• Soziale Innovation am Mittagstisch! Gespräche mit Sozialunternehmer*innen

    Dürfen wir vorstellen? Der Digitale Mittagstisch!

    In Kooperation mit SETup haben wir dieses neue Format entworfen, um Dich auch in Corona-Zeiten mit inspirierenden Storys von unseren SIA-Alumni zu versorgen und einen Rahmen für Fragen und Austausch zu geben. 

    Die Herausforderung durch Corona

    Am 5. März fand der SIA Kick-Off  statt. Wie jedes Jahr ist dies der Startschuss für die erste Phase des SIA-Programms, inklusive Gelegenheiten sich mit Gleichgesinnten, erfolgreichen Gründer*innen und der Social Entrepreneurship-Szene zu vernetzen. 2020 folgte darauf aber leider nicht das Herzstück der ersten Phase des SIA – die Workshop-Wochenenden in ganz Österreich – , sondern Corona. 

    Ganz entrepreneurial haben wir die Challenge nach dem Motto: “SIA goes online!” angenommen. Seit Mitte März veranstalten wir regelmäßig die Webinare „Chat with Impact“ und „Social Impact & Business Lab“. Ergänzend bieten wir ein breites digitales Support-Programm an.

    Eines fehlte aber dennoch: Als besonderes Highlight sind zu unseren Workshop-Weekends SIA-Alumni aus vorherigen Jahren als Speaker eingeladen. Die Workshop-Teilnehmer*innen haben dadurch die einzigartige Gelegenheit, sich mit den Gründer*innen direkt auszutauschen.

     

    Die Lunch Talks in Kooperation mit SETup

    Dann rief unser Innsbrucker Partner SETup eine Initiative ins Leben und wir erkannten: Das ist genau das Format, das wir so vermissen! Im April veranstaltete SIA daher gemeinsam mit SETup den „Digitalen Mittagstisch“. Hier trafen sich täglich von 12:30 bis 13:30 Jana oder Alex von SETup und Steffi vom Social Impact Award mit dem oder der Gründer*in eines Sozialunternehmens, um auch Dir die Mittagspause zu versüßen. Es wurden Gründungsgeschichten und Anekdoten erzählt, Einblicke in Geschäftsmodelle und Tipps fürs Gründen gegeben. Außerdem hattest Du auch selbst die Möglichkeit, via Chat Fragen an die eingeladenen Gäste zu stellen.

     

    Success Stories

    Inzwischen haben wir mit 15 Menschen über ihre Social Businesses geplaudert. Darunter waren auch einige SIA-Alumni – u. a.: Rosa Haltmeyer von der Vienna Hobby Lobby, Sören Lex von Plasticpreneur, Jakob Detering von Somaro, Kathrin Zirn von Piano for Refugees und Valerie Mühlenburg von The Connection.

    Jakob (Somaro)

    Hier bekamen wir ganz unterschiedliche Geschichten zu hören: Rosa und ihre Kolleginnen erkannten beim Unterrichten den Bedarf an Freizeitangeboten für Kinder und Jugendliche und bieten nun kostenlose Kurse von Kickboxen über Yoga bis hin zu Street Art an. Bei Sören führten mehrere Zwischenschritt zum heutigen Startup, mit dem er durch die Bereitstellung von Kunststoff-Recyclingmaschinen vor allem im globalen Süden Impact generiert. Jakob schrieb im Selbstexperiment in einer Woche einen Businessplan und gewann damit den Social Impact Award (dessen Managing Director er heute ist). Kathrin nahm am Musikinstitut von Piano for Refugees selbst Gesangsunterricht, bevor sie dort in die Bereiche Organisation & Marketing einstieg; die zwei Gründer des Projekts wurden auf einer Radreise in Kiew inspiriert. Valerie fand nicht den Job, den sie gesucht hatte, und schuf ihn sich mit der Gründung eines Lernzentrums für geflüchtete und migrierte Menschen kurzerhand selbst.

     

    Wie gehen die Ventures mit der Corona-Krise um?

