderung Klimawandel und ungesunde Ernährung zu groß. Das nächste große Ziel ist aber der reguläre Markteintritt, sodass wir den Wiener:innen endlich dauerhaft schmackhafte Kochboxen inkl. Hintergrundwissen bieten können. Von da aus geht es daran, schrittweise mehr Menschen zu begeistern. Dadurch steigern wir deren und das Wohlbefinden des Planeten. Zudem streben wir an,  den Bildungsteil immer weiter auszubauen – auch unabhängig der Kochboxen.

  • Interview mit money:care (Finalist 2021)

    Was vor etwa einem halben Jahr mit einem YouTube-Kanal zum Thema finanzielle Bildung angefangen hat, soll in Zukunft Impact Investing für Privatanleger*innen ermöglichen – durch eine Broker-App, die finanzielle Rendite und Wirkung vereint.

    Wie kam euch die Idee und was macht ihr genau?

    Wir beschäftigen uns nun schon seit längerer Zeit mit unseren eigenen Finanzen und investieren unser Geld an der Börse. Dabei haben wir gemerkt, wie schwer zugänglich das Thema ist und wie viele Barrieren einem im Weg stehen. Die meisten wissen, dass man finanziell vorsorgen sollte, aber die wenigsten tun es tatsächlich. Gründe dafür können ganz unterschiedlich sein – sei es die Informationsflut oder auch moralische Bedenken, was die Unternehmen mit dem investierten Geld tatsächlich machen. 

    Mit money:care wollen wir genau diese Probleme angehen. Mit unserer App soll jede:r bereits mit kleinen Summen in ausgewählte Unternehmen investieren können, die sich für Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit einsetzen. Und mit Inputs über’s wirkungsvolle Investieren begleiten wir Privatanleger:innen auf ihrer Reise zu mehr finanzieller Selbstbestimmung. In unserer Broker-App setzen wir auf vollste Transparenz, damit man nachvollziehen kann, welchen Impact das eigene Geld hat. 

    Die Idee kam uns übrigens eines Nachmittags beim gemeinsamen Kaffeetrinken. Wir betreiben jedoch schon seit längerer Zeit einen gemeinsamen gleichnamigen Youtube Kanal zu dem Thema Finanzen. 

    Was bereitet euch im Moment schlaflose Nächte?

    Wir denken, dass es gute Gründe gibt, warum viele Menschen wahrscheinlich nicht gut schlafen können, von Klimawandel bis globale (Un)Gerechtigkeit. Umso wichtiger ist es jedoch, sich diesen Herausforderungen nicht einfach zu unterwerfen, sondern aktiven Wandel voranzutreiben. Wir glauben, Unternehmertum kann ein wertvolles Vehikel dafür sein. 

    Wie verschafft ihr euch Ausgleich?

    Als Paar, das gemeinsam gründet, ist das natürlich eine sehr wichtige Frage! Wir schaffen es jedoch auch sehr gut, mal nicht über money:care zu reden. Am liebsten verbringen wir gemeinsam Zeit in der Natur, sei es beim ausgedehnten Spazierengehen durch Wiens schöne Parks oder beim Besuch der Heurigen mit Freund:innen.

    Welchen Impact hat euer Projekt auf euer Umfeld?

    In unserem persönlichen Umfeld bekommen wir mit, dass das Thema Finanzen oft eher unliebsam ist. Durch unser Projekt kommen diese Themen jetzt natürlich öfter auf, was uns sehr freut. 

    Auf unsere Gründung bezogen bewirken wir, dass wir den Impact, den Unternehmen haben, aufzeigen. Dadurch wird es für dich und mich viel einfacher, die eigenen Werte an die Börse zu bringen und durch Investitionen in nachhaltige unternehmerische Visionen die SDGs mitzufinanzieren. 

    Wie sieht euer vollendetes Projekt aus?

    Unser fertiges Produkt ist eine Broker-App, also eine App über die man an der Börse investieren kann. Wir unterscheiden uns jedoch von konventionellen Broker-Apps, da wir lediglich solche Unternehmen handelbar machen, die einen positiven Impact auf die Welt haben. Außerdem werden Inhalte zur finanziellen Bildung mit eingebunden, damit Investieren auch Erstanleger:innen zugänglich gemacht wird. 

