• Interview mit RefugEYEs (SIA-Finalist 2018)

    Für Elvan und Dilay von RefugEYEs scheint es keine Kunst zu sein, andere Menschen glücklich zu machen. Schließlich geben sie geflüchteten Kindern und Jugendlichen durch kreative Projekte die Möglichkeit aus dem tristen Leben des Flüchtlingsheims herauszukommen und ermutigen, dass sie etwas selbst im Leben erreichen können.

    Wir sprachen mit Elvan Görgülü, einer der beiden Gründerinnen von RefugEYEs, über ihr Projekt, die Kraft der Kreativität und wie sie als Vorbild für andere dienen möchten.

     

    SIA: Was war eure Motivation? Warum habt ihr euer Projekt ins Leben gerufen?

    RefugEYEs: Unsere Motivation war der Glaube an uns selbst als auch daran endlich glückliche Gesichter zu sehen. Es gab ein Problem, dass gelöst werden musste und zwar Menschen die sich danach sehnten wieder geschätzt zu werden um an der Gesellschaft teilzuhaben. Wir wollten diejenigen sein die das bewirken, da sich auch sonst bis jetzt fast niemand Gedanken darüber gemacht hat. Wir haben unser Projekt ins Leben gerufen, weil wir den Alltag vieler Menschen verändern und ihnen zeigen möchten, dass es auch andere Wege gibt, wenn man entschlossen ist.

    SIA: Wie habt ihr die Idee für euer Projekt bekommen? Was habt ihr in dem Moment gemacht als euch die Idee eingefallen ist? Wo wart ihr?

    RefugEYEs: Wir waren gegen Semesterende im Juni (2016) beide auf der Universität im EDV-Raum und haben am Computer für unsere Projekte gezeichnet, weil wir unsere Endabgaben hatten und waren etwas gestresst. Nebenbei haben wir miteinander geplaudert, was wir so im Sommer vorhaben und kamen dann auch auf das Thema Flüchtlinge. Ich hatte mich in diesem Semester intensiv mit der Flüchtlingsproblematik beschäftigt (Entwerfen & Seminararbeit) und war auch im Herbst am Bahnhof aktiv bei „TrainOfHope“. Dilay erzählte, dass sie gerne im Sommer Kinder in den Notquartieren besuchen und ihnen auch etwas vorbeibringen würde. Ich erwähnte dann, dass ich schon ein Notquartier besucht hatte, daher auch schon Kontakte bei Caritas hätte und dass es sinnvoller für die Kinder wäre, wenn wir etwas mit ihnen unternehmen würden und dass wir uns da etwas einfallen lassen sollten und das gemeinsam durchführen könnten, da die Kinder ziemlich eingeschränkt sind und einen langweiligen Alltag haben. Wir machten aus, dass wir uns nach den Abgaben dann absprechen. Ein paar Tage darauf hat mich Dilay angerufen und erzählte mir von ihrer Idee mit den Analogkameras von „Lomography“. Die Idee war, mit den Kindern Foto-Ausflüge zu machen und später die Bilder auszustellen. So konnten die Kinder einen tollen Tag erleben und gleichzeitig ihre Eindrücke kunstvoll mit den Analogkameras festhalten. Letztendlich sollten die Bilder ausgestellt und interessierten Besuchern präsentiert werden. Somit entwickelte sich das Ganze von Tag zu Tag, bis wir angefangen haben uns Namen zu überlegen, das Logo gemeinsam entworfen haben, Sponsoren/Partner aufgesucht haben etc.

    SIA: Warum hattet ihr das Gefühl das Projekt jetzt umsetzen zu müssen und für wen setzt ihr es um?

    RefugEYEs: Im Sommer 2016 ging es mit der Flüchtlingswelle weiter. Zwar waren die ganzen Menschen schon in Unterkünften untergebracht, aber die Lebensumstände waren sehr schwer. Ich habe meine Seminararbeit über Wohnsituationen von Flüchtlingen geschrieben und habe selbst auch ein Interview geführt, als auch mit anderen Interviews von KollegInnen gearbeitet und habe dadurch einen Überblick über die Lage bekommen und an was es den Menschen fehlt. Vor Ort in den Notquartieren war es auch ersichtlich, dass die Bewohner sehr wenig Privatsphäre haben, Schwierigkeiten mit der Sprache als auch keine Beschäftigung. Sie dürfen weder arbeiten noch besitzen sie ein Hobby, egal ob Groß oder Klein. Viele junge Männer verbringen ihren ganzen Tag damit zu schlafen oder sitzen nutzlos da. Manche Frauen und Kinder ziehen sich einfach zurück und wollen an nichts teilnehmen oder auch kein Kontakt aufnehmen, da sie entweder schüchtern sind oder noch einiges von der Flucht verarbeiten müssen. Daher wollten wir das verändern und ihnen ermöglichen etwas Neues zu lernen und umzusetzen und dabei Spaß zu haben. Zusätzlich werden dadurch auch Sprachbarrieren überbrückt und neue Freundschaften geschlossen um ein Teil der Gesellschaft zu werden.

    SIA: Das hört sich toll an! Warum denkt ihr, dass besonders die Förderung der Kreativität ein gutes Instrument zur Umsetzung eurer Vorhaben ist?

    RefugEYEs: Wir haben bewusst Kunst und Kreativität ausgewählt, weil diese Themen in einigen Ländern aus welchen die geflüchteten Menschen kommen, mehr in den Hintergrund geschoben als auch verdrängt werden. Speziell Mädchen und Frauen haben kaum Zugang zu solchen Aktivitäten. Kunst und Kreativität sind Themen die sehr umfangreich sind und dennoch nur positiv auf den Menschen wirken. Man kann nichts falsch machen und braucht keine spezielle Anleitung wie bei anderen Aktivitäten. Das Wichtigste ist, man lernt etwas Neues, aber ist dennoch frei dabei zu entscheiden was am Ende rauskommt. Durch Kunst und Kreativität kann man sehr gut Emotionen ausdrücken, sich sowohl sehr gut entspannen als auch austoben. Es ist unserer Meinung nach das beste Instrument um traumatische Erlebnisse zu verarbeiten und aus sich rauszukommen. Zusätzlich helfen die Ausstellungen der Kunstwerke, die verlorene Wertschätzung und das Selbstwertgefühl der Kinder und der Jugendlichen wiederherzustellen, vor allem wenn sie mit eigenen Augen sehen, dass Besucher kommen und ihre Werke bewundern.

    SIA: Ist es euer Ziel mehr Menschen dazu zu bringen, Teil von RefugEYEs zu werden oder wollt ihr zeigen, dass jeder einen Beitrag leisten kann und als Vorbild dienen?

    RefugEYEs: Wir wollen den Menschen zeigen, dass man auch durch kleine Interaktionen etwas zu diesem Thema beitragen kann. Einzig allein ein Besuch bei einer unserer Ausstellungen könnte schon einiges bewirken. Anstatt mit Vorurteilen für Abspaltung in der Gesellschaft zu sorgen, könnte man mehr zusammenhalten. Diese Menschen sind aus Angst geflüchtet und haben eine schlimme Reise hinter sich. Sie hatten auch ein normales Leben bevor sie flüchten mussten und es hätte uns alle betreffen können. Nun sind sie vielen Problemen und Herausforderungen ausgesetzt und es liegt in unserer Hand diese Kinder und Jugendlichen zu fördern, zu unterstützen und zu verhindern, dass sie in ein schlechtes Umfeld geraten. Wir wollen unseren Kontakt vor allem zu den Kindern und Jugendlichen immer aufrechterhalten und sie bei neuen Projekten immer wieder einbeziehen, wenn sie Lust dazu haben.

    SIA: Was war bisher euer Lieblingsprojekt, welches ihr zusammen mit den Kindern umgesetzt habt?

    RefugEYEs: Von einem Lieblingsprojekt kann man zurzeit nicht wirklich sprechen, da wir erst ein Projekt vollständig ausgeführt haben und zwar „refugEYEs kids“ wobei es um Analogfotografie ging. Das war unsere allererste Erfahrung und mithilfe von Familie und Freunden haben wir es ganz gut überwunden und hatten eine tolle erste Ausstellung. Unsere Projekte gehen einem bestimmten Konzept nach und bestehen aus 3 Phasen, nämlich „Develop – Create – Display“. Man könnte sagen, dass jeder Schritt für sich ein kleines Projekt darstellt. Die Entwicklung und Vorstellung der Idee, die Umsetzung und im Anschluss die Ausstellung erfordern alle einzelne Termine und Organisation. Diese müssen Schritt für Schritt einzeln geplant und umgesetzt werden. Das Ganze dauert dann schon ein paar Monate aufgrund fehlender Ressourcen und Unterstützung. Das Aufsuchen von Sponsoren und Partnern ist ein enormer Zeit- und Arbeitsaufwand, was uns daran hindert schneller voranzukommen. Wir arbeiten gerade an unserem zweiten Projekt für Teenager und möchten diese noch professioneller angehen.

    SIA: Erzählt uns eine lustige Anekdote aus eurem Projektleben.

    RefugEYEs: Wir hatten 2016 unsere Ausstellung „refugEYEs kids“ im Kulturzentrum im Amerlinghaus. Da es im Dezember stattgefunden hat gab es draußen wie jedes Jahr einen Punschstand. Wir hatten den Vorteil, dass viele Menschen spontan bei unserer Ausstellung vorbeigeschaut haben, wie auch zufällig Jonas Dinger, Leiter des Social Impact Award Österreich Da kannten wir ihn aber noch gar nicht. Während der Ausstellung haben wir mit den Kindern und den Besuchern ein Gruppenfoto gemacht. Erst beim Finalists Announcement 2017 im Vorjahr wo wir es leider nicht weiter geschafft haben kamen wir mit Jonas ins Gespräch und er erzählte uns, dass er unsere Ausstellung besucht hatte und wir waren etwas verwirrt, da wir es überhaupt nicht mitbekommen hatten, bis wir ihn auf unserem Foto entdeckten

    SIA: Gab es auch schon eine peinliche Situation oder einen besonders tollen Moment (abgesehen von dem SIA Finalist Announcement ) von dem ihr uns berichten möchtet?

    RefugEYEs: Der tollste Moment war, als wir das Strahlen in den Augen der Kinder gesehen haben, als sie im Prater waren und Riesenspaß hatten, sowohl beim Fotografieren als auch bei den Fahrgeschäften. Eines der Kinder bezeichnete den Tag als den besten ihres ganzen Lebens, das war sehr berührend. Bei der Ausstellung waren auch einige Kinder dabei. Sie haben fleißig mitgeholfen und sogar versucht den Besuchern ihre Fotos vorzustellen und zu verkaufen, das war echt süß

     

    Mehr Informationen rund um RefugEYEs findet ihr auf ihrer Homepage, sowie auf ihrer Facebookseite.

