• Interview mit triply (SIA-Finalist 2018)

    „280 Verkehrstote zwischen 1. Jänner und 9. September 2018“ Das ist eine alarmierende Zahl, die das Team von triply senken will! Gefährliche Unfälle unter Alkohol – oder Drogeneinfluss, aber auch nächtliche Gefahren können vermieden werden – Und zwar indem triply es Veranstaltern ermöglicht einfach Shuttle-Service zu organisieren, welche im ländlichen Raum ihre Gäste zum Veranstaltungsort bringen und abholen.

    Wir haben mit einem der drei Gründer von triply, Sebastian Tanzer, über ihr Startup mit dem Ziel der erhöhten Mobilität im ländlichen Raum gesprochen.

    SIA: Was war eure Motivation? Warum habt ihr euer Projekt ins Leben gerufen?

    triply: Wir, Christopher, Dominik und ich, kommen alle aus der ländlichen Gegend und kennen daher seit jeher das Problem, welches wir im Rahmen von triply lösen wollen: Um zu Festen oder Veranstaltungen zu gelangen, muss immer irgendjemand die unglückliche Rolle des Fahrers erhalten, oder ein – meist überteuertes – Taxi bestellt werden, da der öffentliche Verkehr im ländlichen Gebiet sehr rar bzw am Abend nicht vorhanden ist. Vor allem bei längeren Nächten kann auch für Fahrer, die auf Alkohol verzichten, die nächtliche Heimfahrt sehr anstrengend werden. Wir haben uns als Ziel gesetzt, eine Lösung für dieses Problem bereitzustellen!

    SIA: Trotz des schlechten öffentlichen Verkehrsnetzes am Land wollt ihr dieses möglichst gut in eure Konzepte einbinden. Wie funktioniert das?

    triply: Ja, wir beachten den öffentlichen Verkehr und binden diesen so gut es geht in unsere Konzepte mit ein. Oftmals kommt man mit den Öffis noch gut zu den Veranstaltungen, aber nicht mehr heim. In diesen Fällen konzentrieren wir uns verstärkt darauf Busse für die Heimfahrt zu organisieren.

    SIA: Was ist eure größte Schwierigkeit bei der Entwicklung eures Projektes? Welche persönlichen Eigenschaften helfen euch dabei?

    triply: Die Schwierigkeit bei der Entwicklung besteht in der Umsetzung der technischen Lösung. Wir wollen es den Veranstaltern ermöglichen, automatisch Transportkonzepte für Events zu erstellen und Busfahrten in diesen Konzepten an regionale Busunternehmen zu vergeben. Der Vorteil ist, dass wir uns mittlerweile sehr gut mit dieser Technik auskennen und nicht davor scheuen, Kontakte zu diversen Universitäten und anderen Unternehmen zu knüpfen.

    SIA: Auf Festen am Land wird hin- und wieder ein Shuttle-Service zur Verfügung gestellt. Wodurch unterscheidet sich dieses von triply?

    triply: Der Unterschied liegt in der Planung. Derzeit werden Shuttlebusse oft von der Gemeinde gestellt beziehungsweise wird von Eventmanagern planlos festgelegt, welche Haltestellen passen könnten. Wir von triply planen im Vorhinein, was die richtigen Haltestellen für das Event sind, indem wir Daten analysieren. Wir überlegen, wie viele Busse es ungefähr brauchen wird, analysieren aber noch mit dem Ticketverkauf mit, wie viele Plätze tatsächlich verkauft werden. Schließlich machen wir uns noch Gedanken darüber, wie hoch das Risiko oder auch die Chance ist, dass sich die Busse auffüllen und so selbst wieder zahlen.

    SIA: Da die Zielgruppe von triply eher jung ist, verdienen viele noch kein eigenes Geld. Ist triply eine kostengünstige Möglichkeit, von A nach B zu gelangen?

    triply: Für den Gast der mit dem Bus fährt, ist es auf jeden Fall günstiger als mit dem Taxi. Der große Vorteil ist, dass für den Eventmanager und die Gemeinden das Risiko schrumpft, dass sie unnötig viel Geld für den Transport der Besucher zahlen und der Planungsaufwand wegfällt.

    SIA: Gibt es die Möglichkeit triply auch dann zu nutzen, wenn der Veranstalter diesen Service nicht anbietet? Ist es dann günstiger triply zu wählen oder sich selbst einen Bus zu organisieren?

    triply: Wir organisieren natürlich auch die Busse für Gruppen, die an uns herantreten und zu einem bestimmten Event gelangen wollen. Für diese übernehmen wir dann die Buchung der Busse oder wir stellen unser System zur Verfügung, wo sie die Tickets für ihre Mitglieder anbieten können. Der Bus kostet einen bestimmten Betrag, aber nachdem wir schon mit sehr vielen Busunternehmen zusammengearbeitet haben, suchen wir vor allem die Unternehmen aus, die den besten Preis anbieten und der ganzen Organisation und dem Event am besten gestimmt sind.

    SIA: Wie hat sich euer Team zusammengefunden?

    triply: Christopher und ich haben uns im Rahmen unserer Diplomarbeit “public move: Sammeltaxisystem für den ländlichen Raum” bereits mit der Mobilität im ländlichen Raum befasst. Dominik hatte bereits Expertise im Organisieren von Festen und Transportkonzepten für Feste. Im Rahmen eines StartupLive’s in Linz sind wir dann zusammengekommen. Grundsätzlich ist die Aufteilung so, dass Christopher die Hauptrolle in Entwicklung übernimmt, Dominik im Salesbereich tätig ist und ich im Management arbeite.

    Das Team von triply

     

    SIA: Erzählt uns eine lustige Anekdote aus eurem Projektleben.

    triply: Bei unserer ersten Fahrt planten wir mit einem voll besetzten Bus von Sankt Martin wieder nach Linz zurückzufahren. Unser Bus war fünf Minuten nach Abfahrtszeit bis auf einen Platz voll besetzt. Nur einer meiner persönlichen Freunde, der auf einmal in der letzten halben Stunde während des Feierns abhandengekommen war, fehlte noch. Schon langsam wurden wir immer nervöser, versuchten ihn anzurufen, doch auch nach mehrmaligen Kommunikationsversuchen kam keine Rückmeldung von seiner Seite. Schließlich beschlossen wir die Sache zu vergessen und machten uns auf den Heimweg. Am nächsten Morgen (bzw. eigentlich eher Mittag) erhielten wir dann einen klärenden Anruf: Johannes hatte zwar sein Handy kurzzeitig verloren, aber stattdessen eine neue Liebe und einen Schlafplatz gefunden!

    SIA: Gab es auch schon eine peinliche Situation oder einen besonders tollen Moment (abgesehen von dem SIA Finalist Announcement ) von dem ihr uns berichten möchtet?

    triply: Besonders toll finde ich, dass ich meine derzeitige Freundin in einem unserer Busse kennengelernt habe. Einige andere tolle Momente entstanden durch die positiven Rückmeldungen unserer Gäste. Mehrmals haben wir bereits folgende geniale Frage gehört: “Und warum gibt’s des nu ned bei jedem Festl?!?”