    In der konkreten Umsetzung bedeutet das, dass wir durch unsere Impact-Metrik Unternehmen ganz genau beleuchten und schauen wie deren Impact aussieht. Nur wenn dieser positiv ausfällt, kann man diese Unternehmen in unserer Broker-App handeln. Die positive Wirkung der Unternehmen muss nachweisbar und messbar sein. So sorgt man mit seinen Investitionen für die eigene Zukunft vor und behält gleichzeitig den Impact seiner Investments im Blick.

  • Interview mit MIRI (Finalist 2021)

    MIRI wird die erste pädagogisch wertvolle Streamingplattform für Kinder – erstellt von PädagogInnen und mit Inhalten, die sie unterhalten und gleichzeitig in Ihrer Entwicklung ganzheitlich fördern. 

    Wie kam euch die Idee und was macht ihr genau?

    Die Idee für MIRI TV ist in unserer Berufspraxis entstanden. Als Pädagoginnen in Kindergarten und Schule ist uns aufgefallen, wie sehr Kinder von den Fernsehsendungen beeinflusst sind, die sie zu sehen bekommen. Gleichzeitig haben wir aber auch gemerkt, dass alle Kinder, egal ob öko, Waldorf oder ganz anders, manchmal “fernsehen” dürfen. Selbst Eltern, die sich den Gefahren von gängigem Kinderfernsehen bewusst sind und die digitale Welt möglichst lang von Ihren Kindern fernhalten, stellen irgendwann fest: Unsere Welt und damit auch die Unterhaltung und Bildung der kommenden Generationen sind digital.

    Es ist also keine Frage mehr, ob Kinder digitale Angebote nutzen, sondern welche. 

    Unsere Lösung für dieses Problem ist eine reiche, auf Abonnement basierende Bibliothek mit pädagogisch wertvollen Videos. Diese produzieren wir selbst und kuratieren zusätzlich externen Content. Es gibt ganz verschiedene Formate, unterhaltende und auch interaktive Inhalte. Außerdem werden monatlich neue kurze Videos für Eltern zu pädagogischen Hintergründen und Medienkompetenz angeboten.

    Es ist sozusagen eine Art Netflix für Kinder mit ausschließlich pädagogisch wertvollen Videos;)

    Was unsere Videos auszeichnet ist, dass alle Inhalte Kinder nicht nur nicht schädigen, sondern in ihrer Entwicklung fördern.

    Was bereitet euch im Moment schlaflose Nächte?

    Ehrlich gesagt, ist Social Media ein großer Stressfaktor für uns. Wir alle drei haben in der Vergangenheit privat auf alle Netzwerke verzichtet, aber für das Start-up ist es einfach notwendig. Jetzt fühlen wir uns manchmal wie Nichtschwimmer in einem tosenden Meer aus hektischer Informationsflut.

    Wie verschafft ihr euch Ausgleich?

    Natur, Schwimmen, Yoga und manchmal einfach nicht über die Arbeit reden. 

    Welchen Impact hat euer Projekt auf euer Umfeld?

    Viele Eltern wissen oder ahnen zumindest, welche negativen Auswirkungen ein Großteil der gängigen Sendungen auf Kinder haben. Bewusste Alternativen mit schönen Geschichten und inspirierenden Inhalten sind jedoch fast unmöglich zu finden!

    Gerade die Pandemie hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, gute und gesunde Alternativen zu schaffen. Zugriff zu pädagogisch wertvollen Videos hat das Potenzial, nicht nur das Leben von vielen Kindern und ihren Eltern zu verbessern, sondern auch das Bewusstsein der Gesellschaft allgemein. Wir wollen einen neuen Standard im Bereich Kinderunterhaltung setzen und damit hoffentlich andere Anbieter motivieren, gesündere Inhalte zu produzieren. Wir hoffen auch, dass unser Projekt weitere Forschung zum Thema förderliche Medien für Kinder anregt.