    Die Interviews mit allen 10 Finalisten werden auf der Website des Social Impact Awards, der Facebookseite des Social Impact Awards, sowie auf dem Blog “This Sustainable Life” von Elisa Gramlich veröffentlicht. Die Interviews dienen dem Community-Voting, für welches man auf der Website des Social Impact Awards bis 25. September 2018 abstimmen kann.

  • Interview mit reisebunt.com (SIA-Finalist 2018)

    Jeder reist gerne, doch leider lässt sich ein nachhaltiger Lebensstil nicht mit umweltschädlichen Flügen vereinbaren. Dem Team von reisebunt.com kam da eine kompensierende Idee! Reisebunt agiert als Publisher für Reiseveranstalter und bekommt pro getätigter Buchung eine Kommission wodurch Bäume gepflanzt werden. Gut für die Umwelt und das schlechte Gewissen!

    Wir sprachen mit dem Gründer von Reisebunt, Philipp Lederle, über das Thema Reisen, CO2-Kompensation und die Herausforderungen beim Gründen.

     

    Elisa von This Sustainable Life: Wie würdest du Reisebunt in einem Satz beschreiben?

    Philipp von Reisebunt: Wir reduzieren den CO2-Ausstoß deiner Reisen, die du (bei uns) buchst, durch das (kostenlose) Pflanzen von Bäumen und auf längere Sicht werden wir zu 100% kompensieren.

    Elisa: Wie genau wollt ihr eine hundertprozentige Kompensation erreichen?

    Philipp: Wir arbeiten mit der BOKU zusammen, die uns Daten zur Verfügung stellt wieviel CO2 z.B. durch einen Flug emittiert wird. Das ist gar nicht so leicht, da der CO2-Ausstoß u.a. vom Flugzeugtyp, der Strecke, dem Flughafen usw. abhängt. Gemeinsam mit einem Partner pflanzen wir dann schlussendlich die Bäume in Äthiopien.

    Elisa: Und welche Reisen werden kompensiert bzw. stellt ihr diese Reisen selbst zusammen?

    Philipp: Die Reisen die auf reisebunt.com online sind suchen wir mit unserer Expertise aus den Tiefen des Netzes, um so die Creme de la Creme der besten Reiseangebote anbieten zu können. Für alle Reisen die auf Reisebunt gebucht werden bekommen wir anschließend Provisionen von den jeweiligen Reiseveranstaltern. Der Großteil dieser Einnahmen wird dann für den ökologischen Zweck, also das Bäume pflanzen, eingesetzt.

    Elisa: Zahlt der Konsument für die CO2-Kompensation bzw. sind die Reisen bei euch dann teurer als z.B. auf der Hofer Webseite?

    Philipp: Nein, es entstehen keine Extrakosten für den Konsumenten, das macht Reisebunt auch so einzigartig. Damit wollen wir genau das Problem beheben, dass man zwar bei der Buchung von Flugreisen oft die CO2-Kompensation auswählen kann, aber aufgrund der Mehrkosten es nur sehr wenige Leute tun. Unsere Herangehensweise kommt am Markt sehr gut an. Seit der Gründung freuen wir uns über einen signifikanten Anstieg der Buchungszahlen.

    Elisa: Das klingt wirklich gut! Wie genau seid ihr auf die Idee gekommen?

    Philipp: Da ich ein Vielreisender bin, ist mir die Idee letztes Jahr in Südafrika gekommen. Ich hatte mir leider den Fuß gebrochen und war im Flugzeug zurück nach Österreich. Da ich aufgrund der Schmerzen nicht schlafen konnte, hatte ich viel Zeit während des zwölfstündigen Fluges nachzudenken. Dabei ist mir bewusst geworden, dass ich, obwohl ich versuche nachhaltig zu leben, trotzdem in diesem Jahr bereits 15 Mal geflogen war. Zuhause wieder angekommen wurde an den unterschiedlichsten Ideen gearbeitet und schlussendlich reisebunt.com geboren.

    Elisa: Wie viele CO2-Emissionen verursacht denn eine Reise oder ein Flug?

    Philipp: Weltweit ist laut einer Studie der Tourismus für acht Prozent des Treibhausgasausstoßes verantwortlich. Ein Flug von Wien nach Berlin (hin & retour) hat einen CO2-Ausstoß von durchschnittlich 260 kg CO2 Ausstoß. Um dieses CO2 zu kompensieren muss ein Baum gepflanzt werden. Ein Langstreckenflug von beispielsweise Wien nach Bangkok verursacht sogar durchschnittlich 4.547 kg CO2-Emissionen. Hierfür bräuchten wir also 9,5 Bäume und runden auf 10 Bäume auf, um den CO2-Ausstoß zu kompensieren.

    Elisa: Wie hat sich euer Team zusammengefunden?

    Philipp: Wir haben zu zweit gestartet und werden ab Oktober das Team auf vier Personen erweitern um vor allem die technische Umsetzung voranzutreiben. Zusammengefunden haben wir uns eigentlich über Events wie z.B. beim Impact Hub Winedown oder bei Veranstaltungen von der Jungen Wirtschaft Wien. Auch über gemeinsame Freunde und durch das zufällige Reden mit Leuten auf den Veranstaltungen haben sich Synergien ergeben. Ich glaube auch an das Gesetz der Anziehung, denn es war erstaunlich leicht ein so tolles Team zu finden.

    Elisa: Warum hattet ihr das Gefühl das Projekt jetzt umsetzen zu müssen und für wen setzt ihr es um?

    Philipp: Wir wollen mehr Menschen anregen über ihren persönlichen CO2-Ausstoß nachzudenken und dann ohne Mehraufwand ihren Urlaub zu kompensieren.

    Elisa: Ist CO2-Kompensation nicht nur ein einfacher Weg das schlechte Gewissen zu bereinigen oder kann es wirklich etwas bewegen?

    Philipp: Ich bin überzeugt davon, dass es etwas bewegen kann, aber nur wenn man es sich bewusst macht und versucht in allen Lebensbereichen anzuwenden. Zum Beispiel indem man energiesparend lebt, Müll vermeidet und nachhaltig einkauft. Das finde ich auch beim Reisen so schön, denn wenn man Reisen anbietet weckt man auch Emotionen und mit Emotionen kann man die Leute für eine Sache gewinnen. Deswegen kann Reisebunt gut die Menschen überzeugen, dass es noch weitere nachhaltigere Alternativen gibt, die man im Leben ausprobieren kann. Die CO2-Kompensation ist dabei ein guter Weg um nicht auf das Reisen verzichten zu müssen, denn das wäre sehr schade. Reisen ist gerade in unserer heutigen Gesellschaft sehr wichtig, da man dadurch neue Kulturen kennenlernt, weltoffener wird und ganz anders denkt wenn man die große Welt sieht. Wir wollen eine Lösung anbieten, damit die Leute trotzdem die Welt sehen können.

    Elisa: Was ist eure größte Schwierigkeit bei der Entwicklung eures Projektes? Welche persönlichen Eigenschaften helfen euch dabei?

    Philipp: Ich sage lieber Challenge statt Schwierigkeit. Meine größte Herausforderung war den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen und herauszufinden wie man startet, was man wann macht usw. Eine Herausforderung dabei war gute Geschäftspartner zu finden (sowohl national als auch international), da es recht schwierig ist wenn man noch klein und unbekannt ist. Es hat aber geholfen, dass ich bereits sechs Jahre im Tourismusbereich gearbeitet habe (u.a. bei der Niederösterreich Werbung und Travelbird) wo ich ein gutes Netzwerk aufbauen konnte.

    Elisa: Seht ihr euch auch in der Verantwortung den Tourismussektor nachhaltiger zu machen?

    Philipp: In der Zukunft wollen wir direkt mit den Hotels kommunizieren und mehr Bewusstsein schaffen. Es gibt hier schon viele gute Beispiele wie das Magdas oder das Boutiquehotel Stadthalle. Wir haben zwar schon mit ein paar Reiseanbietern diesbezüglich gesprochen, werden aber in dieser Phase noch nicht aktiv mit Hotels sprechen, sondern erstmal die Idee stärken und die Plattform zum Wachsen bringen. Ab Herbst 2019 möchten wir jedoch mehr Bewusstsein bei den Hotels schaffen, indem wir auf unserer Plattform auch einfache Maßnahmen aufzeigen, die Hotels umsetzen können um nachhaltiger zu werden. Das Boutiquehotel Stadthalle hat z.B. das Dach begrünt und die Wände mit Efeu bewachsen lassen, wodurch eine natürliche Kühlung im Sommer möglich ist. Dadurch braucht das Hotel keine Klimaanlage und weniger Strom, was wiederum weniger kostet und gut für die Umwelt ist. Ein weiterer Grund warum wir erstmal unsere Plattform aufbauen wollen ist, dass wir dann den Hoteleigentümern zeigen können wie viele Menschen sich für nachhaltiges Leben interessieren und sie durch diesen Anreiz dazu bringen Nachhaltigkeitsmaßnahmen umzusetzen.

     

    Mehr Informationen rund um reisebunt.com findet ihr auf ihrer Homepage, Facebookseite, sowie auf Instagram.

    Die Interviews mit allen 10 Finalisten werden auf der Website des Social Impact Awards, der Facebookseite des Social Impact Awards, sowie auf dem Blog “This Sustainable Life” von Elisa Gramlich veröffentlicht. Die Interviews dienen dem Community-Voting, für welches man auf der Website des Social Impact Awards bis 25. September 2018 abstimmen kann.

  • Interview mit LibertydotHome (SIA-Finalist 2018)

    Obdachlosigkeit ist ein gesellschaftliches Problem, das uns täglich begegnet und dennoch ignoriert wird. Libertydothome möchte erschwinglichen Lebensraum durch Wohnmodule (Tiny Houses) für Obdachlose anbieten und ihnen damit das Zurückfinden in die Gesellschaft ermöglichen.

    Wir sprachen mit Gründer Markus Hörmanseder über die Tiny House Bewegung und was ein menschenwürdiges Leben ausmacht.

     

    Elisa von This Sustainable Life: Wie würdest du Libertydothome in einem Satz beschreiben?

    Markus von Libertydothome: Die neue, innovative Wohnform Tiny Housing kombiniert mit einer Anwendung die großen Social Impact erzeugen wird.

    Elisa: Was war eure Motivation? Warum habt ihr euer Projekt ins Leben gerufen?

    Markus: Der Start war im März 2017 als wir nach einem Thema für unsere Bachelorarbeit im Bauingenieurwesen suchten. Bevor wir für unser Studium nach Wien zogen, kannten wir das Problem der Obdachlosigkeit nicht von unserer ländlichen Heimat. Doch mit dem Umzug vom Land in die Stadt war das Problem der Obdachlosigkeit auf einmal täglich präsent. Auf dem Weg von unserer Wohnung zur FH Campus Wien sind wir an drei verschieden Orten mit Obdachlosen vorbeigekommen. Dass es in der lebenswertesten Stadt der Welt trotzdem tausende Obdachlose gibt fanden wir inakzeptabel.