    Rosa (Vienna Hobby Lobby)

    Für viele stellt auch die aktuelle Situation eine Herausforderung dar, die es zu bewältigen gilt: Die Vienna Hobby Lobby reagierte auf das Kontaktverbot mit Instagram-Challenges und einem Buddy-Programm. „Wir versuchen halt da zu sein“, bringt Rosa es auf den Punkt. Auch bei The Connection liegt der Fokus darauf, über WhatsApp und mit Online-Lernangeboten den Kontakt zu ihren Teilnehmer*innen aufrechtzuerhalten.

    Viele Gründer*innen wünschen sich, dass die Krisensituation in der Gesellschaft ein neues Bewusstsein für Themen wie Freizeit und benachteiligte soziale Gruppen hervorruft. 

    Auf der anderen Seite entstehen auch in Krisenzeiten neue Chancen: Denn gerade der weltweite Mangel an Schutzkleidung angesichts der Pandemie inspirierte das Team von Plastikpreneur dazu, das Potential seiner innovativen Maschine weiter auszuschöpfen und leistet nun mit der Produktion von Face Shields einen Beitrag.

     

    Die Rolle von SIA im Gründungsprozess

    Am Anfang der Reise stand bei allen fünf Projekten die Teilnahme und der Gewinn des Social Impact Awards. Die einen hatten zu diesem Zeitpunkt die Gründung bereits hinter sich und waren durch das Inkubationsprogramm gefordert, noch einmal einen Schritt zurück zu machen und verschiedene Aspekte neu zu überdenken. Andere hat der überraschende Gewinn überhaupt erst gepusht, eine Idee umzusetzen, die für sie eher den Status einer Gedankenspielerei hatte. Alle betonen aber, was für eine wichtige Rolle SIA für sie im Gründungsprozess gespielt hat. Wertvoll waren vor allem die zahlreichen Vernetzungsmöglichkeiten mit anderen Projekten, Expert*innen und Unternehmen. Manche erzählen, dass sich teilweise noch heute Kooperationen aus diesen Kontakten ergeben. Außerdem schätzen sie alle den speziellen Spirit, der bei SIA in der Luft liegt. Dieser helfe dabei, Hürden zu überwinden, die man eigentlich nur im Kopf hat. 

     

    Ratschläge

    Gefragt nach einem Ratschlag an angehende Gründer*innen ähneln sich die Antworten unserer Gäste. Immer wieder heißt es da: Bleib flexibel, verlieb Dich nicht in Dein Problem, sondern versuche den tatsächlichen Bedarf zu erkennen und darauf zu reagieren.

    Valerie (The Connection)

    Die Erfolgsstorys der Alumni scheinen dieser Empfehlung Rechnung zu tragen: The Connection hat als Kaffeehaus und Arbeitgeber geflüchteter Menschen begonnen, bevor sie angesichts steigender Nachfrage ihren Fokus auf Kurse richteten und zu einem Lernzentrum wurden. Somaro war ursprünglich als mobiler Sozialmarkt konzipiert, der günstige Lebensmittel unter die Landbevölkerung bringen sollte, aus logistischen Gründen wurde das Social Business dann in der heutigen Form realisiert. Und bei Plasticpreneur probierte man zuerst die Produktion von Fahrrädern und Skistöcken, bevor man das Ziel hatte, mit der Recycling-Maschine Arbeitsplätze und lokale Produktionsmöglichkeiten zu schaffen. 

    Sören (Plasticpreneur)

    Neben Flexibilität empfehlen die Gründer*innen, sich ein gutes Team aufzubauen und darin offen Erwartungshaltungen und Ziele zu kommunizieren, sich nicht zu lange mit Konzepten aufzuhalten, sondern möglichst früh und viel mit anderen über das eigene Projekt zu sprechen, Kontakt mit der Zielgruppe aufzubauen und Dinge auszuprobieren. Außerdem sind der Spirit und die Energie, die man in das Ganze stecke, wertvoller als ein ausgeklügeltes Geschäftsmodell. Dieses lässt sich schließlich jederzeit verändern.

     

    Neugierig geworden? Du hast die Möglichkeit, die Gespräche in unserer Video-Galerie online nachzuschauen und Dich mit neuen Geschichten inspirieren zu lassen.