    Wie sieht euer vollendetes Projekt aus?

    Wenn es für Kinder einen sicheren online Ort gibt mit Videos, die sie inspirieren und fördern, dann haben wir unser Ziel erreicht. Schöne Geschichten, inspirierende Inhalte und ganzheitliches Lernen wird dann allen Menschen digital zugänglich sein, unabhängig von Einkommen oder Wohnort.

  • Interview mit Digitale Selbstbestimmung (Finalist 2021)

    Das Projekt Digitale Selbstbestimmung, zielt auf die Vermittlung von Kernkompetenzen in den Bereichen Digitalisierung, Überwachung und Menschenrechte bei Jugendlichen ab und gibt notwendige Tools für den Schutz der Privatsphäre im Internet.

    Wie kam euch die Idee und was macht ihr genau?

    Als die Corona-Pandemie begann, wurde der Einfluss von unseren internetfähigen Geräten und Apps noch viel stärker wurde und durchdrang nunmehr alle Lebensbereiche. Sozialkontakte, Schule, Bildung – und wie schon seit langer Zeit – Freizeitgestaltung. Überall dominieren Apps unseren Alltag.
    Zunächst dachten wir an jene, die von dieser Entwicklung ausgeschlossen waren. Ältere Menschen, die kein Smart Phone besitzen oder für die diese Anwendungen zu kompliziert und nicht niederschwellig genug sind.
    In vielen Gesprächen wurde uns klar, dass wir alle mit negativen Konsequenzen der Digitalisierung zu kämpfen haben, weshalb wir unsere Idee konkretisierten- Wir beschlossen Digitale Selbstbestimmung in Schulen mit Kindern, Jugendlichen und ihren Lehrpersonen zu erarbeiten.

    Was bereitet euch im Moment schlaflose Nächte?

    Konstant fragen wir uns, wie wir Machtlosigkeit und Gleichgültigkeit gegenüber negativer Entwicklung im Internet überwinden können. Das Thema ist teilweise so komplex, dass es leicht ist, sich einfach geschlagen zu geben. Nutzer:innen zu sensibilisieren, aufzurütteln und zu befähigen ihr Nutzungsverhalten zu reflektieren und zu verändern ist unsere wichtigste und schwierigste Aufgabe – die uns auch manchmal bis spät in der Nacht wach hält.  

    Wie verschafft ihr euch Ausgleich?

    Kay verbringt Zeit mit seiner Tochter und liest Bücher. Mark geht ins Grüne und nimmt die Gitarre in die Hand. Ausgleich bedeutet jedenfalls für uns beide Raum für bildschirmfreie Zeit zu schaffen. 

    Welchen Impact hat euer Projekt auf euer Umfeld?

    Seit wir begannen an unserer Idee zu arbeiten, führen wir fast täglich Gespräche mit Freund:innen und Familie. Familien-WhatsApp Gruppen sind auf Signal emigriert und vor allem ältere Verwandte haben erstmals begonnen ein bisschen vorsichtiger über ihren Alltag auf Facebook zu posten. Aber auch wir selbst konfrontieren einander auf dieser Reise zur digitalen Selbstbestimmung mit dem Nutzungsverhalten des Anderen.

    Wie sieht euer vollendetes Projekt aus?

    Unser vollendetes Projekt hat Lösungen parat, die mit der Zielgruppe selbst erarbeitet wurden. Wir haben Komplexes vereinfacht und Schüler:innen, die unsere Workshops miterleben oder deren Lehrpersonen mit unseren Materialien arbeiten, verändern ihr Nutzungsverhalten. Sie übernehmen Kontrolle über ihre Datenströme und bewegen sich sicherer und gleichzeitig freier im Netz. 

  • Interview mit ConnectedSpaces (Finalist 2021)

    ConnectedSpaces ist eine neue Initiative, dem wachsenden gewerblichen Leerstand in Wien wieder Leben einzuhauchen. Ziel der Plattform ist es, leerstehende Geschäftsraumflächen mit temporären Konzepten aus der Kreativsten zu vernetzen.

    Wie kam euch die Idee und was macht ihr genau?