    Elisa: Wie habt ihr die Idee für euer Projekt bekommen? Was habt ihr in dem Moment gemacht als euch die Idee eingefallen ist? Wo wart ihr?

    Markus: Wir haben gesehen, dass zwar bereits Tiny Houses in Amerika für Obdachlose gebaut wurden, diese jedoch wieder von der Regierung entfert wurden, da sie optisch nicht viel her machten. Im Kontext unseres Bauingenieurstudium wollten wir etwas in unserem Umfeld bauen und mit dem Wechsel in der Stadt war die Kombination auf der Hand die Idee der Tiny Houses aus Amerika in Österreich umzusetzen und damit auch die Obdachlosigkeit zu reduzieren.

    Elisa: Warum hattet ihr das Gefühl das Projekt jetzt umsetzen zu müssen und für wen setzt ihr es um?

    Markus: Für die Obdachlosen. Wir hatten das Gefühl, dass die Situation in Österreich jetzt reif für diese Innovation ist. Eigentlich ist es das Mind-set das hinter der Tiny House Bewegung steckt , dass Materielles nicht mehr so wichtig ist, man minimalistisch lebt und das Bewusstsein hat, dass man aufeinander schaut. Der Zeitgeist passt für uns durch das Minimalismus Momentum daher sehr gut. Wir hatten das Gefühl das Projekt jetzt umzusetzen, da im 21. Jahrhundert Obdachlosigkeit in der zivilisierten Welt nichts mehr verloren hat.

    Elisa: Was braucht ein Mensch zum Leben?

    Markus: Viele Faktoren spielen da rein, ein Faktor ist auf jeden Fall einen privaten Rückzugsort zu haben, denn es geht um die Wahl, ob ich alleine sein möchte oder nicht. Ich kann mich draußen nie richtig abschotten, bin immer verletzbar, habe immer Überlebensangst usw.. Das heißt ich habe keine Wahlmöglichkeit und Entscheidungsfreiheit, daher auch der Name Libertydothome (liberty = Freiheit). Wir möchten die Leute von diesem Überlebensmodus, dieser Suche nach der Erfüllung der eigenen Grundbedürfnisse (z.B. wo schlafe ich heute etc.) befreien. Denn sonst kommt man nie in ein echtes Leben wo man die persönlichen Bedürfnisse erfüllen kann. Man sollte sich nicht ständig Sorgen machen, sondern Zeit für die eigene Selbstentwicklung haben um auch herauszufinden welcher Teil man von der Gesellschaft sein will und welchen Beitrag man leisten möchte. Wenn man von der Überlebensangst befreit ist, wird auch die Eigenmotivation wieder möglich und man wird selbstständiger. Wichtig ist auch, dass man diese Menschen auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit begleitet, daher ist uns wichtig, dass die sozialen Einrichtungen sie weiter betreuen, und ihre Expertise mit einfließen kann.

    Elisa: Glaubst du Menschen werden freiwillig auf so kleinem Raum wohnen wollen?

    Markus: Das ist sehr individuell, in Japan leben die Menschen bereits glücklich in Kapseln. Es ist natürlich immer besser mehr Platz zu haben, aber die Alternative ist, dass man gar nichts hat und auf der Straße wohnt. In unseren Tiny Houses lebt man zwar auf kompaktem Raum, aber das dafür sehr wohnlich und der tiefste Punkt wo man in unserer Gesellschaft landen kann, soll nicht die Straße sein, sondern soll ein (kleines) Zuhause sein. Selbst wenn klein ist, sind zwischen wenig Platz und gar kein Platz Welten dazwischen.

    key features

    Elisa: Würdest du gern selbst in einem Tiny House leben und wie würde es aussehen?

    Markus: Ja, ich würde gerne temporär in einem Tiny House leben. Das neue Bewusstsein spricht mich sehr an, dass man mobil und flexibel ist. Mein Traum ist es flexibel zu sein und die Welt zu bereisen.

    Elisa: Was ist eure größte Schwierigkeit bei der Entwicklung eures Projektes? Welche persönlichen Eigenschaften helfen euch dabei?

    Markus: Die größte Herausforderung ist, dass es ein neues Feld für uns ist und man sich die entsprechenden Kompetenzen erst aneignen muss. Was da hilft ist ein hoher Einsatz für das Projekt. Wir committen uns wirklich zu dieser Idee, zu diesem Projekt, zu diesem Grundgedanken, dass ein gerechteres Maß an Lebensqualität zum Standard werden soll. Dadurch kommt auch automatisch unsere starke Motivation und das Projekt ist auch persönlich sehr bereichernd. Um einen großen sozialen Impact zu erzeugen, helfen uns auch passende Vorträge wie TedX Talks auf YouTube, der Austausch mit sozialen Einrichtungen und Experten soviel viel zu lesen. Derzeit machen wir auch ein Pilotprojekt mit Red Bull und haben dann ein proof of concept Projekt mit dem wir dann später zu den sozialen Einrichtungen gehen.

    Elisa: Wie ist euer Geschäftsmodell?

    Markus: Für jedes 7. verkaufte Modul, welches an Unternehmen, Privatpersonen oder für touristische Anwendungen verkauft wird, geben wir ein kostenfreies Modul dem Sozialsystem. Es wird daher Kooperationen zwischen Libertydothome und sozialen Trägern geben. Die Häuser sind auf Leihbasis und Libertydothome liefert den Wohnraum. So möchten wir es etablieren.

    Elisa: Wie stellt ihr sicher, dass die Obdachlosen gerne in eure Tiny Houses einziehen?

    Markus: Wir haben eine eigene Peermanagerin, Hedi, die selbst früher obdachlos war und nun für unser Facility Management verantwortlich ist und darauf schaut, dass in den Wohnmodulen alles vorhanden ist. Wir haben im Sommer unseren 1. Prototyp gebaut und hatten dann eine Arbeitsgruppe mit Sozialarbeitern und Obdachlosen mit denen wir den Innenraum gemeinsam konzipiert haben, hier haben wir auch Hedi kennengelernt. Sie ist seit mittlerweile 3 Jahren obdachlos und wird nun durch und mit LibertydotHome Ihren Weg zurück antreten.

    Elisa: Wie hat sich euer Team zusammengefunden?

    Markus: Wir kennen uns schon seit der Schulzeit und haben uns in der HTL durch Parties etc. näher kennengelernt und sind gute Freunde geworden. Nach der Matura wurde Philipp Sanitäter und ich ging zum Militär. Dann haben wir in verschiedenen Bereichen gearbeitet und uns später zufällig beim gleichen Unternehmen in derselben Abteilung wiedergetroffen. Nachdem wir 4 Jahre gearbeitet haben, haben wir dann beschlossen Bauingenieurwesen zu studieren.

    Elisa: Erzählt uns eine lustige Anekdote aus eurem Projektleben.

    Markus: Lustigerweise war der Start von unserem Projekt genau an meinem Geburtstag und die Finalisierung des Prototypen wird im September an Philipps Geburtstag sein.

    Elisa: Gab es auch schon eine peinliche Situation oder einen besonders tollen Moment (abgesehen von dem SIA Finalist Announcement ) von dem ihr uns berichten möchtet?

    Markus: Mir ist relativ viel peinlich, da ich eher introvertiert bin, aber was mir wirklich getaugt hat war die erste Umsetzung des Projekts(Bau Prototyp 1), da es davor nur eine Idee war und es dann wirklich mit der Unterstützung vieler Leute umgesetzt wurde. Wir haben unglaublich viel Unterstützung von Leuten erhalten hatten, die nicht wussten, ob es am Ende etwas bringt und uns viel Vertrauen entgegengebracht haben.

     

    Mehr Informationen rund um LibertydotHome findet ihr auf ihrer Homepage, Facebookseite, sowie auf Instagram.

     

    Die Interviews mit allen 10 Finalisten werden auf der Website des Social Impact Awards, der Facebookseite des Social Impact Awards, sowie auf dem Blog “This Sustainable Life” von Elisa Gramlich veröffentlicht. Die Interviews dienen dem Community-Voting, für welches man auf der Website des Social Impact Awards bis 25. September 2018 abstimmen kann.

  • Interview mit Semina Project (SIA-Finalist 2018)

    Semina Project kurz SePro verbindet gleich mehrere Ziele in einem! Durch schadstofferzeugende Kohleöfen werden täglich Menschen beim Kochen in Entwicklungsländern tödlichen Luftverschmutzungen ausgesetzt. Jedes Jahr sterben laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) 3.8 Millionen Menschen an der häuslichen Luftverschmutzung. Mit der Herstellung von Holzöfen mit geringerer Schadstoffbelastung leistet SePro einen Beitrag zur Schonung der Gesundheit und Umwelt und schafft auch technische Ausbildungsmöglichkeiten mit anschließender Beschäftigung.

    Wir sprachen mit SIA-Finalist Michael Keinrath, welcher gemeinsam mit Simon Brockmeier und Christian Weindl SePro gründete um Leben zu retten.

    Elisa von This Sustainable Life: Wie würdest du SePro in einem Satz beschreiben?

    Michael von SePro: Wir bauen kleine Werkstätten in denen effiziente und schadstoffarme Holzsparöfen produziert werden, die jeder selber bauen kann.

    ElisaWie habt ihr die Idee für euer Projekt bekommen? Was habt ihr in dem Moment gemacht als euch die Idee eingefallen ist? Wo wart ihr?

    Michael: Ich war selbst schon für einige Entwicklungszusammenarbeitsprojekte in Tansania unterwegs und war schockiert wie die Menschen dort kochen und wie viel Rauch dadurch in ihren Häusern ist. Als ich für ein Waisenhaus-Projekt dort war sah es auf den ersten Blick so aus als würden die Häuser im Hintergrund brennen, wegen dem ganzen Rauch. Dabei haben die Dorfbewohner zur Begrüßung für uns gekocht und wir haben über den vielen Rauch geredet. Um ihnen den Wunsch nach rauchfreien Küchen zu ermöglichen haben wir in zusammenarbeit einen Holzsparofen entwickelt, der auf die Bedürfnisse und Vorlieben der Community angepasst ist.

    Elisa: Warum hattet ihr das Gefühl das Projekt jetzt umsetzen zu müssen und für wen setzt ihr es um?