    Mehr Informationen rund um Triply findet ihr auf ihrer Homepage, Facebookseite, sowie auf Instagram.

    Die Interviews mit allen 10 Finalisten werden auf der Website des Social Impact Awards, der Facebookseite des Social Impact Awards, sowie auf dem Blog “This Sustainable Life” von Elisa Gramlich veröffentlicht. Die Interviews dienen dem Community-Voting, für welches man auf der Website des Social Impact Awards bis 25. September 2018 abstimmen kann.

  • Interview mit My Future Academy (SIA-Finalist 2018)

    „Und was willst du später einmal machen?“ Eine Frage, bei der viele junge Menschen nervös zusammenzucken. My Future Academy greift genau dort ein, wo Schul- und Universitätsbildung nicht ausreichend helfen kann – In einer digitalen Akademie und in Workshops, die junge Menschen bei der Entfaltung des Potenzials, bei der Zukunftsplanung und bei der Suche nach Antworten auf Fragen, die bisher unbeantwortet blieben, unterstützen soll.

    Wir haben mit Eva Keiffenheim, die bei My Future Academy für Learning Design & Sales verantwortlich ist, über ihr Startup gesprochen.

    SIA: Was war eure Motivation? Warum habt ihr euer Projekt ins Leben gerufen?

    My Future Academy: My Future Academy entstand aus einem Problem, über das wir drei Gründer_innen in unserer Vergangenheit gestolpert sind. Immer wieder wurden wir mit Herausforderungen konfrontiert, auf die wir durch unser Wissen aus Schule und Studium keine passenden Antworten finden konnten. Wir möchten junge Menschen dabei unterstützen auch in ungewissen Zeiten ihr Potenzial zu entdecken und umzusetzen.

    SIA: Wie habt ihr die Idee für euer Projekt bekommen? Was habt ihr in dem Moment gemacht als euch die Idee eingefallen ist? Wo wart ihr?

    My Future Academy: Die Idee kam uns im Flugzeug auf dem Rückflug vom Silicon Valley. Wir haben uns darüber ausgetauscht, wie man Ideenreichtum und Ideenumsetzung auch jungen Menschen vermitteln könnte. Unsere ursprüngliche Idee war ein Sommercamp für Jugendliche. Die Idee mehr Menschen über eine digitale Lernplattform zu erreichen kam erst nach weiteren Brainstorming Treffen hinzu.

    SIA: Warum hattet ihr das Gefühl das Projekt jetzt umsetzen zu müssen?

    My Future Academy: Es gibt verschiedene Gründe My Future Academy jetzt umsetzen. Zum einen war Bildung nie so einfach zugänglich wie heute. Fast jede junge Person besitzt ein Smartphone oder hat Zugang zu einem PC. Zum anderen standen junge Menschen noch nie vor so vielen Möglichkeiten und Herausforderungen wie heute. Viele fühlen sich von der Menge an Entscheidungen überfordert. Genau da setzen wir an.

    SIA: Sind Soft Skills Eigenschaften, die man in einem Kurs erlernen kann? Wenn ja, wie funktioniert das? Werden die Teilnehmer individuell betreut?

    My Future Academy: Mit diesen Fragen experimentieren wir selbst noch stark. Soziale Kompetenzen untergliedern wir in Selbstkompetenzen, so etwas wie Durchhaltevermögen, Selbstvertrauen, etc. und auf der anderen Seite Lernkompetenzen, also Teamfähigkeit, Selbstorganisation, Lerntechniken und so weiter. Wir versuchen im Moment das Wissen über eine digitale Plattform zu vermitteln, wollen aber sicherstellen, dass es sehr anwendungsorientiert ist. Deshalb planen wir langfristig die Vermittlung nicht nur online, sondern auch unterstützende Wissensaustausche im Peer-to-Peer Learning. Wir haben auch schon eine Mind-Master-Gruppe, wo wir uns gegenseitig austauschen, damit der Wissensverkehr nicht einseitig ist, sondern auch unter den Teilnehmern stattfindet.

    SIA: „Bildung für Jugendliche aus allen Schichten“ – das ist euer Ziel. Bedeutet das, dass man euer Service kostenfrei in Anspruch nehmen kann?

    My Future Academy: Bisher ist unser Service kostenfrei, wir haben schon drei Workshops angeboten, die wir in Sozialen Medien beworben haben und in denen Teilnehmer*innen mit den unterschiedlichsten Hintergründen vertreten waren. Unser Ziel ist es die Plattform langfristig für alle Menschen aus bildungsfernen Schichten kostenlos zu belassen. Gleichzeitig sind wir aber auf der Suche nach einem Impact- Driven Business-Model. Wir möchten uns langfristig mit dem Projekt selbst finanzieren können.

    SIA: Was ist eure größte Schwierigkeit bei der Entwicklung eures Projektes? Welche persönlichen Eigenschaften helfen euch dabei?

    My Future Academy: Die größte Schwierigkeit bei der Entwicklung ist uns auf eine Zielgruppe festzulegen, da wir möglichst viele Menschen gleichzeitig erreichen möchten. Ursprünglich war My Future Academy an Schüler*innen gerichtet. Bei Jugendlichen in der Schule, also 15-Jährigen, ist aber der Präfrontale Cortex noch nicht so weit ausgeprägt. Dieser Gehirnbereich ist dafür verantwortlich, dass man seine Zukunft planen möchte und sich diese vorstellen kann. Wir haben gemerkt, dass Schüler*innen Schüler*innen bleiben möchten. Sie wollen sich den Kopf noch nicht über ihre Zukunft zerbrechen und wir sollen sie auch nicht in diese Rolle drängen. Studierende beschäftigen sich viel mehr mit den Fragen, auf die wir Antworten geben können. Eine persönliche Eigenschaft, die uns bei der Zielgruppensuche geholfen hat war Offenheit.

    SIA: Woher nehmt ihr euer Wissen, welches ihr in den unterschiedlichen Kursen und Modulen vermittelt und wie hat sich euer Team zusammengefunden?

    My Future Academy: Wir sind drei Gründer*innen. Philip Hofmacher ist ein erfahrener Online Learning Instructor, Sinem Günel ist Bildungsberaterin und vertritt die WU an Schulen, ich habe im Bachelor Wirtschaftspädagogik studiert, meine pädagogische Ausbildung bei „Teach for Austria“ weitergeführt, unterrichte gerade auf einer Neuen Mittelschule und beschäftige mich mit den Inhalten von Selbstkompetenz und Learning Design. Wir haben uns durch die gemeinsame Projektarbeit an der Entrepreneurship Avenue kennengelernt.

    SIA: Erzählt uns eine lustige Anekdote aus eurem Projektleben.