    ConnectedSpaces ist eine Plattform die gewerblichen Leerstand mit kreativen oder künstlerischen Nutzungskonzepten zusammenbringen will. Künstler*innen soll so ein leistbares Zuhause für ihre Ideen gegeben werden.
    Die Idee wurde während einem Uni-Kurs geboren. Das Problem dahinter kennen wir jedoch alle aus eigenen Erfahrungen, da wir aus der Kreativszene und Veranstaltungsbranche Wiens sind. Ohne einem guten persönlichen Netzwerk waren außergewöhnliche Räumlichkeiten fast unmöglich zu bekommen. Wir wollen das jetzt ändern! 

    Was bereitet euch im Moment schlaflose Nächte?

    Wir versuchen zurzeit die Zukunft zu planen und herauszufinden, wie wir ConnectedSpaces am besten in unser berufliches und privates Umfeld einbetten können. Da bei einem Startup die Planung meist nicht so leicht und stark abhängig von vielen Faktoren ist, ist das leichter gesagt als getan. Außerdem ist zurzeit ein gemeinsames Erarbeiten der Dinge schwierig, da Urlaubssaison ist und wir uns nie alle am selben Ort aufhalten. Pläne und Visionen für ConnectedSpaces haben wir zahlreich und jetzt heißt es, sie alle Realität werden zu lassen. Darauf freuen wir uns! 

    Wie verschafft ihr euch Ausgleich?

    Ich glaub jeder von uns auf seine eigene Weise. Bei einigen bedeutet das die Beschäftigung mit Musik, bei anderen ist es der Sport oder auch einfach mal einen Abend mit Partner*in oder Freund*innen zu verbringen und nicht an die Arbeit zu denken. Wichtig ist nur, dass es den Ausgleich gibt – wie er aussieht ist unserer Meinung nach egal. Außerdem fahren wir alle gerne weg und bekommen so örtlich und emotional ein wenig Abstand, um mit neuer Perspektive und Kraft die Dinge wieder anzupacken und umzusetzen. 

    Welchen Impact hat euer Projekt auf euer Umfeld?

    Wir wollen einen nachhaltigen Zugang zu Raumsuche mitgestalten und einen ganz einfachen Grundgedanken in der Gesellschaft stärken: nutzen, was bereits da ist. Denn für Zwischennutzungen müssen keine neuen Ressourcen aufgewendet werden Darüber hinaus ermöglichen wir die Partizipation an lokalen Prozessen. Zusätzlich bedeuten Zwischennutzungen Inklusion, da Raum für größere Zielgruppen leistbar und zugänglich wird. Schlussendlich tragen wir mit jedem umgesetzten Nutzungskonzept zu einem bunten und vielfältigen Wien bei.

    Wie sieht euer vollendetes Projekt aus?

    Bei einem früh-phasigen Startup ist das natürlich eine große Frage. Im Grunde ist es unsere Vision, zu einem Wien beizutragen in dem gewerblicher Leerstand jederzeit von allen genutzt werden kann. Wir hoffen, dass wir so einen kleinen Beitrag zum nachhaltigeren Umgang mit den unserer Gesellschaft zur Verfügung stehenden Ressourcen leisten können – in unserem Fall ist das die Ressource Raum. Von unserem Produkt haben wir natürlich eine gewissen Vorstellung und hoffen euch bald schon erste Versionen zeigen zu können. Wir wollen die Plattform gemeinsam mit unseren Nutzer*innen so bauen, dass sie für alle einen Mehrwert bietet. Zu guter Letzt geht es uns aber auch um ein gewisses Maß an Selbstverwirklichung, denn wir wollen uns selber den Traum erfüllen, eine Tätigkeit auszuüben, die mehr als nur ein Job ist! 

     

  • Interview mit AICOSYSTEMS (Finalist 2021)

    Mithilfe einer Softwarelösung und eines Sensor-Kits bietet AICOSYSTEMS Hobby-Gärtner*innen die Möglichkeit ihre Ernte ferngesteuert zu pflegen und zu überwachen – auf Basis von künstlicher Intelligenz und datengesteuerten Analysen!