    Michael: 18.900 Menschen sterben jedes Jahr in Tansania wegen der häuslichen Luftverschmutzung verursacht durch die offenen Feuerstellen. Des Weiteren wird 80% des entnommenen Holz verbrannt. Unsere Zielgruppe sind die drei Milliarden Menschen, die auf offenem Feuer kochen und unter der absoluten Armutsgrenze leben. Wir möchten jedem Menschen ermöglichen sich einen schadstoffarmen Holzofen leisten zu können. Durch den Einsatz unserer Öfen kann eine tansanische Familie über eine Tonne Holz pro Jahr sparen, den Schadstoffausstoß um 70% reduzieren, 120km Fußweg pro Monat für das Holzsammeln sparen, sicher Kochen und 1,8t CO2 pro Jahr einsparen.

    Elisa: Wie stellt ihr sicher, dass die Öfen leistbar sind?

    Michael: Unsere Holzöfen sind in zwei Modulen aufgebaut, einfach und lokal herstellbar. Die Öfen werden vor Ort aus lokalen Ressourcen produziert und sind dadurch sehr günstig in der Herstellung. Dadurch kann sich die lokale Bevölkerung ohne Mikrokredite die Holzöfen leisten und die Mitarbeiter werden fair bezahlt. Die Herstellungskosten betragen momentan 16 Dollar vor Ort. Der Vorteil ist auch, dass jeder den Ofen selber bauen kann, man braucht dazu nur Lehm oder Blech, einen Hammer und Meisel. Im besten Fall hat man aber eine Micro-Facility in der Nähe stehen, wo man den Ofen einfach mit selbstgebauten Maschinen herstellt.

    Ofen von SePro

    Elisa: Wie genau sind eure Öfen konzipiert und glaubt ihr, dass sie von den Menschen vor Ort genutzt werden?

    Michael: Wir haben zusammen mit der lokalen Dorfgemeinschaft den Ofen entwickelt und in Rücksprache immer wieder auf die Benutzer angepasst. Zurzeit testen wir die Öfen in Österreich um diese laufend zu verbessern. Vor Ort werden wir dann die Öfen erst ab Dezember testen, wann wir nach Tansania reisen und die ersten Prototypen bauen. Diese ersten Holzsparöfen werden ein halbes Jahr verwendet werden und wo die lokale Bevölkerung unseren gemeinsam entwickelten Ofen auf Herz und Nieren testet. Vorab haben wir die Bevölkerung bereits gefragt was ihnen wichtig ist, nämlich, dass es vor allem benutzer-, brennstofffreundlich ,effizient, schadstoffarm und sicher in den Küchen ist. Unser Modell vereint alle diese gewünschten Eigenschaften in einem kompakten Ofen.

    Elisa: 1,8t CO2 pro Jahr sind ja ganz schön viel, würde sich euer Projekt nicht als CO2-Kompensationsprojekt beim anderen SIA-Finalisten Reisebunt anbieten?

    Michael: *lacht* Ja, unser Projekt passt wirklich sehr gut mit Reisebunt zusammen, denn wir sparen das CO2 ein, das Philipp (Gründer von Reisebunt) kompensieren will.
    Es ist jedoch nicht ganz so leicht, da es unter dem Clean Development Mechanism verschiedene Standards gibt nach denen man ein CO2-Zertifikat erstellen darf. Sozialprojekte haben hier auch eine eigene Zertifizierung. Die BOKU hat einen geeigneten Standard, welcher ähnlich wie der Gold Standard ist und ebenfalls für Klimaschutzprojekte, die auch eine soziale Komponente haben, gilt, nur mit dem Unterschied, dass er deutlich günstiger als der Gold Standard ist. Mit SePro fokussieren wir uns auf zehn Sustainable Development Goals (SDGs). Es wäre großartig wenn wir unsere Projekte in Tansania durch die CO2-Kompensation finanzieren könnten. Also ein Partner wie Reisebunt wäre auf jeden Fall super.

    Elisa: Wie hat sich euer Team zusammengefunden und woher habt ihr die nötigen Kompetenzen um SePro umzusetzen?

    Michael: Wir Drei haben uns über Ingenieure ohne Grenzen Austria gefunden, dort bekommen wir auch viel Unterstützung von unserer Regionalgruppe. Zum Beispiel haben wir eine Einschulung ins Projektmanagement erhalten und sind auch so auf den SIA aufmerksam geworden. Durch den wir viele hilfreiche Kontakte wie z.B. zur ADA (Austrian Development Agency) bekommen haben. Natürlich ist es auch hilfreich, dass wir Maschinenbau und industrielle Energietechnik sowie Industrielogistik studieren und dadurch die Holzsparöfen technisch konzipieren können. Christian ist auch Schlossermeister und bildet für uns die Trainer aus.

    Elisa: Wie ist euer Geschäftsmodell und was ist eure Vision?

    Michael: Wir möchten soziale und ökologische Nachhaltigkeit forcieren. Daher verkaufen wir keine Holzsparöfen, sondern bilden Communities aus, damit sie diese selbst herstellen können. Mit der CO2-Kompensation möchten wir die Communities mit weiteren Ausbildungsmodulen unterstützen. Auch in den Schulen bilden wir Jugendliche aus wie man nachhaltig mit Ressourcen umgeht (dass mehr Bäume nachgepflanzt als abgeholzt werden) und bringen ihnen die Fähigkeiten bei, die sie brauchen um eine Anstellung in den Werkstätten zu finden oder Öfen selbst herstellen können. Unsere Vision ist, dass in Zukunft nicht nur Holzsparöfen produziert werden, sondern auch PV-Anlagen und Module für die Wasseraufbereitung gebaut werden.

    Was das Geschäftsmodell angeht bereiten wir uns auf verschiedene Szenarien vor, entweder kooperieren wir mit einer NGO (Joint Venture mit SePro), die die Öfen verkauft und die Ausbildung ermöglicht. Oder, wenn wir keine NGO finden, ist die Community gefragt, die die Verantwortung für die Werkstatt übernimmt und selbst die Öfen baut und verkauft. Das dritte Szenario ist, dass lokale Werkstätten, die es bereits in den Dörfern gibt und die ein neues Produkt verkaufen wollen, die Öfen von SePro mit Hilfe eines Technikers bauen und verkaufen. Momentan finanzieren wir uns über Spenden, möchten uns jedoch später durch die CO2-Kompensation finanzieren.

    Elisa: Was ist eure größte Schwierigkeit bei der Entwicklung eures Projektes? Welche persönlichen Eigenschaften helfen euch dabei?

    Michael: Am schwierigsten ist sicher, dass wir so viele interdisziplinären Themen in einem Projekt vereinen. Zum Glück sind wir neugierig und begeistern uns mit Themen aus Bereichen die nichts, wirklich gar nichts mit unserem Studium zu tun haben . Eine große Hilfestellung ist auch Ingenieure ohne Grenzen Austria, wo uns Experten aus verschiedenen Bereichen unterstützen.

    Elisa: Was würdest du potentiellen Gründern empfehlen?

    Michael: Einfach aktiv werden. Vor 3 Jahren gab es eine Infoveranstaltung von Ingenieure ohne Grenzen Austria gegangen, dabei wurde über interessante Möglichkeiten diskutiert ein nachhaltiges Abwasserkonzept für eine Schule zu entwickeln und dieses auch vor Ort in Tansania aufzubauen. Dann habe ich mich voll reingehängt und war wenig später bei dem Projekt in Tansania. Mir ist es wichtig, dass ich die Theorie die ich im Studium lerne, auch praktisch anwenden kann. Wenn man aktiv werden will, also wirklich aktiv, dann sollte man keine Ausreden suchen, sondern einfach die Chance ergreifen, sich ein Team finden und loslegen.

    Jeder kann bei SePro und Ingenieure ohne Grenzen mithelfen die Projekte zu realisieren: https://www.iog-austria.at/iog_project/sepro/
    Mehr Informationen rund um SePro findet ihr auf ihrer Facebookseite.
     
    Die Interviews mit allen 10 Finalisten werden auf der Website des Social Impact Awards, der Facebookseite des Social Impact Awards, sowie auf dem Blog “This Sustainable Life” von Elisa Gramlich veröffentlicht. Die Interviews dienen dem Community-Voting, für welches man auf der Website des Social Impact Awards bis 25. September 2018 abstimmen kann.
  • Interview mit triply (SIA-Finalist 2018)

    „280 Verkehrstote zwischen 1. Jänner und 9. September 2018“ Das ist eine alarmierende Zahl, die das Team von triply senken will! Gefährliche Unfälle unter Alkohol – oder Drogeneinfluss, aber auch nächtliche Gefahren können vermieden werden – Und zwar indem triply es Veranstaltern ermöglicht einfach Shuttle-Service zu organisieren, welche im ländlichen Raum ihre Gäste zum Veranstaltungsort bringen und abholen.

    Wir haben mit einem der drei Gründer von triply, Sebastian Tanzer, über ihr Startup mit dem Ziel der erhöhten Mobilität im ländlichen Raum gesprochen.

    SIA: Was war eure Motivation? Warum habt ihr euer Projekt ins Leben gerufen?

    triply: Wir, Christopher, Dominik und ich, kommen alle aus der ländlichen Gegend und kennen daher seit jeher das Problem, welches wir im Rahmen von triply lösen wollen: Um zu Festen oder Veranstaltungen zu gelangen, muss immer irgendjemand die unglückliche Rolle des Fahrers erhalten, oder ein – meist überteuertes – Taxi bestellt werden, da der öffentliche Verkehr im ländlichen Gebiet sehr rar bzw am Abend nicht vorhanden ist. Vor allem bei längeren Nächten kann auch für Fahrer, die auf Alkohol verzichten, die nächtliche Heimfahrt sehr anstrengend werden. Wir haben uns als Ziel gesetzt, eine Lösung für dieses Problem bereitzustellen!

    SIA: Trotz des schlechten öffentlichen Verkehrsnetzes am Land wollt ihr dieses möglichst gut in eure Konzepte einbinden. Wie funktioniert das?

    triply: Ja, wir beachten den öffentlichen Verkehr und binden diesen so gut es geht in unsere Konzepte mit ein. Oftmals kommt man mit den Öffis noch gut zu den Veranstaltungen, aber nicht mehr heim. In diesen Fällen konzentrieren wir uns verstärkt darauf Busse für die Heimfahrt zu organisieren.

    SIA: Was ist eure größte Schwierigkeit bei der Entwicklung eures Projektes? Welche persönlichen Eigenschaften helfen euch dabei?

    triply: Die Schwierigkeit bei der Entwicklung besteht in der Umsetzung der technischen Lösung. Wir wollen es den Veranstaltern ermöglichen, automatisch Transportkonzepte für Events zu erstellen und Busfahrten in diesen Konzepten an regionale Busunternehmen zu vergeben. Der Vorteil ist, dass wir uns mittlerweile sehr gut mit dieser Technik auskennen und nicht davor scheuen, Kontakte zu diversen Universitäten und anderen Unternehmen zu knüpfen.