    My Future Academy: Bei der SIA-Verkündung saßen wir natürlich nervös im Publikum, nachdem wir unter 7 von 10 aufgerufenen Finalisten noch nicht genannt wurden. Darauf kam die Einleitung „Und das nächste Projekt beschäftigt sich mit Bildung“. Wir freuten uns, da wir dachten, dass wir endlich aufgerufen wurden. Dann war aber der nächste Satz mit „in selbstgebauten Öfen“. Wir haben uns dann selbst ausgelacht, weil es eigentlich überhaupt nicht zu unserem Projekt gepasst hat und wir uns eiskalt geirrt haben.

    SIA: Gab es auch schon eine peinliche Situation oder einen besonders tollen Moment (abgesehen von dem SIA Finalist Announcement von dem ihr uns berichten möchtet?

    My Future Academy: Dieses Jahr gab es wieder die Entrepreneurship Avenue. Man muss sich bei den Vorveranstaltungen für das Finale qualifizieren. Wir haben es sogar unter die Top 10 geschafft und auch, wenn wir es nicht gewonnen haben, haben wir sehr viele positive Rückmeldungen bekommen und auch viele Ideen von Zuhörern im Publikum. Das war ein sehr schöner und bestärkender Moment, der uns viel Motivation gegeben hat.

    Mehr Informationen rund um My Future Academy findet ihr auf ihrer Homepage, Facebookseite, sowie auf Instagram.

    Die Interviews mit allen 10 Finalisten werden auf der Website des Social Impact Awards, der Facebookseite des Social Impact Awards, sowie auf dem Blog “This Sustainable Life” von Elisa Gramlich veröffentlicht. Die Interviews dienen dem Community-Voting, für welches man auf der Website des Social Impact Awards bis 25. September 2018 abstimmen kann.

  • Interview mit AndereMeinung.at (SIA-Finalist 2018)

    Jede/r hat ein eigene Meinung, doch ist diese immer die Richtige? AndereMeinung.at will die transparente Information und den differenzierten Diskurs innerhalb einer Gesellschaft erleichtern. Dies geschieht durch die Gegenüberstellung zwei verschiedener Positionen zu einem bestimmten Thema auf ihrer Plattform und wirkt der sich zunehmend negativ auswirkenden Polarisierung entgegen.

    Wir haben mit dem Gründer Marco A. Hans über seine Motivation und die Höhen und Tiefen des Startup-Lebens gesprochen.

    Elisa von This Sustainable Life: Was war eure Motivation? Warum habt ihr euer Projekt ins Leben gerufen?

    Marco von AndereMeinung.at: Auslöser für die Idee für AndereMeinung.at war die Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. Ich war geschockt und innerlich erschüttert. Es war mir unbegreiflich. Mein Problem war, dass ich in meinem Freundeskreis vergeblich nach Menschen gesucht habe, die eine andere Meinung dazu hatten. Dieser Umstand in Kontrast zu dem Wahlergebnis haben mir gezeigt in welcher Bubble ich lebe. Es war mir nicht möglich von jemandem, der anders denkt, zu lernen. Da habe ich mich entschlossen etwas gegen dieses Problem zu unternehmen. Niemals soll Österreich eine gleiche Polarisierung wie in Amerika erleben. Meine Motivation für das Projekt ist meine volle Überzeugung etwas Gutes damit zu tun und durch Kooperationen und ein plausibles Geschäftsmodell etwas Nachhaltiges zu schaffen. Nach langer Planung ist jetzt Zeit das Problem anzupacken!

    Elisa: Wie habt ihr die Idee für euer Projekt bekommen? Was habt ihr in dem Moment gemacht als euch die Idee eingefallen ist? Wo wart ihr?

    Marco: Zuerst haben wir ein Konzept für eine Blind Dating App durchgespielt. Als wir uns selbst eingestehen mussten, dass wir selbst diesen Service nicht wirklich benutzen wollen würden, haben wir die Idee modifiziert. Daraus ist die „Dating App für andere Meinungen“ geworden. Das war im Wohnzimmer vor dem Whiteboard.

    Elisa: Warum hattet ihr das Gefühl das Projekt jetzt umsetzen zu müssen und für wen setzt ihr es um?

    Marco: Das Problem der gesellschaftlichen Polarisierung ist ein riesiges und allgemein bekanntes Problem, das potenziell unsere Zukunft und das friedliche Zusammenleben in unserer Gesellschaft zerstören kann. Und wir hatten eine Lösung. Es muss einfach etwas getan werden.

    Elisa: Wie würde eine Welt aussehen in der alle Leute einer Meinung sind?

    Marco: Schlecht: Die Vielfalt an Meinungen ist sehr wichtig. Mit unserer Plattform sollen Leute, die anderer Meinung sind, ihr Gegenüber besser verstehen können. Toleranz und Diskurs sind sehr wichtig für eine demokratische Gesellschaft.

    Elisa: Wie stellst du sicher, dass Diskussionen nicht in Streit ausarten?

    Marco: Wir möchten auf AndereMeinung.at die Leute verbinden, damit sich diese entweder virtuell in einem VideoChat oder in einem Café treffen und diskutieren. Dabei werden wir auch noch rumexperimentieren, wie eine respektvolle Diskussion am bestmöglich gelingen kann. Eine Idee ist z.B. einen Online-Moderator zu programmieren, der die Lautstärke und das Diskussionsformat vorgibt. Hierfür suchen wir auch Artificial Intelligence Experten, damit wir während der Diskussion z.B. analysieren wie die Tonlage bzw. Stimmung ist und der Online-Moderator die Diskussion moderieren kann.

    Elisa: Was ist eure größte Schwierigkeit bei der Entwicklung eures Projektes? Welche persönlichen Eigenschaften helfen euch dabei?

    Marco: Die größte Schwierigkeit ist die noch ungesicherte Finanzierung. Wir werden gerade Experten im Förderantrag schreiben. Unser Businessplan hat gerade 74 Seiten und es fehlen noch gefühlte 30%. Förderer und Spenden sind gerne gesehen. Es ist ein langer, mühsamer aber hoffentlich erfolgreicher Weg zur Umsetzung. Umso wichtiger sind uns Eigenschaften wie Hartnäckigkeit und Teamgeist. Wir sind gute Freunde und geben nicht auf, wenn es schwierig wird. Wir haben bei vorhergegangenen Projekten Fehler gemacht, auf dessen Nicht-Wiederholen wir besonders erpicht sind. Das wird uns bei diesem Projekt helfen.

    Elisa: Was habt ihr aus den vergangenen Projekten gelernt?

    Marco: Egal wie gut ein Projekt ist, wenn das Geschäftsmodell nicht funktioniert und keine Einnahmen generiert werden, stirbt das Projekt. Social Entrepreneurship Projekte sollten sich daher darum kümmern viele Einnahmen zu generieren um zu wachsen. Für AndereMeinung.at haben wir das Team viel stärker und inklusiver aufgebaut. Jeder kann mitmachen. Momentan arbeiten acht Leute an dem Projekt, die alle aus verschiedenen Bereichen kommen wie z.B. Design, IT, Wirtschaft, Filmproduktion und aus der Wissenschaft.