    Wie kam euch die Idee und was macht ihr genau? 

    Wir sind technikaffine Nerds und interessieren uns sehr für nachhaltigere und demokratische Alternativen zur traditionellen Landwirtschaft, weshalb wir große Fans der urbanen Landwirtschaft sind. Wir wollen eine technische Lösung für jene typischen Probleme finden, von denen uns die Gärtner*innen und Farmer*innen in Wien erzählt haben.

    Auch uns selbst ist aufgefallen wie schwer es neben dem Studium und der Arbeit ist, gemeinsam einen Garten zu führen, vor allem wenn dieser außerhalb der Stadt ist. Also haben wir uns gedacht einen Sensor und die passende Software zu entwickeln, die uns ein bisschen unter die Arme greifen. Egal wo wir gerade sind, können wir so immer wissen wie es unseren Pflanzen geht.

    Was bereitet euch im Moment schlaflose Nächte?

    Der Klimawandel, unsere lange to-do-Liste.

    Wie verschafft ihr euch Ausgleich?

    Wir teilen uns eine kleine Gemüseparzelle, die wir gemeinsam bewirtschaften. Normalerweise kochen wir dann nach einer erfolgreichen Ernte ein großes Dinner für uns und unsere Liebsten. 

    Welchen Impact hat euer Projekt auf euer Umfeld?

    Wir beobachten, wie sehr unser Projekt Menschen aus verschiedenen Bereichen verbindet, da wir ein Bindeglied zwischen Pflanzen und Technik sind.

    Wie sieht euer vollendetes Projekt aus?

    Unser vollendetes Produkt besteht aus drei Komponenten. Erstens der Sensor, der Bodenfeuchtigkeit, Nährstoffwerte, Temperatur und Lichtintensität messen kann und die Daten über einen LoRaWan Hub an dein Smartphone oder deinen Computers sendet. Zweitens das Dashboard in der App oder dem Computer, der dir die Daten anzeigt und drittens die A.I., die dir auf Basis der Daten, die besten nächsten Schritte empfiehlt. Unser Produkt wäre natürlich nicht vollendet, ohne die gesunden Pflanzen und die glücklichen Gärtner*innen, denen Aico bereits geholfen hat und hoffentlich noch wird. 

     

  • SIA zu Gast bei „Inside Impact – dem Podcast mit Wirkung“

    Im Jänner 2020 startete das Social Entrepreneurship Center der Wirtschaftsuniversität Wien (Teil des NPO Kompetenzzentrums der WU) mit einem neuen Podcast: Inside Impact – der Podcast mit Wirkung. Hier werden spannende zivilgesellschaftlichen Themen wie Social Entrepreneurship, Impact Investing und Social Innovation aus Sicht von Expert:innen vorgestellt und diskutiert. 

    Auch wir als Social Impact Award durften in einer Podcast-Reihe über uns und unseren Beitrag für soziale Innovation sprechen. In der ersten Folge erzählt Peter Vandor, unser Gründer, von der Entstehungsidee des SIA, den ersten Schritten unserer Organisation und welchen Impact wir für die Gesellschaft und soziales Unternehmertum leisten wollen.
    All das und welcher Moment ihm Gänsehaut beschert hat, könnt ihr hier oder auch bei Spotify nachhören.

    Aber nicht nur unser Beitrag steht im Fokus der Podcast-Reihe, insbesondere auch jene Geschichten von Personen, die SIA so besonders und vielfältig machen – unsere Finalist:innen. Die Top-Teams unserer diesjährigen Inkubationsrunde 2020 erzählen von ihren spannenden Projekten, was sie zu ihrer Idee inspiriert hat und was die Zukunft für sie bereithält.

    Herobox – Alexandra Brandl und Jakob Buchmayr
    Das Duo von Herobox stellt seine Idee einer wiederverwendbaren Box in einem von ihnen entwickelten Mehrwegsystem für Takeaway-Verpackungen im Kampf gegen Plastikverschwendung vor. Dabei erzählen sie warum gerade die Corona-Krise ein entscheidender Faktor für ihr Projekt war, welche Bedeutung der SIA Publikumspreis für sie hat und welche weiteren Schritte in Zukunft realisiert werden sollen.