    SIA: Auf Festen am Land wird hin- und wieder ein Shuttle-Service zur Verfügung gestellt. Wodurch unterscheidet sich dieses von triply?

    triply: Der Unterschied liegt in der Planung. Derzeit werden Shuttlebusse oft von der Gemeinde gestellt beziehungsweise wird von Eventmanagern planlos festgelegt, welche Haltestellen passen könnten. Wir von triply planen im Vorhinein, was die richtigen Haltestellen für das Event sind, indem wir Daten analysieren. Wir überlegen, wie viele Busse es ungefähr brauchen wird, analysieren aber noch mit dem Ticketverkauf mit, wie viele Plätze tatsächlich verkauft werden. Schließlich machen wir uns noch Gedanken darüber, wie hoch das Risiko oder auch die Chance ist, dass sich die Busse auffüllen und so selbst wieder zahlen.

    SIA: Da die Zielgruppe von triply eher jung ist, verdienen viele noch kein eigenes Geld. Ist triply eine kostengünstige Möglichkeit, von A nach B zu gelangen?

    triply: Für den Gast der mit dem Bus fährt, ist es auf jeden Fall günstiger als mit dem Taxi. Der große Vorteil ist, dass für den Eventmanager und die Gemeinden das Risiko schrumpft, dass sie unnötig viel Geld für den Transport der Besucher zahlen und der Planungsaufwand wegfällt.

    SIA: Gibt es die Möglichkeit triply auch dann zu nutzen, wenn der Veranstalter diesen Service nicht anbietet? Ist es dann günstiger triply zu wählen oder sich selbst einen Bus zu organisieren?

    triply: Wir organisieren natürlich auch die Busse für Gruppen, die an uns herantreten und zu einem bestimmten Event gelangen wollen. Für diese übernehmen wir dann die Buchung der Busse oder wir stellen unser System zur Verfügung, wo sie die Tickets für ihre Mitglieder anbieten können. Der Bus kostet einen bestimmten Betrag, aber nachdem wir schon mit sehr vielen Busunternehmen zusammengearbeitet haben, suchen wir vor allem die Unternehmen aus, die den besten Preis anbieten und der ganzen Organisation und dem Event am besten gestimmt sind.

    SIA: Wie hat sich euer Team zusammengefunden?

    triply: Christopher und ich haben uns im Rahmen unserer Diplomarbeit “public move: Sammeltaxisystem für den ländlichen Raum” bereits mit der Mobilität im ländlichen Raum befasst. Dominik hatte bereits Expertise im Organisieren von Festen und Transportkonzepten für Feste. Im Rahmen eines StartupLive’s in Linz sind wir dann zusammengekommen. Grundsätzlich ist die Aufteilung so, dass Christopher die Hauptrolle in Entwicklung übernimmt, Dominik im Salesbereich tätig ist und ich im Management arbeite.

    Das Team von triply

     

    SIA: Erzählt uns eine lustige Anekdote aus eurem Projektleben.

    triply: Bei unserer ersten Fahrt planten wir mit einem voll besetzten Bus von Sankt Martin wieder nach Linz zurückzufahren. Unser Bus war fünf Minuten nach Abfahrtszeit bis auf einen Platz voll besetzt. Nur einer meiner persönlichen Freunde, der auf einmal in der letzten halben Stunde während des Feierns abhandengekommen war, fehlte noch. Schon langsam wurden wir immer nervöser, versuchten ihn anzurufen, doch auch nach mehrmaligen Kommunikationsversuchen kam keine Rückmeldung von seiner Seite. Schließlich beschlossen wir die Sache zu vergessen und machten uns auf den Heimweg. Am nächsten Morgen (bzw. eigentlich eher Mittag) erhielten wir dann einen klärenden Anruf: Johannes hatte zwar sein Handy kurzzeitig verloren, aber stattdessen eine neue Liebe und einen Schlafplatz gefunden!

    SIA: Gab es auch schon eine peinliche Situation oder einen besonders tollen Moment (abgesehen von dem SIA Finalist Announcement ) von dem ihr uns berichten möchtet?

    triply: Besonders toll finde ich, dass ich meine derzeitige Freundin in einem unserer Busse kennengelernt habe. Einige andere tolle Momente entstanden durch die positiven Rückmeldungen unserer Gäste. Mehrmals haben wir bereits folgende geniale Frage gehört: “Und warum gibt’s des nu ned bei jedem Festl?!?”

    Mehr Informationen rund um Triply findet ihr auf ihrer Homepage, Facebookseite, sowie auf Instagram.

    Die Interviews mit allen 10 Finalisten werden auf der Website des Social Impact Awards, der Facebookseite des Social Impact Awards, sowie auf dem Blog “This Sustainable Life” von Elisa Gramlich veröffentlicht. Die Interviews dienen dem Community-Voting, für welches man auf der Website des Social Impact Awards bis 25. September 2018 abstimmen kann.

  • Interview mit My Future Academy (SIA-Finalist 2018)

    „Und was willst du später einmal machen?“ Eine Frage, bei der viele junge Menschen nervös zusammenzucken. My Future Academy greift genau dort ein, wo Schul- und Universitätsbildung nicht ausreichend helfen kann – In einer digitalen Akademie und in Workshops, die junge Menschen bei der Entfaltung des Potenzials, bei der Zukunftsplanung und bei der Suche nach Antworten auf Fragen, die bisher unbeantwortet blieben, unterstützen soll.

    Wir haben mit Eva Keiffenheim, die bei My Future Academy für Learning Design & Sales verantwortlich ist, über ihr Startup gesprochen.

    SIA: Was war eure Motivation? Warum habt ihr euer Projekt ins Leben gerufen?

    My Future Academy: My Future Academy entstand aus einem Problem, über das wir drei Gründer_innen in unserer Vergangenheit gestolpert sind. Immer wieder wurden wir mit Herausforderungen konfrontiert, auf die wir durch unser Wissen aus Schule und Studium keine passenden Antworten finden konnten. Wir möchten junge Menschen dabei unterstützen auch in ungewissen Zeiten ihr Potenzial zu entdecken und umzusetzen.

    SIA: Wie habt ihr die Idee für euer Projekt bekommen? Was habt ihr in dem Moment gemacht als euch die Idee eingefallen ist? Wo wart ihr?

    My Future Academy: Die Idee kam uns im Flugzeug auf dem Rückflug vom Silicon Valley. Wir haben uns darüber ausgetauscht, wie man Ideenreichtum und Ideenumsetzung auch jungen Menschen vermitteln könnte. Unsere ursprüngliche Idee war ein Sommercamp für Jugendliche. Die Idee mehr Menschen über eine digitale Lernplattform zu erreichen kam erst nach weiteren Brainstorming Treffen hinzu.

    SIA: Warum hattet ihr das Gefühl das Projekt jetzt umsetzen zu müssen?

    My Future Academy: Es gibt verschiedene Gründe My Future Academy jetzt umsetzen. Zum einen war Bildung nie so einfach zugänglich wie heute. Fast jede junge Person besitzt ein Smartphone oder hat Zugang zu einem PC. Zum anderen standen junge Menschen noch nie vor so vielen Möglichkeiten und Herausforderungen wie heute. Viele fühlen sich von der Menge an Entscheidungen überfordert. Genau da setzen wir an.

    SIA: Sind Soft Skills Eigenschaften, die man in einem Kurs erlernen kann? Wenn ja, wie funktioniert das? Werden die Teilnehmer individuell betreut?

    My Future Academy: Mit diesen Fragen experimentieren wir selbst noch stark. Soziale Kompetenzen untergliedern wir in Selbstkompetenzen, so etwas wie Durchhaltevermögen, Selbstvertrauen, etc. und auf der anderen Seite Lernkompetenzen, also Teamfähigkeit, Selbstorganisation, Lerntechniken und so weiter. Wir versuchen im Moment das Wissen über eine digitale Plattform zu vermitteln, wollen aber sicherstellen, dass es sehr anwendungsorientiert ist. Deshalb planen wir langfristig die Vermittlung nicht nur online, sondern auch unterstützende Wissensaustausche im Peer-to-Peer Learning. Wir haben auch schon eine Mind-Master-Gruppe, wo wir uns gegenseitig austauschen, damit der Wissensverkehr nicht einseitig ist, sondern auch unter den Teilnehmern stattfindet.

    SIA: „Bildung für Jugendliche aus allen Schichten“ – das ist euer Ziel. Bedeutet das, dass man euer Service kostenfrei in Anspruch nehmen kann?

    My Future Academy: Bisher ist unser Service kostenfrei, wir haben schon drei Workshops angeboten, die wir in Sozialen Medien beworben haben und in denen Teilnehmer*innen mit den unterschiedlichsten Hintergründen vertreten waren. Unser Ziel ist es die Plattform langfristig für alle Menschen aus bildungsfernen Schichten kostenlos zu belassen. Gleichzeitig sind wir aber auf der Suche nach einem Impact- Driven Business-Model. Wir möchten uns langfristig mit dem Projekt selbst finanzieren können.

    SIA: Was ist eure größte Schwierigkeit bei der Entwicklung eures Projektes? Welche persönlichen Eigenschaften helfen euch dabei?

    My Future Academy: Die größte Schwierigkeit bei der Entwicklung ist uns auf eine Zielgruppe festzulegen, da wir möglichst viele Menschen gleichzeitig erreichen möchten. Ursprünglich war My Future Academy an Schüler*innen gerichtet. Bei Jugendlichen in der Schule, also 15-Jährigen, ist aber der Präfrontale Cortex noch nicht so weit ausgeprägt. Dieser Gehirnbereich ist dafür verantwortlich, dass man seine Zukunft planen möchte und sich diese vorstellen kann. Wir haben gemerkt, dass Schüler*innen Schüler*innen bleiben möchten. Sie wollen sich den Kopf noch nicht über ihre Zukunft zerbrechen und wir sollen sie auch nicht in diese Rolle drängen. Studierende beschäftigen sich viel mehr mit den Fragen, auf die wir Antworten geben können. Eine persönliche Eigenschaft, die uns bei der Zielgruppensuche geholfen hat war Offenheit.

    SIA: Woher nehmt ihr euer Wissen, welches ihr in den unterschiedlichen Kursen und Modulen vermittelt und wie hat sich euer Team zusammengefunden?

    My Future Academy: Wir sind drei Gründer*innen. Philip Hofmacher ist ein erfahrener Online Learning Instructor, Sinem Günel ist Bildungsberaterin und vertritt die WU an Schulen, ich habe im Bachelor Wirtschaftspädagogik studiert, meine pädagogische Ausbildung bei „Teach for Austria“ weitergeführt, unterrichte gerade auf einer Neuen Mittelschule und beschäftige mich mit den Inhalten von Selbstkompetenz und Learning Design. Wir haben uns durch die gemeinsame Projektarbeit an der Entrepreneurship Avenue kennengelernt.

