• Interview mit Digitale Selbstbestimmung (Finalist 2021)

    Das Projekt Digitale Selbstbestimmung, zielt auf die Vermittlung von Kernkompetenzen in den Bereichen Digitalisierung, Überwachung und Menschenrechte bei Jugendlichen ab und gibt notwendige Tools für den Schutz der Privatsphäre im Internet.

    Wie kam euch die Idee und was macht ihr genau?

    Als die Corona-Pandemie begann, wurde der Einfluss von unseren internetfähigen Geräten und Apps noch viel stärker wurde und durchdrang nunmehr alle Lebensbereiche. Sozialkontakte, Schule, Bildung – und wie schon seit langer Zeit – Freizeitgestaltung. Überall dominieren Apps unseren Alltag.
    Zunächst dachten wir an jene, die von dieser Entwicklung ausgeschlossen waren. Ältere Menschen, die kein Smart Phone besitzen oder für die diese Anwendungen zu kompliziert und nicht niederschwellig genug sind.
    In vielen Gesprächen wurde uns klar, dass wir alle mit negativen Konsequenzen der Digitalisierung zu kämpfen haben, weshalb wir unsere Idee konkretisierten- Wir beschlossen Digitale Selbstbestimmung in Schulen mit Kindern, Jugendlichen und ihren Lehrpersonen zu erarbeiten.

    Was bereitet euch im Moment schlaflose Nächte?

    Konstant fragen wir uns, wie wir Machtlosigkeit und Gleichgültigkeit gegenüber negativer Entwicklung im Internet überwinden können. Das Thema ist teilweise so komplex, dass es leicht ist, sich einfach geschlagen zu geben. Nutzer:innen zu sensibilisieren, aufzurütteln und zu befähigen ihr Nutzungsverhalten zu reflektieren und zu verändern ist unsere wichtigste und schwierigste Aufgabe – die uns auch manchmal bis spät in der Nacht wach hält.  

    Wie verschafft ihr euch Ausgleich?

    Kay verbringt Zeit mit seiner Tochter und liest Bücher. Mark geht ins Grüne und nimmt die Gitarre in die Hand. Ausgleich bedeutet jedenfalls für uns beide Raum für bildschirmfreie Zeit zu schaffen. 

    Welchen Impact hat euer Projekt auf euer Umfeld?

    Seit wir begannen an unserer Idee zu arbeiten, führen wir fast täglich Gespräche mit Freund:innen und Familie. Familien-WhatsApp Gruppen sind auf Signal emigriert und vor allem ältere Verwandte haben erstmals begonnen ein bisschen vorsichtiger über ihren Alltag auf Facebook zu posten. Aber auch wir selbst konfrontieren einander auf dieser Reise zur digitalen Selbstbestimmung mit dem Nutzungsverhalten des Anderen.

    Wie sieht euer vollendetes Projekt aus?

    Unser vollendetes Projekt hat Lösungen parat, die mit der Zielgruppe selbst erarbeitet wurden. Wir haben Komplexes vereinfacht und Schüler:innen, die unsere Workshops miterleben oder deren Lehrpersonen mit unseren Materialien arbeiten, verändern ihr Nutzungsverhalten. Sie übernehmen Kontrolle über ihre Datenströme und bewegen sich sicherer und gleichzeitig freier im Netz.