    Hier geht’s zur Folge 22

    Spotify

    Uptraded – Anna Greil und Bruno Huber
    Wie ihre Kleidertausch-App funktioniert und welche neuen Features dazu kommen sollen, enthüllen die beiden Gründer:innen des diesjährigen Gewinnerprojekts hier. Außerdem verraten sie, was Portugal mit ihrer Entstehungsidee zu tun hat und was sie Wertvolles von Expert:innen, sowie der SIA Community lernen konnten.

    Hier geht’s zur Folge 23

    Spotify

    Fragaria – Agnes Swaton, Ifeoma Ikea und Kassandra Klatt
    Ein weiteres Gewinner:innen-Team des SIA 2020, Fragaria, spricht über seine Anfänge als Junior-Company in einem Schulwettbewerb und wie es dem Menstruationstabu den Kampf ansagt. Welche Preise die Mädels bereits vor ihrer SIA-Teilnahme abräumen und welches hilfreiche Wissen sie aus ihrer Zeit bei SIA schöpfen konnten, berichten sie hier.

    Hier geht’s zur Folge 24

    Spotify

    Urbodrom – Laura Lohmann und Charlotte Fleischmann
    In dieser spannenden Folge erzählen uns Charlie und Laura, ebenfalls ein Gewinner:innen-Team des Jahres 2020, über ihr Projekt – ein von ihnen moderiertes Brettspiel, welches zum Nachdenken über die ideale Stadt und ihre Möglichkeiten anregen soll. Damit wollen sie Ungleichheiten beheben und Strukturen aufbrechen. Wie sie ihre Idee entwickelt haben, welche Menschen sie in ihr Spiel integrieren wollen und inwiefern ihnen SIA-Inkubationsphase helfen konnte, erfahrt ihr hier.

    Hier geht’s zu Folge 25

    Spotify

    re.paro – Claudia Endrich und Thomas Pacher
    Die abschließende Folge über unsere Teilnehmer:innen-Teams ist re.paro gewidmet. Unter dem Mottozusammenbringen, was zusammengehört, wollen Claudia und Tom der Wegwerfkultur ein Ende setzen – sie reparieren nämlich kaputte Alltagsgegenstände. Wie sie das Ganze durchführen, warum der Community-Award eine Überraschung für sie war und wie sie nachhaltig das Mindset der Menschen hin zur Reparaturkultur ändern wollen, erzählen die beiden hier.

    Hier geht’s zur Folge 26

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    2020 beim Social Impact Award – Stefanie Beßler (SIA Austria Koordinatorin)
    Das Schlusswort der SIA-Serie hat unsere SIA Austria Koordinatorin Steffi. Sie stellt nicht nur sich selbst und ihren eindrucksvollen Weg zum SIA vor – inklusive aufregender Zwischenstopps und Auslandsaufenthalte – sondern gibt spannende Einblicke in die Arbeitsweise unserer Organisation. Vor welche Herausforderungen ihr Team durch die Corona-Krise gestellt wurde und wie sie diese gemeistert haben, verrät uns Steffi hier.

    Hier geht’s zur Folge 27

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    Lasst euch inspirieren! Viel Spaß beim Zuhören!

  • Die besten Social Start-Ups Österreichs wurden ausgezeichnet

     

    Mit einem ge-uptradeten Mantel und Fragaria-Tascherl bewaffnet auf einem re.paro-reparierten Rad zu einem BuddyWorx Mentor Meeting zu fahren, um über gender-ungebundene-Jobs zu sprechen und die Arbeitswelt ungleich besser zu machen. Anschließend bei einem Snack aus fair gehandeltem, regionalen Gemüse von GemüseGepard in einer HeroBox eine Runde Urbodrom im Grätzl spielen!

    (inspiriert von Alexandra von Herobox)

     

    Klingt unmöglich? Im Gegenteil! Einige dieser genialen Ideen wurden am 1. Oktober beim Social Impact Award 2020 ausgezeichnet: Uptraded, Fragaria, Urbodrom, Men in Care and EducationRe.paro und HeroBox.