    SIA: Erzählt uns eine lustige Anekdote aus eurem Projektleben.

    My Future Academy: Bei der SIA-Verkündung saßen wir natürlich nervös im Publikum, nachdem wir unter 7 von 10 aufgerufenen Finalisten noch nicht genannt wurden. Darauf kam die Einleitung „Und das nächste Projekt beschäftigt sich mit Bildung“. Wir freuten uns, da wir dachten, dass wir endlich aufgerufen wurden. Dann war aber der nächste Satz mit „in selbstgebauten Öfen“. Wir haben uns dann selbst ausgelacht, weil es eigentlich überhaupt nicht zu unserem Projekt gepasst hat und wir uns eiskalt geirrt haben.

    SIA: Gab es auch schon eine peinliche Situation oder einen besonders tollen Moment (abgesehen von dem SIA Finalist Announcement von dem ihr uns berichten möchtet?

    My Future Academy: Dieses Jahr gab es wieder die Entrepreneurship Avenue. Man muss sich bei den Vorveranstaltungen für das Finale qualifizieren. Wir haben es sogar unter die Top 10 geschafft und auch, wenn wir es nicht gewonnen haben, haben wir sehr viele positive Rückmeldungen bekommen und auch viele Ideen von Zuhörern im Publikum. Das war ein sehr schöner und bestärkender Moment, der uns viel Motivation gegeben hat.

    Mehr Informationen rund um My Future Academy findet ihr auf ihrer Homepage, Facebookseite, sowie auf Instagram.

    Die Interviews mit allen 10 Finalisten werden auf der Website des Social Impact Awards, der Facebookseite des Social Impact Awards, sowie auf dem Blog “This Sustainable Life” von Elisa Gramlich veröffentlicht. Die Interviews dienen dem Community-Voting, für welches man auf der Website des Social Impact Awards bis 25. September 2018 abstimmen kann.

  • Interview mit AndereMeinung.at (SIA-Finalist 2018)

    Jede/r hat ein eigene Meinung, doch ist diese immer die Richtige? AndereMeinung.at will die transparente Information und den differenzierten Diskurs innerhalb einer Gesellschaft erleichtern. Dies geschieht durch die Gegenüberstellung zwei verschiedener Positionen zu einem bestimmten Thema auf ihrer Plattform und wirkt der sich zunehmend negativ auswirkenden Polarisierung entgegen.

    Wir haben mit dem Gründer Marco A. Hans über seine Motivation und die Höhen und Tiefen des Startup-Lebens gesprochen.

    Elisa von This Sustainable Life: Was war eure Motivation? Warum habt ihr euer Projekt ins Leben gerufen?

    Marco von AndereMeinung.at: Auslöser für die Idee für AndereMeinung.at war die Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. Ich war geschockt und innerlich erschüttert. Es war mir unbegreiflich. Mein Problem war, dass ich in meinem Freundeskreis vergeblich nach Menschen gesucht habe, die eine andere Meinung dazu hatten. Dieser Umstand in Kontrast zu dem Wahlergebnis haben mir gezeigt in welcher Bubble ich lebe. Es war mir nicht möglich von jemandem, der anders denkt, zu lernen. Da habe ich mich entschlossen etwas gegen dieses Problem zu unternehmen. Niemals soll Österreich eine gleiche Polarisierung wie in Amerika erleben. Meine Motivation für das Projekt ist meine volle Überzeugung etwas Gutes damit zu tun und durch Kooperationen und ein plausibles Geschäftsmodell etwas Nachhaltiges zu schaffen. Nach langer Planung ist jetzt Zeit das Problem anzupacken!

    Elisa: Wie habt ihr die Idee für euer Projekt bekommen? Was habt ihr in dem Moment gemacht als euch die Idee eingefallen ist? Wo wart ihr?

    Marco: Zuerst haben wir ein Konzept für eine Blind Dating App durchgespielt. Als wir uns selbst eingestehen mussten, dass wir selbst diesen Service nicht wirklich benutzen wollen würden, haben wir die Idee modifiziert. Daraus ist die „Dating App für andere Meinungen“ geworden. Das war im Wohnzimmer vor dem Whiteboard.

    Elisa: Warum hattet ihr das Gefühl das Projekt jetzt umsetzen zu müssen und für wen setzt ihr es um?

    Marco: Das Problem der gesellschaftlichen Polarisierung ist ein riesiges und allgemein bekanntes Problem, das potenziell unsere Zukunft und das friedliche Zusammenleben in unserer Gesellschaft zerstören kann. Und wir hatten eine Lösung. Es muss einfach etwas getan werden.

    Elisa: Wie würde eine Welt aussehen in der alle Leute einer Meinung sind?

    Marco: Schlecht: Die Vielfalt an Meinungen ist sehr wichtig. Mit unserer Plattform sollen Leute, die anderer Meinung sind, ihr Gegenüber besser verstehen können. Toleranz und Diskurs sind sehr wichtig für eine demokratische Gesellschaft.

    Elisa: Wie stellst du sicher, dass Diskussionen nicht in Streit ausarten?

    Marco: Wir möchten auf AndereMeinung.at die Leute verbinden, damit sich diese entweder virtuell in einem VideoChat oder in einem Café treffen und diskutieren. Dabei werden wir auch noch rumexperimentieren, wie eine respektvolle Diskussion am bestmöglich gelingen kann. Eine Idee ist z.B. einen Online-Moderator zu programmieren, der die Lautstärke und das Diskussionsformat vorgibt. Hierfür suchen wir auch Artificial Intelligence Experten, damit wir während der Diskussion z.B. analysieren wie die Tonlage bzw. Stimmung ist und der Online-Moderator die Diskussion moderieren kann.

    Elisa: Was ist eure größte Schwierigkeit bei der Entwicklung eures Projektes? Welche persönlichen Eigenschaften helfen euch dabei?

    Marco: Die größte Schwierigkeit ist die noch ungesicherte Finanzierung. Wir werden gerade Experten im Förderantrag schreiben. Unser Businessplan hat gerade 74 Seiten und es fehlen noch gefühlte 30%. Förderer und Spenden sind gerne gesehen. Es ist ein langer, mühsamer aber hoffentlich erfolgreicher Weg zur Umsetzung. Umso wichtiger sind uns Eigenschaften wie Hartnäckigkeit und Teamgeist. Wir sind gute Freunde und geben nicht auf, wenn es schwierig wird. Wir haben bei vorhergegangenen Projekten Fehler gemacht, auf dessen Nicht-Wiederholen wir besonders erpicht sind. Das wird uns bei diesem Projekt helfen.

    Elisa: Was habt ihr aus den vergangenen Projekten gelernt?

    Marco: Egal wie gut ein Projekt ist, wenn das Geschäftsmodell nicht funktioniert und keine Einnahmen generiert werden, stirbt das Projekt. Social Entrepreneurship Projekte sollten sich daher darum kümmern viele Einnahmen zu generieren um zu wachsen. Für AndereMeinung.at haben wir das Team viel stärker und inklusiver aufgebaut. Jeder kann mitmachen. Momentan arbeiten acht Leute an dem Projekt, die alle aus verschiedenen Bereichen kommen wie z.B. Design, IT, Wirtschaft, Filmproduktion und aus der Wissenschaft.

    Elisa: Wie hat sich euer Team zusammengefunden?

    Marco: Nico und ich sind schon lange Freunde und gemeinsam haben wir schon Projekte umgesetzt. Francis, Nicole, Severin und Valerie haben ihr großes Interesse und Glauben an die Effizienz der Lösung geäußert und wurden Teil des Teams. Jeder kann uns unterstützen – es gibt genug zu tun um die Welt zu retten.

    Elisa: Erzählt uns eine lustige Anekdote aus eurem Projektleben.

    Marco: Ich habe einmal 23 Stunden durchgehend am Antrag geschrieben ohne zu schlafen.

    Elisa: Gab es auch schon eine peinliche Situation oder einen besonders tollen Moment (abgesehen von dem SIA Finalist Announcement von dem ihr uns berichten möchtet?

    Marco: Es ist immer ein wiederkehrend schöner Moment die Unterstützung und Gutheißung anderer Menschen wahrzunehmen, wenn wir erzählen was wir tun. Dieses Projekt ist nicht mehr nur das Produkt einer Person, sondern wird von vielen Händen getragen.

     

    Mehr Informationen rund um AndereMeinung.at findet ihr auf ihrer Homepage.

    Die Interviews mit allen 10 Finalisten werden auf der Website des Social Impact Awards, der Facebookseite des Social Impact Awards, sowie auf dem Blog “This Sustainable Life” von Elisa Gramlich veröffentlicht. Die Interviews dienen dem Community-Voting, für welches man auf der Website des Social Impact Awards bis 25. September 2018 abstimmen kann.

  • Interview mit kindby (SIA-Finalist 2018)

    kindby: Österreichs erster Babykleidungsverleih

    Since babies quickly outgrow their clothes, parents often resort to cheap baby clothes. Founder Okan and his team at kindby want to stop the purchase and sale of low-grade and unsustainable baby clothing through their platform for leasing clothes. In doing so, they want to have a positive impact on the consumption behaviours of newly arrived parents and teach children about sustainability at the same time. We spoke with Okan McAllister about his project, the circular economy and the Students’ Impact Initiative (SII).

    Elisa from This Sustainable Life: What was your motivation? Why did you start your project?

    Okan from kindby: The obvious reason here is that we want to combat textile waste and unsustainable production methods. However, we would also like to create a social business that is not just for the people who have a sustainable lifestyle, but for everyone. For this, you need a variety of factors, one of which being a competitive advantage. In this case, we have a price advantage we can offer. Usually, sustainable products demand a price premium which might discourage the part of the population who is not necessarily prioritizing sustainability in their lifestyle. We would like to offer an entry way for this segment of the population by solving real life problems for them.

    Elisa: How do you achieve this price advantage?

    Okan: Especially for baby clothing the leasing model makes sense, since baby sizes change so frequently in the first two years of life. You will be able to rent the clothes for a few euros per month and are able to return it for free. kindby then checks the quality and washes it and then it goes back to the inventory. The rental model saves parents 60% per year, while providing them with the best quality clothing and accessories available.

    Elisa: How often can you resell the clothing and is it organic?

    Okan: We are not sure yet, we need to find out together how often it can be rented. We also still need to decide if we use organic or normal certified cotton and find out which one is more sustainable since normal cotton could have a longer durability. Reusing the clothing as often as possible would have the most positive impact. We are working with a consulting company on this to find out which method is better from an environmental perspective. It should also be 100% circular and one of the main problems for recycling is multi-fibre textiles. By ensuring that we have 100% recyclable materials the waste management companies don’t need to downcycle anything, we can mill it down to fibres and can sell it to the reclaimed fibre industry.