    Elisa: Wie hat sich euer Team zusammengefunden?

    Marco: Nico und ich sind schon lange Freunde und gemeinsam haben wir schon Projekte umgesetzt. Francis, Nicole, Severin und Valerie haben ihr großes Interesse und Glauben an die Effizienz der Lösung geäußert und wurden Teil des Teams. Jeder kann uns unterstützen – es gibt genug zu tun um die Welt zu retten.

    Elisa: Erzählt uns eine lustige Anekdote aus eurem Projektleben.

    Marco: Ich habe einmal 23 Stunden durchgehend am Antrag geschrieben ohne zu schlafen.

    Elisa: Gab es auch schon eine peinliche Situation oder einen besonders tollen Moment (abgesehen von dem SIA Finalist Announcement von dem ihr uns berichten möchtet?

    Marco: Es ist immer ein wiederkehrend schöner Moment die Unterstützung und Gutheißung anderer Menschen wahrzunehmen, wenn wir erzählen was wir tun. Dieses Projekt ist nicht mehr nur das Produkt einer Person, sondern wird von vielen Händen getragen.

     

    Mehr Informationen rund um AndereMeinung.at findet ihr auf ihrer Homepage.

    Die Interviews mit allen 10 Finalisten werden auf der Website des Social Impact Awards, der Facebookseite des Social Impact Awards, sowie auf dem Blog “This Sustainable Life” von Elisa Gramlich veröffentlicht. Die Interviews dienen dem Community-Voting, für welches man auf der Website des Social Impact Awards bis 25. September 2018 abstimmen kann.

  • Interview mit kindby (SIA-Finalist 2018)

    kindby: Österreichs erster Babykleidungsverleih

    Since babies quickly outgrow their clothes, parents often resort to cheap baby clothes. Founder Okan and his team at kindby want to stop the purchase and sale of low-grade and unsustainable baby clothing through their platform for leasing clothes. In doing so, they want to have a positive impact on the consumption behaviours of newly arrived parents and teach children about sustainability at the same time. We spoke with Okan McAllister about his project, the circular economy and the Students’ Impact Initiative (SII).

    Elisa from This Sustainable Life: What was your motivation? Why did you start your project?

    Okan from kindby: The obvious reason here is that we want to combat textile waste and unsustainable production methods. However, we would also like to create a social business that is not just for the people who have a sustainable lifestyle, but for everyone. For this, you need a variety of factors, one of which being a competitive advantage. In this case, we have a price advantage we can offer. Usually, sustainable products demand a price premium which might discourage the part of the population who is not necessarily prioritizing sustainability in their lifestyle. We would like to offer an entry way for this segment of the population by solving real life problems for them.

    Elisa: How do you achieve this price advantage?

    Okan: Especially for baby clothing the leasing model makes sense, since baby sizes change so frequently in the first two years of life. You will be able to rent the clothes for a few euros per month and are able to return it for free. kindby then checks the quality and washes it and then it goes back to the inventory. The rental model saves parents 60% per year, while providing them with the best quality clothing and accessories available.

    Elisa: How often can you resell the clothing and is it organic?

    Okan: We are not sure yet, we need to find out together how often it can be rented. We also still need to decide if we use organic or normal certified cotton and find out which one is more sustainable since normal cotton could have a longer durability. Reusing the clothing as often as possible would have the most positive impact. We are working with a consulting company on this to find out which method is better from an environmental perspective. It should also be 100% circular and one of the main problems for recycling is multi-fibre textiles. By ensuring that we have 100% recyclable materials the waste management companies don’t need to downcycle anything, we can mill it down to fibres and can sell it to the reclaimed fibre industry.

    Elisa: How often do you rent or share things?

    Okan: People share stuff because of an economic incentive, but then there is also stigma (e.g. when wearing used clothes). Unfortunately there are not so many options for 2nd hand clothes for men, so I try to buy high quality (sustainably) and buy less. Because the main problem is that we are buying too much and are throwing away to quickly. Reuse mechanisms like 2nd hand clothes thus don’t address the source of the problem. This is why kindby wants to make it more accessible and easier for people to transition into a more sustainable lifestyle without having to pay more for sustainable products.

    Elisa: Sounds good! How did you get the idea for your project? What did you do the moment you came up with the idea?

    Okan: Although there are current efforts to make second hand cool, charity shops do not address the core issues of textile waste and production. There are several problems along the way. Recollection rates, sustainable production, clothing or accessories that are not recyclable are some of these issues. We wanted to come up with a way to combat most of these areas in a scalable and financially sustainable way. With this business model we are able to empower existing social businesses, sustainable producers, and teach children about responsible consumption, as parts of the profits of kindby will go towards our existing programs we have teaching middle school and high school children about sustainability (www.missionliftoff.com). The moment I had the idea, I was on my way to a meeting in the subway, I simply wrote it down as with most ideas I have. Not an exciting story there, unfortunately. If I see a problem, I want to do something about it.

    Elisa: How did you find a team for the project?

    Okan: This initiative is implemented by an organization called Students’ Impact Initiative. We create social businesses, and teach children about societal issues. With SII we create impactful ideas and find people that would like to implement them. We have several different initiatives. We want to show that successful bottom-up initiatives can also provide a best case example in our transition to a circular economy. We recruit from all universities every semester! Anyone can be a part of our team and can check us out at www.siiaustria.com. However, for a startup project it is quite difficult to find the right people, since they should technically commit around 2 years full-time to test it and you also need to ensure that your vision is aligned with them. In this case, it’s helpful to write a manifesto as a team to set the right expectations for each other, so that everyone is on same boat (what do you expect from each other? Where will the company go in 10 years? How much time etc. can you invest? How would you react if an investor wants to buy the company?). Set honest expectations and think about the future realistically.

    The Kindby-Team

    Elisa: You probably know that there are already some similar social businesses in Germany and Denmark for leasing baby clothes, how do you distinguish yourself from them and do you see them as competitors or partners?

    Okan: After I had the idea I did some research online and also found those companies, but I don’t see them as competition. Social businesses should align to become better together. Social entrepreneurs go into markets that are not well known. When they create a market, regular companies come and compete with them. If you are doing it for the impact you want to have and not for the money only, other social businesses aren’t competition, but partners in crime.

    Elisa: What is your biggest difficulty in developing your project? What personal qualities help you?

    Okan: It is quite difficult to choose your producers with a vision like ours. Responsible producers and suppliers of baby clothing and accessories are more than welcome to get in touch with us at hello@kindby.com. In terms of qualities, we use diversity as our strength. We have people from various backgrounds in our team that provide different perspectives on our projects, which helps us immensely. We do not focus on recruiting people with a business background to our team, but recruit according to mindset. We as SII have an exclusive development program for our members that cover all the relevant areas from project management, business strategy, content marketing, graphic design, all the way down to event management and pitching. This is called the Prime Mover program.

    Elisa: What was a funny anecdote from your project life?