    Diese sozial oder ökologisch orientierten Start-ups haben schon eine längere Reise hinter sich. Sie wurden schon im Juni diesen Jahres unter knapp 50 Einreichungen als Finalist-Projekte des SIA Österreichs 2020 ausgewählt. Seitdem nahmen sie an zahlreichen Workshops, Events und Bootcamps teil, um ihre Ideen zu einem erfolgreichen Start-Up weiterzuentwickeln. Diese Inkubationsphase bietete den 10 Finalist-Projekten zusätzlich die Möglichkeit eines intensiven Mentorings, Zugang zu einem Expert*innen-Netzwerk und eine finanzielle Starthilfe. So entwickelten sich über den Sommer die Projekte und Konzepte zu jungen Start-Ups, die nun bei der Award Ceremony der Jury präsentiert werden konnten.

    Am 1. Oktober hatte die 14-köpfige Jury nun die Qual der Wahl. Basierend auf einem Live-Pitch der Teams und einer kurzen Frage und Antwort Runde wurden die vier besten Projekte nach einer ausgiebigen Diskussion unter den Juror*innen gekürt. Das fünfte Gewinnerteam wurde nicht von der Jury, sondern von allen am SIA interessierten Personen in Österreich ausgezeichnet – mit dem Community Award. Dabei konnte jede*r, der oder die mitmachen wollte, die Pitch-Videos der Finalist*innen online ansehen und für maximal drei Projektideen abstimmen. Über 1800 Votings konnten im September auf diesem Weg über die SIA Website gezählt werden. Mit einem extrem knappen und spannenden Ergebnis konnte sich re.paro schließlich den Community Award sichern. Und der Publikumspreis für das Live-Pitchen ging an Herobox.

    Obwohl das hybride Event aufgrund der globalen Pandemie heuer strikte Regelungen befolgt hat, war der Applaus laut, die Stimmung gut, und das Event ein voller Erfolg. Die Finalist Teams als auch die Jury konnte vor Ort unter Einhaltung der Corona-Maßnahmen im Impact Hub Wien sein und wurden dabei von vielen gespannten Zuschauer*innen live online begleitet. So konnten die jungen Sozialunternehmer*innen trotz der herausfordernden Situation die Aufmerksamkeit bekommen, die ihnen gebührt. Ein besonderer Punkt auf der Agenda war die inspirierende Ansprache von Sören Lex, SIA Alumni und Gründer von plasticpreneur. Er zeigte, wie sich ein Projekt nach der SIA Phase weiterentwickeln kann und „wie wichtig es ist, auf der Reise ein inneres Feuer als Antrieb und stabilen Felsen als Halt zu haben, der einem durch die Auf und Abs des Entrepreneur-Daseins begleitet”, so die Metaphorik von Sören, die sich auch durch die weitere Anmoderationen der Gewinner-Teams durch die Jury zog. 

    Neben dem Preisgeld winkt den Gewinner*innen auch eine Teilnahme am diesjährigen Online SIA Summit im November – der größte bisher mit über 400 Teilnehmenden. Dort kommen alle anderen Gewinner-Projekte und Finalist*innen des Social Impact Awards aus 15 Ländern und drei Kontinenten zusammen, um sich zu vernetzen und mit Open Space Technology gemeinsam voneinander zu lernen. 

    Bilder: Alexander Gotter

  • Interview mit uptraded (Finalist 2020)

    Die meisten von uns finden bestimmt immer wieder Kleidungsstücke in unserem Schrank, die kaum oder sogar nie getragen wurden. Uptraded will etwas dagegen, sowie das Phänomen Fast Fashion, tun und hat dafür eine App entwickelt, über die unerwünschte/ungetragene Kleidung getauscht wird. Wie diese genau funktioniert und wie damit der Umwelt geholfen ist, lest ihr hier.

    Wie kam euch die Idee und was macht ihr genau? 