    Elisa: How often do you rent or share things?

    Okan: People share stuff because of an economic incentive, but then there is also stigma (e.g. when wearing used clothes). Unfortunately there are not so many options for 2nd hand clothes for men, so I try to buy high quality (sustainably) and buy less. Because the main problem is that we are buying too much and are throwing away to quickly. Reuse mechanisms like 2nd hand clothes thus don’t address the source of the problem. This is why kindby wants to make it more accessible and easier for people to transition into a more sustainable lifestyle without having to pay more for sustainable products.

    Elisa: Sounds good! How did you get the idea for your project? What did you do the moment you came up with the idea?

    Okan: Although there are current efforts to make second hand cool, charity shops do not address the core issues of textile waste and production. There are several problems along the way. Recollection rates, sustainable production, clothing or accessories that are not recyclable are some of these issues. We wanted to come up with a way to combat most of these areas in a scalable and financially sustainable way. With this business model we are able to empower existing social businesses, sustainable producers, and teach children about responsible consumption, as parts of the profits of kindby will go towards our existing programs we have teaching middle school and high school children about sustainability (www.missionliftoff.com). The moment I had the idea, I was on my way to a meeting in the subway, I simply wrote it down as with most ideas I have. Not an exciting story there, unfortunately. If I see a problem, I want to do something about it.

    Elisa: How did you find a team for the project?

    Okan: This initiative is implemented by an organization called Students’ Impact Initiative. We create social businesses, and teach children about societal issues. With SII we create impactful ideas and find people that would like to implement them. We have several different initiatives. We want to show that successful bottom-up initiatives can also provide a best case example in our transition to a circular economy. We recruit from all universities every semester! Anyone can be a part of our team and can check us out at www.siiaustria.com. However, for a startup project it is quite difficult to find the right people, since they should technically commit around 2 years full-time to test it and you also need to ensure that your vision is aligned with them. In this case, it’s helpful to write a manifesto as a team to set the right expectations for each other, so that everyone is on same boat (what do you expect from each other? Where will the company go in 10 years? How much time etc. can you invest? How would you react if an investor wants to buy the company?). Set honest expectations and think about the future realistically.

    The Kindby-Team

    Elisa: You probably know that there are already some similar social businesses in Germany and Denmark for leasing baby clothes, how do you distinguish yourself from them and do you see them as competitors or partners?

    Okan: After I had the idea I did some research online and also found those companies, but I don’t see them as competition. Social businesses should align to become better together. Social entrepreneurs go into markets that are not well known. When they create a market, regular companies come and compete with them. If you are doing it for the impact you want to have and not for the money only, other social businesses aren’t competition, but partners in crime.

    Elisa: What is your biggest difficulty in developing your project? What personal qualities help you?

    Okan: It is quite difficult to choose your producers with a vision like ours. Responsible producers and suppliers of baby clothing and accessories are more than welcome to get in touch with us at hello@kindby.com. In terms of qualities, we use diversity as our strength. We have people from various backgrounds in our team that provide different perspectives on our projects, which helps us immensely. We do not focus on recruiting people with a business background to our team, but recruit according to mindset. We as SII have an exclusive development program for our members that cover all the relevant areas from project management, business strategy, content marketing, graphic design, all the way down to event management and pitching. This is called the Prime Mover program.

    Elisa: What was a funny anecdote from your project life?

    Okan: In one of our first pitches for kindby, the title slide had a very cute baby as a background. On the lower left hand corner, we had our logo and the tagline: high quality at affordable prices. It was only until after our pitch that we realized that people initially thought that we were about to talk about renting out babies…

    Elisa: Last but not least, what advice would you give to a potential founder?

    Okan: In my opinion, there are two main things a founder has to have regardless of background; emotional intelligence and discipline. It starts off by being extremely self aware and secure, which allows you to know what kind of feedback you should be listening to and then having the discipline to not only work on your lagging areas but also just relentlessly keep going. At the end of the day, there is a huge set of hard and soft skills you will need to be able to move forward, and there will always be people who have various opinions on what will work and what won’t. Being truly self aware of what you’re overlooking, what you are not good at and more will help you accept what needs to be better, and a dose of emotional intelligence will help you understand what kind of feedback you should be listening to and what to not focus on. This is why hard work on its own is nowhere near enough. Be at a level of awareness where you can objectively look at yourself and your idea so that you can make sure to work hard on the right things.

     

    You can find further information about kindby on their homepage, Facebook and Instagram.

    Die Interviews mit allen 10 Finalisten werden auf der Website des Social Impact Awards, der Facebookseite des Social Impact Awards, sowie auf dem Blog “This Sustainable Life” von Elisa Gramlich veröffentlicht. Die Interviews dienen dem Community-Voting, für welches man auf der Website des Social Impact Awards bis 25. September 2018 abstimmen kann.

  • Interview mit MobiDic (SIA-Finalist 2018)

    Sozialarbeiter haben den ganzen Tag nur mit Menschen zu tun? Ein großer Irrtum, schließlich müssen sie nach anstrengenden Diensten stundenlang ihren Arbeitsalltag dokumentieren. Doch diese Aufgabe haben sie nicht mehr lange – Dank MobiDic, einem Startup, welches eine App mit Speech-to-Text-Technologie entwickelt hat, welche die Dokumentation vereinfacht und vor allem auch verkürzt.Wir baten den Gründer Paul Laireiter uns das Projekt näher vorzustellen und einen Einblick in die Arbeit im sozialen Bereich, sowie in die Gründungszeit eines Startups zu geben.

    SIA:Was war eure Motivation? Warum habt ihr euer Projekt ins Leben gerufen? Wie und wo habt ihr die Idee für euer Projekt bekommen?

    MobiDic: Aus meiner eigenen Erfahrung aus dem Sozialbereich weiß ich, dass Dokumentation sehr zeitintensiv und anstrengend, aber dennoch unverzichtbar ist. Warum das Ganze also nicht so gestalten, dass es einfach und effizient wird und eventuell sogar noch Spaß macht? Wir erkannten schnell, dass eine mobile Dokumentationsapp viel Potenzial aufweist und viele Probleme im bürokratischen Alltag gleichzeitig lösen kann. Diese Idee wurde im Rahmen des „Social Hackathons 2018“ in einem interdisziplinären Team weitergesponnen und konkretisiert.

    Social Hackathon 2018
    SIA: Warum hattet ihr das Gefühl das Projekt jetzt umsetzen zu müssen und für wen setzt ihr es um?

    MobiDic: Durch das Weiterarbeiten am Projekt wurde uns klar, wie groß das Einsatzgebiet einer solchen Applikation ist und wie vielen Menschen es den Arbeitsalltag erleichtern würde und vor Allem wie viel Zeit eingespart werden könnte. In erster Linie soll die App im Sozialbereich die Arbeit erleichtern und viel Zeit sparen, da hier die verwendete Zeit für das Dokumentieren nachher für die Klient_innen fehlt und diese würden besonders von der App profitieren, da zusätzliche Zeit für die eigentliche Betreuung gewonnen wird.

    SIA: Ein Artikel, der 2012 im Spiegel veröffentlicht wurde, befasst sich mit der Arbeit von Jugendamtsmitarbeiterin. Man findet unter anderem folgende Aussage: „Der Dokumentationsaufwand ist enorm, meiner Einschätzung nach pflegt der Sozialarbeiter nur noch 30 Prozent seiner Zeit den direkten Kontakt zur Familie. In der restlichen Zeit arbeitet er vom Amt aus und dokumentiert.“ Wie wird sich MobiDic auf die geringe direkte Betreuung auswirken?

    MobiDic: Es gibt Sozialarbeiter in ganz unterschiedlichen Bereichen, die jetzt schon wesentlich mehr Kontakt zu den Klienten haben als jene, die am Amt tätig sind. Aus meiner Erfahrung ist trotzdem sehr viel Dokumentationsaufwand in sämtlichen Bereichen der sozialen Arbeit da. Durch die App können ca. 50-60 Prozent des Zeitaufwandes für die Dokumentation eingespart werden.

    SIA: Woran könnte es liegen, dass Sozialarbeiter bisher noch nicht auf derartige Technologien zurückgegriffen haben?

    MobiDic: Aus meiner Erfahrung verwenden im Speziellen große Einrichtungen ihr Dokumentationsprogramm schon seit Jahren oder auch Jahrzehnten. Hier wird derzeit vor allem die herkömmliche Dokumentation am Computer oder sogar noch auf Papier in Form von Formularen verwendet. Eine Dokumentation, wie wir sie machen wollen, gibt es aber bisher noch gar nicht. Die Möglichkeit, dass man ins Handy spricht und das sofort verschriftlicht wird, findet man im Sozialbereich noch nirgends.

    SIA: Was ist eure größte Schwierigkeit bei der Entwicklung eures Projektes? Welche persönlichen Eigenschaften helfen euch dabei?

    MobiDic: Es tauchen Fragen auf, die wir alleine nicht mehr bewältigen können und dazu brauchen wir Experten, die sich in gewissen Bereichen besonders gut auskennen und uns Tipps bzw. Empfehlungen geben können. Beispielsweise im Bereich des neuen Datenschutzgesetzes stehen wir vor einer großen Herausforderung, da unsere App sensible Daten erfassen würde. Diese Herausforderungen können wir aber gut durch unser Durchhaltevermögen und den Teamgeist der Gruppe entgegentreten. Da wir viele unterschiedliche Typen im Team haben ergibt sich auch ein breites Spektrum an Wissen und Kontakten.

    SIA: Und eure Hauptaufgabe ist die Erstellung der App?

    MobiDic: Die App weiterzuentwickeln und fertigzustellen, Werbung zu machen und gleichzeitig auch den Bedarf zu erheben, wo die Einsatzgebiete liegen, das sind unsere derzeitigen Hauptaufgaben. Im Rahmen meiner Masterarbeit mache ich auch eine Bedarfsanalyse, in der ich mich damit beschäftige herauszufinden, wie viele Arbeiter im Sozialbereich wirklich dokumentieren müssen, wie hoch der Aufwand dafür ist, wie groß die Zufriedenheit und der Bedarf einer Änderung ist.

    Das Team von MobiDic

    SIA: Erzählt uns eine lustige Anekdote aus eurem Projektleben.

    MobiDic: Bei der Namensfindung für das Projekt gab es sehr unterschiedliche Meinungen was den Namen „MobiDic“ betrifft. Komischerweise waren unsere weiblichen Teammitglieder besonders skeptisch. Aber durch zahlreiches positives Feedback von Außen konnten wir auch unsere Skeptikerinnen überzeugen.

    SIA: Gab es auch schon eine peinliche Situation oder einen besonders tollen Moment (abgesehen von dem SIA Finalist Announcement von dem ihr uns berichten möchtet?