    Okan: In one of our first pitches for kindby, the title slide had a very cute baby as a background. On the lower left hand corner, we had our logo and the tagline: high quality at affordable prices. It was only until after our pitch that we realized that people initially thought that we were about to talk about renting out babies…

    Elisa: Last but not least, what advice would you give to a potential founder?

    Okan: In my opinion, there are two main things a founder has to have regardless of background; emotional intelligence and discipline. It starts off by being extremely self aware and secure, which allows you to know what kind of feedback you should be listening to and then having the discipline to not only work on your lagging areas but also just relentlessly keep going. At the end of the day, there is a huge set of hard and soft skills you will need to be able to move forward, and there will always be people who have various opinions on what will work and what won’t. Being truly self aware of what you’re overlooking, what you are not good at and more will help you accept what needs to be better, and a dose of emotional intelligence will help you understand what kind of feedback you should be listening to and what to not focus on. This is why hard work on its own is nowhere near enough. Be at a level of awareness where you can objectively look at yourself and your idea so that you can make sure to work hard on the right things.

     

    You can find further information about kindby on their homepage, Facebook and Instagram.

    Die Interviews mit allen 10 Finalisten werden auf der Website des Social Impact Awards, der Facebookseite des Social Impact Awards, sowie auf dem Blog “This Sustainable Life” von Elisa Gramlich veröffentlicht. Die Interviews dienen dem Community-Voting, für welches man auf der Website des Social Impact Awards bis 25. September 2018 abstimmen kann.

  • Interview mit MobiDic (SIA-Finalist 2018)

    Sozialarbeiter haben den ganzen Tag nur mit Menschen zu tun? Ein großer Irrtum, schließlich müssen sie nach anstrengenden Diensten stundenlang ihren Arbeitsalltag dokumentieren. Doch diese Aufgabe haben sie nicht mehr lange – Dank MobiDic, einem Startup, welches eine App mit Speech-to-Text-Technologie entwickelt hat, welche die Dokumentation vereinfacht und vor allem auch verkürzt.Wir baten den Gründer Paul Laireiter uns das Projekt näher vorzustellen und einen Einblick in die Arbeit im sozialen Bereich, sowie in die Gründungszeit eines Startups zu geben.

    SIA:Was war eure Motivation? Warum habt ihr euer Projekt ins Leben gerufen? Wie und wo habt ihr die Idee für euer Projekt bekommen?

    MobiDic: Aus meiner eigenen Erfahrung aus dem Sozialbereich weiß ich, dass Dokumentation sehr zeitintensiv und anstrengend, aber dennoch unverzichtbar ist. Warum das Ganze also nicht so gestalten, dass es einfach und effizient wird und eventuell sogar noch Spaß macht? Wir erkannten schnell, dass eine mobile Dokumentationsapp viel Potenzial aufweist und viele Probleme im bürokratischen Alltag gleichzeitig lösen kann. Diese Idee wurde im Rahmen des „Social Hackathons 2018“ in einem interdisziplinären Team weitergesponnen und konkretisiert.

    Social Hackathon 2018
    SIA: Warum hattet ihr das Gefühl das Projekt jetzt umsetzen zu müssen und für wen setzt ihr es um?

    MobiDic: Durch das Weiterarbeiten am Projekt wurde uns klar, wie groß das Einsatzgebiet einer solchen Applikation ist und wie vielen Menschen es den Arbeitsalltag erleichtern würde und vor Allem wie viel Zeit eingespart werden könnte. In erster Linie soll die App im Sozialbereich die Arbeit erleichtern und viel Zeit sparen, da hier die verwendete Zeit für das Dokumentieren nachher für die Klient_innen fehlt und diese würden besonders von der App profitieren, da zusätzliche Zeit für die eigentliche Betreuung gewonnen wird.

    SIA: Ein Artikel, der 2012 im Spiegel veröffentlicht wurde, befasst sich mit der Arbeit von Jugendamtsmitarbeiterin. Man findet unter anderem folgende Aussage: „Der Dokumentationsaufwand ist enorm, meiner Einschätzung nach pflegt der Sozialarbeiter nur noch 30 Prozent seiner Zeit den direkten Kontakt zur Familie. In der restlichen Zeit arbeitet er vom Amt aus und dokumentiert.“ Wie wird sich MobiDic auf die geringe direkte Betreuung auswirken?

    MobiDic: Es gibt Sozialarbeiter in ganz unterschiedlichen Bereichen, die jetzt schon wesentlich mehr Kontakt zu den Klienten haben als jene, die am Amt tätig sind. Aus meiner Erfahrung ist trotzdem sehr viel Dokumentationsaufwand in sämtlichen Bereichen der sozialen Arbeit da. Durch die App können ca. 50-60 Prozent des Zeitaufwandes für die Dokumentation eingespart werden.

    SIA: Woran könnte es liegen, dass Sozialarbeiter bisher noch nicht auf derartige Technologien zurückgegriffen haben?

    MobiDic: Aus meiner Erfahrung verwenden im Speziellen große Einrichtungen ihr Dokumentationsprogramm schon seit Jahren oder auch Jahrzehnten. Hier wird derzeit vor allem die herkömmliche Dokumentation am Computer oder sogar noch auf Papier in Form von Formularen verwendet. Eine Dokumentation, wie wir sie machen wollen, gibt es aber bisher noch gar nicht. Die Möglichkeit, dass man ins Handy spricht und das sofort verschriftlicht wird, findet man im Sozialbereich noch nirgends.

    SIA: Was ist eure größte Schwierigkeit bei der Entwicklung eures Projektes? Welche persönlichen Eigenschaften helfen euch dabei?

    MobiDic: Es tauchen Fragen auf, die wir alleine nicht mehr bewältigen können und dazu brauchen wir Experten, die sich in gewissen Bereichen besonders gut auskennen und uns Tipps bzw. Empfehlungen geben können. Beispielsweise im Bereich des neuen Datenschutzgesetzes stehen wir vor einer großen Herausforderung, da unsere App sensible Daten erfassen würde. Diese Herausforderungen können wir aber gut durch unser Durchhaltevermögen und den Teamgeist der Gruppe entgegentreten. Da wir viele unterschiedliche Typen im Team haben ergibt sich auch ein breites Spektrum an Wissen und Kontakten.

    SIA: Und eure Hauptaufgabe ist die Erstellung der App?

    MobiDic: Die App weiterzuentwickeln und fertigzustellen, Werbung zu machen und gleichzeitig auch den Bedarf zu erheben, wo die Einsatzgebiete liegen, das sind unsere derzeitigen Hauptaufgaben. Im Rahmen meiner Masterarbeit mache ich auch eine Bedarfsanalyse, in der ich mich damit beschäftige herauszufinden, wie viele Arbeiter im Sozialbereich wirklich dokumentieren müssen, wie hoch der Aufwand dafür ist, wie groß die Zufriedenheit und der Bedarf einer Änderung ist.

    Das Team von MobiDic

    SIA: Erzählt uns eine lustige Anekdote aus eurem Projektleben.