    Die Idee kam uns durch einen Blick in unseren eigenen Kleiderschrank. Im Schnitt tragen wir ca. ein Fünftel unserer Kleidungsstücke nicht mehr, dabei sind wir aber nicht die einzigen. Allein in Deutschland verstauben 1.000.000.000 Kleidungsstücke in unseren Schränken. Zur selben Zeit wächst das Verlangen nach modischer Vielfalt, Bezahlbarkeit und Nachhaltigkeit von Kleidung. Betrachtend, dass die Modeindustrie mit einem jährlichen Ausstoß von 1,2 Billionen Tonnen CO2, der zweitgrößte Umweltverschmutzer unserer Erde ist, wollen wir diesem Konsumverhalten ein Ende setzen. Wir sind davon überzeugt, dass gemeinsamer Konsum unseren Planeten und uns als Individuum einen enormen Mehrwert bietet. Wir denken Kleidung ist nur dann ungewollt, wenn sie im falschen Kleiderschrank liegt. Wir verbinden Menschen und ihre Kleidung miteinander, durch das effizienteste Matching System. Nutzer können ihre ungenutzten Kleidungsstücke hochladen und anschließend durch die Fashionitems Anderer swipen. Ein gegenseitiges Like erzeugt einen „Fit“ und die Nutzer können über einen Chat den Tausch arrangieren. Daraus ergibt sich eine App, die den nachhaltigsten und preisgünstigsten Weg bietet, den eigenen Kleiderschrank auf spielerische Weise uptodate zu halten. 

    Wer sind eure Role Models?

    Familie. 

    Was bereitet euch im Moment schlaflose Nächte? 

    Seit sieben Monaten arbeiten wir intensiv an uptraded. Je länger wir uns mit der Thematik beschäftigen, umso mehr begreifen wir die Auswirkungen der Modeindustrie auf unsere Umwelt und Gesellschaft. Gleichzeitig wächst damit der selbstempfundene Druck, dass uptraded zum Erfolg werden muss. Da kann es schon mal vorkommen, dass es schwer fällt die Augen zu schließen.   

    Wie verschafft ihr euch Ausgleich?

    Wir beantworten die Interviewfragen gerade von einer einsamen Hütte aus den Südtiroler Bergen. Einen besseren Ausgleich können wir uns gerade nicht vorstellen! 

    Welchen Impact hat euer Projekt auf euer Umfeld? 

    Mithilfe von uptraded können 65% CO2 und 90% Wasser pro T-Shirt gespart werden. Unser Ziel ist es, in drei Jahren 91.000 Tonnen CO2 und 9.5 Billionen Liter Wasser zu sparen. Zum Vergleich: dies entspricht Wiens monatlichen Wasserkonsums.  

    Wie unterscheidet sich eure App von anderen Plattformen (wie z.B. willhaben o.Ä.)?

    Uptraded unterscheidet sich von anderen Plattformen durch den Fokus auf das Tauschen von Kleidungsstücken, der monetäre Transaktionen in den Hintergrund stellt. Somit bietet uptraded eine noch nie dagewesene User Experience im secondhand Fashion Segment, die angenehme soziale Interaktionen und ein spielerisches Shopping Erlebnis erzeugt. Durch die Analyse von Style-Präferenzen mithilfe von komplexen Algorithmen, können die Feeds der User personalisiert werden. Schließlich wird durch das Tauschen kollektives Denken und nachhaltiges Konsumieren verstärkt.

    Werden wir irgendwann ein Ende von Fast Fashion erleben?

    Wir müssen, wollen, können und werden ein Ende von Fast Fashion erleben. Regelmäßig erobern Mode-Innovationen den Markt – von Leder aus Ananasblättern und regeneriertes Nylongarn bis hin zu angesagten secondhand concept stores und bald auch Tinder für Kleidung. Wir sind davon überzeugt, dass nachhaltiger Konsum keine Kompromisse mit sich bringen muss. Prognosen deuten darauf hin, dass Fast Fashion ein Auslaufs Model ist. Der Markt befindet sich derzeit also im starken Wandel, sodass der secondhand Markt 2028 etwa 1,5-mal größer sein wird als Fast Fashion. Und wer weiß, vielleicht schaffen wir das gemeinsam schneller!