    MobiDic: Die schönsten Momente sind immer jene, wo man besonderen Zuspruch und Lob für die Idee des Projekts bekommt bzw. auch die Bestätigung durch eine Jury, die das Projekt zu den Besten unter vielen kürt.

    Mehr Information rund um MobiDic und ihr Projekt findet ihr auf Facebook.

    Die Interviews mit allen 10 Finalisten werden auf der Website des Social Impact Awards, der Facebookseite des Social Impact Awards, sowie auf dem Blog “This Sustainable Life” von Elisa Gramlich veröffentlicht. Die Interviews dienen dem Community-Voting, für welches man auf der Website des Social Impact Awards bis 25. September 2018 abstimmen kann.

  • Social Impact Award Finalist Announcement 2018

    Am letzten Donnerstag zelebrierten wir unser Finalist Announcement im Impact Hub- ein wichtiger Zwischenstopp auf der Social Impact Award Reise 2018. Die rund 100 Gäste jeglichen Alters von jung bis erfahren wurden vom „quasi“ Kapitän Jonas als Moderator mit seinem Charme und viel Witz durch den Abend geführt. Hilfe hatte er von zwei SIA Ticketverkäuferinnen, nämlich den Jurymitgliedern Roman Mesicek und Judith Pühringer, die vor allem die Bekanntgabe der Finalisten äußerst unterhaltsam und sehr spannend gestalteten. Es entschied sich an diesem Abend wer ein Ticket für den Weiterflug in die Inkubationsphase, einen Koffer mit vielen Kleinigkeiten und eine Soulbottle für den Durst auf der Reise bekommen sollte. Die Inkubationsphase beinhaltet einen eigenes gestalteten dreistufigen Prozess für alle Projekte mit einem Mentoringprogramm, Zugang zu Experten- und Coachingpools, einer Wissensdatenbank, einem Taschengeld in Höhe von 300 EUR – gesponsert von HOFER – und dem Cohort, der Gemeinschaft aller Projektteams.

    Diese Reise durch den Abend wurde von der lieben Josefine Schulze mit einem graphic recording begleitet. Außerdem gab es eine Social Media Wall, die reichlich zur Kommunikation untereinander genutzt wurde.

    Nachdem unser Kapitän das Flugzeuginnere und die Crew kurz vorstellte, übergab er an eine der Geschäftsführerinnen des Impact Hubs Barbara Inmann das Wort. Sie stellte den Hub mit folgenden Worten vor: „Der Impact Hub Vienna ist so ein bisschen das zu Hause für alle, die positiv die Gesellschaft verändern wollen.“

    Danach folgte ein kurzer Rückblick über die bisher gemachte Reise, die mit dem Kickoff im Jänner begann, über die Workshops, in Form von Impact Weekends, über die Monate März und April durch ganz Österreich ging (hierzu gibt es zum Lesen zahlreiche Reiseberichte unter den Neuigkeiten von unseren Volontären) und nun den ersten Höhepunkt im Finalist Announcement erreichen sollte.

    Ein paar Fakten über die Reise, auf die wir zugegebenermaßen sehr stolz sind: Insgesamt waren es 22 Workshops in 7 Bundesländern, davon 6 in englischer Sprache und 9 Events, an denen über 500 Passagiere zeitweise in unseren SIA Flieger eingestiegen sind.

    Daraus folgten nun 58 Einreichungen aus 18 Städten hinter denen über 80 Einzelpersonen stehen.

    Die Schwarzkappler bzw. Reiseleiter, wie sie sich selbst bezeichneten, Judith und Roman übernahmen nun das Steuer. Beide sind schon seit mehreren Jahren mit an Bord und fühlen sich als Teil der Community. Was Judith besonders heraushebte und betonte ist, dass es beim SIA nicht nur um Einzelprojekte geht, sondern um eine große, sehr inspirierte Community, die man immer wieder trifft – auch in unterschiedlichen Rollen.

    Gleich bei dem ersten Finalisten Lingvano konnten wir gleich eine Gebärde erlernen und zwar das Wort „probieren“, wie man hier an der Jurymitglied Andra sehen kann. Durch Lingvano wird das kostengünstige und flexible Erlernen der Gebärdensprache für alle möglich und es soll das Leben Gehörloser innerhalb der Gesellschaft vereinfachen und verbessern. Die Hürden in der Kommunikation mit gehörlosen Menschen ermöglicht will Lingvano mit ihrem Projekt überwinden.

    LibertydotHome: Obdachlosigkeit ist ein gesellschaftliches Problem, das uns täglich begegnet und dennoch ignoriert wird. LibertydotHome möchte erschwinglichen Lebensraum durch Wohnmdule (Tiny Houses) für Obdachlose anbieten und ihnen damit das Zurückfinden in die Gesellschaft ermöglichen.

    Anderemeinung.at: Jede/r hat ein eigene Meinung, doch ist diese immer die Richtige? Anderemeinung.at will die transparente Information und den differenzierten Diskurs innerhalb einer Gesellschaft erleichtern. Dies geschieht durch die Gegenüberstellung zwei verschiedener Positionen zu einem bestimmten Thema auf ihrer Plattform und wirkt der zunehmend sich negativ auswirkenden Polarisierung entgegen.

    Reisebunt.com: Jeder reist gerne, doch leider lässt sich ein nachhaltiger Lebensstil nicht mit umweltschädlichen Flügen vereinbaren. Doch dem Team von reisebunt.at kam da eine kompensierende Idee! Reisebunt agiert als Publisher für Reiseveranstalter und bekommt pro getätigter Buchung eine Kommission mit der ein Baum gepflanzt wird. Gut für die Umwelt und das schlechte Gewissen!

    RefugeEYEs möchte geflüchteten Kindern durch kreative Projekte die Möglichkeit geben aus dem tristen Leben des Flüchtlingsheims herauszukommen und ermutigen, dass sie etwas selbst im Leben erreichen können. Durch dieses Projekt haben Kinder somit auch die Chance traumatische Erlebnisse zu verarbeiten und sie werden in ihrer Entwicklung innerhalb eines fremden und einschüchternden Umfelds gefördert.

    Ein weiteres Highlight an diesem Abend war die Keynote von Nina Proxleitner, einer SIA Alumni von 2017 mit More than one Perspective, die uns mit auf ihre eigene Reise genommen hat. Ihre Reise begann vor ca 2,5 Jahren mit zwei Freunden, die alle drei als Fellows bei Teach for Austria Jugendliche unterrichteten und daraus ergab sich der Plan etwas im Integrationsbereich machen zu wollen. Perspektiven geben ist hier das Stichwort. Sie selbst haben in Form eines Programms für 10 gut ausgebildete Geflüchtete und klarem Feedback sowie einem konstanten Dialog herausgefunden, wie sie das Thema Integration angehen können. Wichtig ist, wie Nina mehrfach betont, Erfolge herauszustreichen, aber was auch hinter jedem Bild des Erfolges steht, sind Misserfolge, durch welche man hindurch muss, wie beispielsweise, dass sie bei der ersten Einreichung beim SIA nicht gewonnen haben. „Es gibt die positiven Geschichten auf der Reise und die nicht so Schönen. Und für alle, für die es dieses Jahr nicht klappt, wird es dann vielleicht einfach nächstes Jahr das positive Bild geben.“

    Die Reisebegleiter Judith und Roman nahmen das Publikum anschließend weiter mit auf die Reise und verkündeten die weiteren 5 Finalisten.

    Triply möchte den sicheren und nachhaltigeren Transport von jungen ausgehfreudigen Menschen ermöglichen. Dies passiert durch ein Sammeltaxisystem, welches zum Veranstaltungsort bringt und abholt. Gefährliche Unfälle unter Alkohol – oder Drogeneinfluss, aber auch nächtliche Gefahren wie Raubüberfälle können vermieden werden.

    Semina Project kurz SePro verbindet gleich mehrere Ziele in einem! Durch schadstofferzeugende Öfen werden täglich Menschen beim Kochen in Entwicklungsländern tödlichen Luftverschmutzungen ausgesetzt. Durch die Herstellung von Holzöfen mit geringerer Schadstoffbelastung wird die Gesundheit und Umwelt geschont, aber auch technische Ausbildungsmöglichkeiten mit anschließender Beschäftigung geschaffen.

    Myfutureacademy: Die Jugend verbringt enorm viel Zeit im Internet. Warum diese nicht auch sinnvoll nutzen? My Future Academy bietet Jugendlichen aus allen Schichten innovative Bildung, die sich einem strukturellen Wandel der Zeit anpasst und Wissen, welches sie nicht in der Schule erlangen können. Eine chancenreichere Zukunft und bessere Bildung für alle wird somit wahr!

    Mobidic: Sozialarbeiter haben oft lange und anstrengende Dienste nach denen sie auch noch stundenlang ihren Arbeitsalltag dokumentieren müssen. Unter der sehr umständlichen Dokumentation leiden viele sozial Beschäftigte. MobiDic vereinfacht den Arbeitsalltag von Sozialarbeitern durch eine Speech-to-Text Technologie. Die mobile Dokumentation vereinfacht und verbessert die Qualität der Dokumentation der getätigten Arbeit.

    Kindby Da Kleinkinder schnell aus Klamotten rauswachsen, wird oft auf billige Babyklamotten zurückgegriffen. Gründer Okan und sein Team von kindby wollen den Kauf und Verkauf von minderproduzierter und nicht nachhaltiger Babykleidung durch ihre Plattform stoppen. Dadurch möchten sie einen positiven Einfluss auf den Konsum von frischgewordenen Eltern ausüben und Bewusstsein innerhalb der Gesellschaft schaffen.

    Mit einer Einladung von Jonas zum Feiern bei reichlich Speis und Trank für alle von Rita bringt’s, endete dann auch der offizielle Teil und es begann der entspanntere Part mit reichlich Möglichkeit zum Netzwerken.

    Zu allerletzt gab es noch die Möglichkeit für alle in die gegenüberliegende Bar weiterzuziehen und den Abend ausklingen zu lassen. Hier feierten alles zusammen bis weit in die Nacht hinein und es entstanden zahlreiche neue Kontakte und sogar Freundschaften.

     

     

     

    Wenn du Lust hast den Abend nochmals ausführlich nachzuerleben, schau‘ dir einfach den Livestream von BSEEN des ganzen Events an. https://www.www.facebook.com/socialimpactaward/videos/603950179967593/

    SAVE THE DATE: Am 5. Oktober werden die Gewinner des Social Impact Awards in Form der Award Ceremony bekannt gegeben und es entscheidet sich wer das finale Ticket zum Summit nach Georgien und die Preisgelder gesponsort von HOFER erhält.

    Dieser Artikel wurde von unserer Volontärin Theresa verfasst.