    MobiDic: Bei der Namensfindung für das Projekt gab es sehr unterschiedliche Meinungen was den Namen „MobiDic“ betrifft. Komischerweise waren unsere weiblichen Teammitglieder besonders skeptisch. Aber durch zahlreiches positives Feedback von Außen konnten wir auch unsere Skeptikerinnen überzeugen.

    SIA: Gab es auch schon eine peinliche Situation oder einen besonders tollen Moment (abgesehen von dem SIA Finalist Announcement von dem ihr uns berichten möchtet?

    MobiDic: Die schönsten Momente sind immer jene, wo man besonderen Zuspruch und Lob für die Idee des Projekts bekommt bzw. auch die Bestätigung durch eine Jury, die das Projekt zu den Besten unter vielen kürt.

    Mehr Information rund um MobiDic und ihr Projekt findet ihr auf Facebook.

    Die Interviews mit allen 10 Finalisten werden auf der Website des Social Impact Awards, der Facebookseite des Social Impact Awards, sowie auf dem Blog “This Sustainable Life” von Elisa Gramlich veröffentlicht. Die Interviews dienen dem Community-Voting, für welches man auf der Website des Social Impact Awards bis 25. September 2018 abstimmen kann.

  • Social Impact Award Finalist Announcement 2018

    Am letzten Donnerstag zelebrierten wir unser Finalist Announcement im Impact Hub- ein wichtiger Zwischenstopp auf der Social Impact Award Reise 2018. Die rund 100 Gäste jeglichen Alters von jung bis erfahren wurden vom „quasi“ Kapitän Jonas als Moderator mit seinem Charme und viel Witz durch den Abend geführt. Hilfe hatte er von zwei SIA Ticketverkäuferinnen, nämlich den Jurymitgliedern Roman Mesicek und Judith Pühringer, die vor allem die Bekanntgabe der Finalisten äußerst unterhaltsam und sehr spannend gestalteten. Es entschied sich an diesem Abend wer ein Ticket für den Weiterflug in die Inkubationsphase, einen Koffer mit vielen Kleinigkeiten und eine Soulbottle für den Durst auf der Reise bekommen sollte. Die Inkubationsphase beinhaltet einen eigenes gestalteten dreistufigen Prozess für alle Projekte mit einem Mentoringprogramm, Zugang zu Experten- und Coachingpools, einer Wissensdatenbank, einem Taschengeld in Höhe von 300 EUR – gesponsert von HOFER – und dem Cohort, der Gemeinschaft aller Projektteams.

    Diese Reise durch den Abend wurde von der lieben Josefine Schulze mit einem graphic recording begleitet. Außerdem gab es eine Social Media Wall, die reichlich zur Kommunikation untereinander genutzt wurde.

    Nachdem unser Kapitän das Flugzeuginnere und die Crew kurz vorstellte, übergab er an eine der Geschäftsführerinnen des Impact Hubs Barbara Inmann das Wort. Sie stellte den Hub mit folgenden Worten vor: „Der Impact Hub Vienna ist so ein bisschen das zu Hause für alle, die positiv die Gesellschaft verändern wollen.“

    Danach folgte ein kurzer Rückblick über die bisher gemachte Reise, die mit dem Kickoff im Jänner begann, über die Workshops, in Form von Impact Weekends, über die Monate März und April durch ganz Österreich ging (hierzu gibt es zum Lesen zahlreiche Reiseberichte unter den Neuigkeiten von unseren Volontären) und nun den ersten Höhepunkt im Finalist Announcement erreichen sollte.

    Ein paar Fakten über die Reise, auf die wir zugegebenermaßen sehr stolz sind: Insgesamt waren es 22 Workshops in 7 Bundesländern, davon 6 in englischer Sprache und 9 Events, an denen über 500 Passagiere zeitweise in unseren SIA Flieger eingestiegen sind.

    Daraus folgten nun 58 Einreichungen aus 18 Städten hinter denen über 80 Einzelpersonen stehen.

    Die Schwarzkappler bzw. Reiseleiter, wie sie sich selbst bezeichneten, Judith und Roman übernahmen nun das Steuer. Beide sind schon seit mehreren Jahren mit an Bord und fühlen sich als Teil der Community. Was Judith besonders heraushebte und betonte ist, dass es beim SIA nicht nur um Einzelprojekte geht, sondern um eine große, sehr inspirierte Community, die man immer wieder trifft – auch in unterschiedlichen Rollen.

    Gleich bei dem ersten Finalisten Lingvano konnten wir gleich eine Gebärde erlernen und zwar das Wort „probieren“, wie man hier an der Jurymitglied Andra sehen kann. Durch Lingvano wird das kostengünstige und flexible Erlernen der Gebärdensprache für alle möglich und es soll das Leben Gehörloser innerhalb der Gesellschaft vereinfachen und verbessern. Die Hürden in der Kommunikation mit gehörlosen Menschen ermöglicht will Lingvano mit ihrem Projekt überwinden.

    LibertydotHome: Obdachlosigkeit ist ein gesellschaftliches Problem, das uns täglich begegnet und dennoch ignoriert wird. LibertydotHome möchte erschwinglichen Lebensraum durch Wohnmdule (Tiny Houses) für Obdachlose anbieten und ihnen damit das Zurückfinden in die Gesellschaft ermöglichen.

    Anderemeinung.at: Jede/r hat ein eigene Meinung, doch ist diese immer die Richtige? Anderemeinung.at will die transparente Information und den differenzierten Diskurs innerhalb einer Gesellschaft erleichtern. Dies geschieht durch die Gegenüberstellung zwei verschiedener Positionen zu einem bestimmten Thema auf ihrer Plattform und wirkt der zunehmend sich negativ auswirkenden Polarisierung entgegen.

    Reisebunt.com: Jeder reist gerne, doch leider lässt sich ein nachhaltiger Lebensstil nicht mit umweltschädlichen Flügen vereinbaren. Doch dem Team von reisebunt.at kam da eine kompensierende Idee! Reisebunt agiert als Publisher für Reiseveranstalter und bekommt pro getätigter Buchung eine Kommission mit der ein Baum gepflanzt wird. Gut für die Umwelt und das schlechte Gewissen!

    RefugeEYEs möchte geflüchteten Kindern durch kreative Projekte die Möglichkeit geben aus dem tristen Leben des Flüchtlingsheims herauszukommen und ermutigen, dass sie etwas selbst im Leben erreichen können. Durch dieses Projekt haben Kinder somit auch die Chance traumatische Erlebnisse zu verarbeiten und sie werden in ihrer Entwicklung innerhalb eines fremden und einschüchternden Umfelds gefördert.

    Ein weiteres Highlight an diesem Abend war die Keynote von Nina Proxleitner, einer SIA Alumni von 2017 mit More than one Perspective, die uns mit auf ihre eigene Reise genommen hat. Ihre Reise begann vor ca 2,5 Jahren mit zwei Freunden, die alle drei als Fellows bei Teach for Austria Jugendliche unterrichteten und daraus ergab sich der Plan etwas im Integrationsbereich machen zu wollen. Perspektiven geben ist hier das Stichwort. Sie selbst haben in Form eines Programms für 10 gut ausgebildete Geflüchtete und klarem Feedback sowie einem konstanten Dialog herausgefunden, wie sie das Thema Integration angehen können. Wichtig ist, wie Nina mehrfach betont, Erfolge herauszustreichen, aber was auch hinter jedem Bild des Erfolges steht, sind Misserfolge, durch welche man hindurch muss, wie beispielsweise, dass sie bei der ersten Einreichung beim SIA nicht gewonnen haben. „Es gibt die positiven Geschichten auf der Reise und die nicht so Schönen. Und für alle, für die es dieses Jahr nicht klappt, wird es dann vielleicht einfach nächstes Jahr das positive Bild geben.“

    Die Reisebegleiter Judith und Roman nahmen das Publikum anschließend weiter mit auf die Reise und verkündeten die weiteren 5 Finalisten.

    Triply möchte den sicheren und nachhaltigeren Transport von jungen ausgehfreudigen Menschen ermöglichen. Dies passiert durch ein Sammeltaxisystem, welches zum Veranstaltungsort bringt und abholt. Gefährliche Unfälle unter Alkohol – oder Drogeneinfluss, aber auch nächtliche Gefahren wie Raubüberfälle können vermieden werden.

    Semina Project kurz SePro verbindet gleich mehrere Ziele in einem! Durch schadstofferzeugende Öfen werden täglich Menschen beim Kochen in Entwicklungsländern tödlichen Luftverschmutzungen ausgesetzt. Durch die Herstellung von Holzöfen mit geringerer Schadstoffbelastung wird die Gesundheit und Umwelt geschont, aber auch technische Ausbildungsmöglichkeiten mit anschließender Beschäftigung geschaffen.

    Myfutureacademy: Die Jugend verbringt enorm viel Zeit im Internet. Warum diese nicht auch sinnvoll nutzen? My Future Academy bietet Jugendlichen aus allen Schichten innovative Bildung, die sich einem strukturellen Wandel der Zeit anpasst und Wissen, welches sie nicht in der Schule erlangen können. Eine chancenreichere Zukunft und bessere Bildung für alle wird somit wahr!

    Mobidic: Sozialarbeiter haben oft lange und anstrengende Dienste nach denen sie auch noch stundenlang ihren Arbeitsalltag dokumentieren müssen. Unter der sehr umständlichen Dokumentation leiden viele sozial Beschäftigte. MobiDic vereinfacht den Arbeitsalltag von Sozialarbeitern durch eine Speech-to-Text Technologie. Die mobile Dokumentation vereinfacht und verbessert die Qualität der Dokumentation der getätigten Arbeit.

    Kindby Da Kleinkinder schnell aus Klamotten rauswachsen, wird oft auf billige Babyklamotten zurückgegriffen. Gründer Okan und sein Team von kindby wollen den Kauf und Verkauf von minderproduzierter und nicht nachhaltiger Babykleidung durch ihre Plattform stoppen. Dadurch möchten sie einen positiven Einfluss auf den Konsum von frischgewordenen Eltern ausüben und Bewusstsein innerhalb der Gesellschaft schaffen.

    Mit einer Einladung von Jonas zum Feiern bei reichlich Speis und Trank für alle von Rita bringt’s, endete dann auch der offizielle Teil und es begann der entspanntere Part mit reichlich Möglichkeit zum Netzwerken.

    Zu allerletzt gab es noch die Möglichkeit für alle in die gegenüberliegende Bar weiterzuziehen und den Abend ausklingen zu lassen. Hier feierten alles zusammen bis weit in die Nacht hinein und es entstanden zahlreiche neue Kontakte und sogar Freundschaften.

     

     

     

    Wenn du Lust hast den Abend nochmals ausführlich nachzuerleben, schau‘ dir einfach den Livestream von BSEEN des ganzen Events an. https://www.www.facebook.com/socialimpactaward/videos/603950179967593/

    SAVE THE DATE: Am 5. Oktober werden die Gewinner des Social Impact Awards in Form der Award Ceremony bekannt gegeben und es entscheidet sich wer das finale Ticket zum Summit nach Georgien und die Preisgelder gesponsort von HOFER erhält.

    Dieser Artikel wurde von unserer Volontärin Theresa verfasst.

  • Das Social Impact Weekend im sonnigen Salzburg

    Am 20. und 21. April fand das Social Impact Weekend im Career Center in Salzburg statt. Obwohl draußen hochsommerliche Temperaturen und strahlender Sonnenschein lockte, widmeten sich unsere Teilnehmer*innen an diesem Wochenende hoch motiviert ihren Projekten.

    Manche Teilnehmer*innen kamen um an konkreten Projekten zu arbeiten, die ihnen schon eine Zeit lang im Kopf herumschwirrten, andere nutzen die inspirierende Atmosphäre, um ganz neue Ideen zu entwickeln. In unseren drei Workshops „Ideas for Change“, „Creating Impact“ und „Social Business Lab“ war für jede*n etwas dabei. In allen Workshops bekamen die Teilnehmer*innen eine gute Mischung an theoretischem Input und viele verschiedene praktische Tools, um ihr Projekt auf die jeweils nächste Ebene zu bringen. „Mir haben die Workshops immense Motivation gegeben. Ganz egal, ob wir beim SIA am Ende gewinnen oder nicht, wir werden auf jeden Fall an unserem Projekt dranbleiben und die Workshops haben uns einen riesigen Schritt weitergebracht!“ sagt eine Teilnehmerin.

    Und was passiert, wenn Biologie-, Pädagogik- und Informatikstudierende über Social Impact sprechen? Richtig, es entsteht eine super produktive Stimmung! So entwickelte sich ein reger Austausch an Ideen, Erfahrungen und Handynummern. Unsere Teilnehmer*innen gingen nicht nur mit einer riesen Portion Inspiration nach Hause, sondern auch mit neuen Kontakten und Freundschaften. Umso besser, denn jetzt heißt es nochmal reinhauen bis zur SIA Deadline am 30. April. Wir freuen uns darauf die Projekte bei unserer Einreichung wiederzusehen!

    Dieser Artikel wurde von unserer Volontärin Sarah verfasst

  • Motivierend und Glück-bringend – das Social Impact Weekend in Linz im April

    Am 13. und 14. April fand das Social Impact Weekend an der FH Oberösterreich in Linz statt. Bestärkt, motiviert und einen Koffer gefüllt mit Werkzeugen für die Ideenentwicklung und Umsetzung. Damit sind über 16 Teilnehmer*innen aus Oberösterreich und sogar aus der Steiermark inspiriert die Reise nach Hause angetreten – vielleicht sogar in Begleitung eines glückbringenden Regenbogens, der sich gezeigt hat.  Na, wenn das nicht ein gutes Omen ist.

     

    Der Regenbogen beginnt an einem Punkt und führt über einen wunderbar bunten, vielschichtigen Bogen zu einem anderen Ort. So war auch das Social Impact Weekend. Mit Jonas und Elke als professionelle und menschliche Leiter bzw. Begleiterin auf der Reise konnte der „Bogen geschlagen werden“. Von einer wagen Vorstellung hin zu konkreten Ideen, einem ersten Konzept und den nächsten Schritten in die Umsetzung.

    Die Teilnehmer*innen waren begeistert, welche inspirierenden Projektideen in so kurzer Zeit gemeinsam entwickelt werden konnten. Von der Nutzung eines Bauernhofes als Ort der Begegnung für die ältere Generation bis zum Business Konzept von Catering mit typischen Speisen von Asylwerbern mit umweltfreundlicher Auslieferung bis zur kreativen Nutzung von PET-Flaschen.

    Auch die Gründerinnen von luft*raum (https://luftraumlinz.wordpress.com/) stellten ihren spannenden Weg in Bildern und voller Energie vor. Eine Handvoll Menschen und Initiativen haben sich zusammengefunden, um einen kreativen, pulsierenden, bunten Ort im Herzen von Linz zu schaffen. Der luft*raum steht allen Menschen vom Kleinkind bis zu Senioren und Seniorinnen zur Verfügung, um sich auszutoben, auszutauschen, auszuleben. Die Kreativität zeigte sich auch beim Übersiedeln des luft*raumes – nämlich mit dem Rad durch Linz. Alles geht. 🙂 Die beiden vermittelten ihre Erfahrungen auf dem Weg – und vor allem eines: Vertrauen, Kommunikation und die Zuversicht, dass es immer einen Weg gibt – so kreativ er auch sein mag.

    Ein Abschlussstatement einer Teilnehmerin bringt es auf den Punkt: „Am Anfang wusste ich nicht wie ich anfangen soll. Doch jetzt gehe ich voll motiviert raus, um meine Idee weiterzuentwickeln. Das Werkzeug und die Inspirationen und ein unterstützendes Netzwerk dafür habe ich dieses Wochenende bekommen! Es bestärkt mich, dass so viele Leute auf einem ähnlichen Weg sind. Vielen Dank für dieses Social IMPACT Weekend!“

    Dieser Artikel wurde von unserer Volontärin Elke verfasst

  • Social Impact Weekend in Vienna

    The Social Impact Weekend took place on the 23-24thof March once again in Vienna, but there was a difference: Our workshops were all in English! Hence, people from all corners of the world gathered to change the world in the lovely location of the Impact Hub Vienna. But, there were also some familiar faces: participants who already have been to one of our Workshops took part again to further work on their ideas.

    We could tell you all about how great the atmosphere at the Social Impact Weekend was, how inspiring the stories of Helena Schütte of the SIA-winning project Verein Vielmehr für alle [https://www.facebook.com/pg/vielmehrfueralle/posts/?ref=page_internal], but we’d rather have the statements of our participants speak for themselves. 😉

    “The Social Impact Weekend was incredible! It was amazing to meet so many new people who want to change the world. It was all positive vibes!”

    “Huge shout out and thank you for the amazing resources, tips, tricks, knowledge, inspiration & just the visionary spirit I experienced at the Social Impact Weekend Vienna! ✨You guys & gals gave me so much new and much needed clarity, inspiration and especially motivation to take action and believe in myself! I am deeply grateful for your mission and the impact you are creating! It is like an accelerator and thriving force for all of us to change the world with our visionary ideas. It’s amazing! Thanks for all the inspiration and the positive vibes!”

    ”I kind of always knew that I wanted to do a social action in my life. During the SIA workshops, I found out that I really want to become a Social Entrepeneur. I felt so excited the whole time I was there, like I was doing what I’m meant to do. The idea I came up with is called Online Mentoring, which will contact mentors (through a plattform), who are willing to help children and teenagers from Guatemala to discover their skills and talents. The purpose of this is for the target group to explore all of their options and ways they can follow according to their skills. And have the opportunity to dream big”

    Not convinced yet?

    Then check out our event dates, come to our workshops & see for yourself! 😉

    Written by our intern Laura Meisel

  • Von weit her sind unsere Teilnehmer zu dem SIA Workshop Weekend in Wien angereist

    Am 16. und 17. März haben wir die Social Impact Award Workshop Reihe in Wien fortgesetzt. Auf dem modernen Campus der WU bot sich uns die Möglichkeit das inspirierende Gründungszentrum der WU für unsere Workshops zu nutzen.

    Eine bunt gemischte Gruppe aus Studierenden, Berufstätigen und frischgebackenen Selbstständigen jeglichen Alters fand sich dort zu unserem ersten Workshop „Ideas for Change“ am Freitagnachmittag zusammen. Eine Teilnehmerin ist sogar extra für die 3 Workshops aus Krems angereist und hat sich in einem nahegelegenen Hostel eingebucht. Sie meinte „es hat sich wirklich gelohnt hierherzukommen und ich bin total inspiriert“. „Der einzige Wehrmutstropfen“, sagt sie, „wäre sich für ein Projekt entscheiden zu müssen, wobei man doch am liebsten die ganze Welt retten wolle.“

    Hierbei halfen die verschiedenen interaktiven Tools, wie beispielsweise das Hineinversetzen in die Zielgruppe der Projektidee mit Hilfe eines Facebookprofils. Die unterschiedlichen Hintergründe der Teilnehmerinnen machte den Diskurs sehr lebhaft. Themen wie Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen, die Wegwerfgesellschaft, faire Bildung und die finanzielle und soziale Unterstützung älterer Menschen wurden behandelt und in spannende Projektideen verpackt.

    Jessica von „endlos fesch“ http://www.endlosfesch.at kam uns am Freitag Abend besuchen und erzählte von ihrem Projekt. Sie gründete zusammen mit ihrer Freundin letztes Jahr die erste Fashion Library Wiens, um die vorhandene Kleidung sinnvoll zu nützen und eine Awareness für Kleidung zu schaffen. Frau kann sich bei endlos fesch hochwertige Kleidung ausleihen und diese für eine geringe Gebühr einen Monat tragen. Das Interesse war sehr groß und die Fragen wollten gar kein Ende mehr nehmen.

    Inspiration auf allen Ebenen!

    Die Workshops zu den Themen Impact und Business verliefen am Samstag sehr locker und interaktiv. Zwei Freundinnen kamen mit ihrem Projekt, das sie bereits begonnen hatten und arbeiteten während der drei Workshops aktiv daran weiter voranzukommen.

    Nach dem letzten Workshop besuchte uns dann noch der letztjährige Gewinner des Social Impact Awards Stefan Steinberger und berichtete den Teilnehmerinnen von seinem Projekt refugees{code} http://www.refugeescode.at. Dieses vermittelt geflüchteten Menschen Computerkenntnisse und Software Skills, sodass sie nach einer einjährigen Schulung ein Praktikum in einem Unternehmen machen können.

    Die Teilnehmer gingen alle mit einem Lächeln, vielen neuen Ideen und einer großen Portion Inspiration nach Hause!

    Dieser Artikel wurde von unserer Volontärin Theresa verfasst